6. Oktober 2013

Ein Mann und eine Radkutsche

Der Transport von Erwachsenen auf einem Rad ist nicht erlaubt. Laut StVO darf man nur Kinder unter 7 Jahren auf einem Rad transportieren. Radkutschen brauchen also überall eine Sondergenehmigung.

Der Mann, der es in Stuttgart versuchen will und derzeit mit der Stadverwaltung verhandelt, heißt Tilmann Weinig. Er hat sich von Alexander Urban diese Radkutsche bauen lassen und sie am Montag in Tübingen abgeholt. Sie ist mit einem sarken Elektromotor versehen und kann locker mit Gästen auch Steigungen bewältigen.  Der Akku hat auch die ganze, bergige Strecke von Tübingen über die Dörfer nach Stuttgart (37 km) durchgehalten, aber gebraucht hat Tilman dafür dann doch knapp fünf Stunden, sagt er.

Derzeit erarbeitet er mit der Stadtverwaltung die Routen, die er fahren darf. Ohne Gäste ist das Gefährt ein Fahrrad. Mit Gästen jedoch ist es etwas anderes und darf eigentlich nirgendwo fahren, weder im Schlossgarten noch auf der Fahrbahn. Eigentlich hätte er auch mich nicht kutschieren dürfen, aber es waren nur ein paar Meter, übrigens unter den Augen der Polizei.

Ich stelle mir schon lange vor, dass in Stuttgart die Rickscha oder Radkutsche als Kurzstreckentaxi eingesetzt wird, zum Beispiel um Wasenbesucher zum Bahnhof, Fußmüde beim Einkaufen zurück zum Parkhaus oder Gehbehinderte ein paar Straßen weiter zu bringen. Zum Kirchentag 2015 könnten es, wenn die Stadt will und es Sponsoren gibt, schon Dutzende Fahrradkuschen sein, die Gäste durch Stuttgart fahren. Und vielleicht sehen Sie ja demnächst in Stuttgart diesen Mann mit seiner Kutsche. Dann steigen Sie ein.



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