13. Juli 2013

Tunneltour

Stuttgart hat Berge. Für Autos gibt es Tunnel, Radfahrer müssen über den Berg. Das kommt einem ein bisschen ungerecht vor, denn wir bewegen uns mit Muskelkraft, Autofahrer nicht.

Wie überhaupt die Tendenz spürbar ist, Radler die steilen Strecken hinauf zu schicken, während den Autos die moderaten Steigungen vorbehalten bleiben. Nur zwei Tunnels können leicht umfahren werden.

Für den Schwanenplatztunnel, der nach Cannstatt führt, gibt es eine sehr akzeptable Strecke durch den Unteren Schlossgarten, deshalb ist die Versuchung sehr gering, durch ihn zu radeln. Es ist auch verboten. Zwar wird an der Villastraße die "Kraftfahrraße" aufgehoben. Aber hier radeln wir ja nicht, weil es ab Neckartor verboten ist. Kämen wir dagegen die Villastraße herab, stießen wir auf das Schild: "für Räder verboten".

Auch durch Wagenburgtunnel, der vom Hauptbahnhof direkt in den Stuttgarter Osten nach Gablenberg führt, möchte man als Radler vermutlich nicht gern fahren, denn die Luft ist schlecht, die Beleuchtung auch. Erlaubt ist es jedenfalls nicht.

Der Tunnel der Schwabstraße, der Heslach mit dem Stuttgarter Westen verbindet, ist für Radfahrer nicht verboten. Man möchte aber doch lieber den Gehweg nehmen (und tut es auch, wie das Bild zeigt), denn im Tunnel Autofahrer hinter sich haben, die nicht überholen können oder es nicht tun, ist unheimlich. Die Alternative ist steil, lang und sehr umwegig.

Da ohnehin Fußgänger durch dürfen, könnte und sollte man den Gehweg auch für Radfahrer freigeben. Ich kenne engere Gehwege - etwa unter der Eisenbahnbrücke von der König-Karl-Brücke hindurch nach Cannstatt hinein- über die man Radfahrer leitet, weil auf der Fahrbahn kein Platz ist.


Der Umweg ist nämlich eine Zumutung für alle, die mit reiner Muskelkraft fahren. Für Pedelec-Fahrer sind die spürbaren Steigungen zwar leicht zu bewältigen, aber der Umweg ist immer noch drastisch für jemanden, der einfach nur auf die andere Seite des Tunnels will.

Die Schickardtstraße, die vor dem Tunnel in die Schwabstrraße übergeht, ist von der Böblinger Straße herauf übrigens nicht für Radfahrer vorgesehen. Man kann sie zwar befahren, wird aber von Autos bedrängt, vom Bus gescheucht und darf auch nicht auf den Gehweg auswichen. Aus gutem Grund, denn man passiert das Schickardt-Gymnasium mit Schülermassen-Exodus zu bestimmten Zeiten.

Den Heslacher Tunnel dagegen, der vom Marienplatz bis in die Gegend des Südheimer Platzes (Kaltentaler Abfahrt) führt, löst keinerlei Bedürfnisse aus, ihn zu durchfahren. (Es geht auch defintiv nicht.) Er ist bequem und schön auf dem Tallängsweg zu umgehen. Man fährt durch stille Nebenstraßen, die gut auf Radfahrer vorbereitet sind.

Beim Wagenburgtunnel wird es wieder ernst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihn ein Radler gern durchqueren möchte. Die Luft ist schlecht, das Licht auch. Und er ist ziemlich lang. Radfahrer kommen aus dem Stadtzentrum nach Gablenberg nur über den Berg. Man kann moderate Steigungen wählen, muss dafür aber länger fahren, oder man ächzt rauf und saust drüben wieder runter. Die Alternativen sind richtig kompliziert. Und meine Varianten sicherlich nicht die einzig möglichen. Ich empfehle übrigens die blaue Strecke über die Neckarstraße und Hackstraße. Denn sie hat die moderatesten Steigungen. Alles andere führt deutlich über den Berg der Uhlandshöhe.


http://www.mapquest.de/ Wagenburgtunnel


1 Kommentar:

  1. Danke für die Infos! Ich bin durch Zufall/Google darauf gestossen, nachdem ich am Wochenende aus Versehen den Heslachtunnel durchquerte. Also abgehalten hat mich da gar nichts von; weiss auch nicht genau, wo ich da nach den Hinweisen schauen soll, ob das denn verboten sei. Bin einfach den Berg runter, geradeaus und plötzlich war ich in dem Tunnel. Generell bin ich als Neuling von der Radwegführung hier in Stuttgart verwirrt. Hoffentlich finde ich beim nächsten Mal den Abzweig... hat ganz schön gestunken da drin.

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