26. Februar 2014

Die Rückeroberung der Urbanstraße

Lange Jahre konnte man die Urbanstraße ab Staatsgalerie gut in Einbahnstraßen-Gegenrichtung bis zum Kernerplatz vorradeln. 

Zum Kreisverkehr hin gab und gibt es immer noch einen Streifen aus roten Steinen, die den einbiegenden Autofahrern signalisierten: Hier kommen dir Radfahrer entgegen.

Die Straße war bis dorthin breit genug, damit herinkommende Autos und zum Kreisverkehr fahrende Radler ohne Stress aneinander vorbeikamen. Nur selten hat sich ein Auto in meiner Fahrtrichtung rechts auf den Gehweg gestellt. Doch dann wurde Ende vorigen Jahres hier eine Baustelle eingerichtet. Die zum Bordstein senkrechten Parkplätze fielen vorübergehend weg. Die Autofahrer haben angefangen, sich auf den Gehweg gegenüber zu stellen. Nun ist die Baustelle weg (sie hat zu begrünende Ausbuchtungen hinterlassen, die zwei bis drei Parkplätze wegnehmen), aber die Autos parken immer noch halb auf dem Gehweg, halb auf der Fahrbahn. Und das eigentlich immer und reihenweise. Gewohnheitsrecht?
Und jetzt wird es für Radler und Autofahrer eng in der Urbanstraße am Kernerplatz. 

Radelt man weiter, kommt man an die Verengung zum Kreisverkehr. Man sieht an dem Wagen, der einbiegt, wie weit er auf den roten Pflasterteil einschwenkt. Hier musste man als Radler immer schon bremsen. Man sieht aber auch links (da wo das Fahrrad steht) eine neue Straßenverengung. Sie zwingt die Autofahrer herüber in die Mitte der Fahrbahn, genau dort hin, wo ich als Radler (in Einbahnstraßengegenrichtung) fahre. Es wird nun auch saueng an dieser Stelle. Autofahrer und Radler begegnen sich hier frontal.

Da passt keine Fahrrad mehr durch. Der Autofahrer hat aber auch gar keine andere Wahl, als mir so entgegen zu kommen.
Hier hat man bei den Umbaumaßnahmen, wieder einmal gar nicht an Radfahrer gedacht. 
Ein bisher viel befahrener Weg ohne große Schwierigkeiten und Hindernisse von der Charlottenstaße zur Neckarstraße wurde an dieser Stelle gefährlich gemacht. Und zwar für beide Verkehrsteilnehmer: Autofahrer erschrecken zu Tode, wenn ihnen hier ein Radler auf den Kühler hüpft.
Aus einer friedlichen Fahrradstraße ist wieder eine stressige Autostraße geworden. Übrigens auch für Autofahrer nicht einmal bequem, sondern ziemlich hindernisreich.

Nicht gut.

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