7. Juli 2013

Einbahnstraßen

sind in Stuttgart wie in ganz Deutschland nicht generell in Gegenrichtung für Radfahrer freigegeben. Und es ist auch nie ungefährlich, eine Einbahnstraße in Gegenrichtung zu befahren, keinesfalls hat man dabei auch noch Vorrang vor dem Autofahrer, der im Zweifelsfalls ganz schön erschrickt, wenn ihm ein Radler entgegen rast.

Es hat sich so manche Einbahnstraße, die ich schon in Gegenrichtung gefahren bin, weil die Alternative eine Zumutung gewesen wäre (beispielsweise richtig steil), nach einiger Zeit in eine umgewandelt, die für Radler freigegeben ist. Es gibt aber immer noch einige, bei denen wir Radler darauf warten, dass wir sie legal befahren können.



Die Ausfahrt Liststraße in die Böheimstraße ist so eine. Könnte der Radler (aus Heslach oder Gebiet Böblinger Str. kommend) hier rechts hoch fahren, müsste er nicht am Heslacher Tunnel zwei Ampelanlagen auf der Fahrbahn überqueren, um in das Gebiet Liststraße zu gelangen.

Das Bedürfnis, den Autofahrer vor Radfahrern zu warnen, die ihm aus der Einbahnstraße entgegenkommen, in die er einbiegt, führt zu einem typischen Stuttgarter Kuriosum: den nur wenige Meter langen rot asphaltierten Radwegen.


Ich habe an diesem Kreisverkehr in der Silberburgstraße eine Weile gebraucht, bevor mir eine Idee kam, warum die Stadt hier für manche Kreisverkehrszufahrten roten Asphalt übrig hatte, für andere aber nicht, vor allem nicht für die Silberburgstraße selbst, auf der ich fuhr. Der einzige Grund, den ich mir denken kann: Autofahrer, die an diesen Stellen in eine Einbahnstraße einbiegen, sollen sehen, dass ihnen Radfahrer entgegenkommen können. Oder dass welche reinfahren, wo sie selbst nicht abbiegen dürfen. Wenn jemand eine andere Erklärung weiß, bitte mitteilen.


Das gleiche gilt für dieses Kuriosum an der Johannesstraße. Der Radweg kann nicht für uns Radler sein, sondern damit Autofahrer merken, dass wir ihnen entgegenkommen können. Der Radfahrer bewegt sich hier gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße auf die Johannesstraße zu. Für ihn sind die Radwegzeichen auf dem Asphalt sinnlos. Was soll man damit anfangen? Aber für den Autofahrer, der einbiegt, mögen sie ein Hinweis sein (übrigens dort auch nicht zu parken). Und für den Radler ein Schutz. Aber seltsam ist es doch.
Wenn mir auch einleuchtet, nicht nur auf Schilder zu setzen, die Autofahrer im Getümmel übersehen.


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