20. Februar 2014

Radfahren ist gut fürs Geschäft

Der Kofferraum ist die größte Einkaufstasche, heißt es immer wieder. Deshalb brauche eine Innenstadt Parkhäuser, damit die Leute einkaufen kommen. 

Stimmt nicht, hat ein US-Geschäftmann festgestellt, wie der Guardian berichtet. Demnach untesrtützen amerikanische Geschäftsleute den Radverkehr, nicht weil sie an Umweltschutz, sondern weil sie an ihren Umsatz denken.



Städte, die in eine Rad-Infrastrukur investieren, gewinnen Kaufkunden. Gute Radrouten und weniger Parkplätze machen innerstädtische Läden besser sichtbar.

Auch Räder können Schuhe transportieren
Radfahrer sind außerdem gute Konsumenten. Sie kommen immer wieder. Und sie geben so viel Geld aus wie Leute, die mit ihren Autos kommen. Sie sparen sich die Parkplatzsuche und kommen dichter an die Läden heran. Sie können überall kurz halten und sich ein Paar Schuhe, ein elektronisches Gerät oder ein Gebäck kaufen. Auch mal schnell auf dem Heimweg von der Arbeit.

Wer mit fünfzig durch die Straßen rollt, hält nicht an, um schnell etwas zu kaufen. Abgesehen davon, dass er keinen Parkplatz findet. Wenn man den Verkehr aber verlangsamt, dann beginnt das Schaufenstergucken. Im langsamen Verkehr sind plötzlich mehr Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Sie schlendern, sie treten öfter in Läden, sie setzen sich hin und trinken Kaffee oder essen Eis.

Deshalb wünschen sich, so der Guardian, die US-Amerikaner die dänische Radkultur für ihre Städte: breite Radwege, die gemütlich bis in die Stadt führen. Diese geschützten Radwege sind deutlich vom Autoverkehr, aber auch von den Fußgängern abgesetzt. Sie animieren mehr Leute, aufs Rad zu steigen, als so ein undurchsichtiges Radweg-Gestückel wie in Stuttgart.

Auch Firmen ermuntern ihre Mitarbeiter, mit dem Rad zu kommen. Radfahrer sind wenigstens zwei Mal am Arbeitstag an der frischen Luft, nämlich auf der Hin- und auf der Rückfahrt. Und sie haben sich dabei bewegt. Sie sind weniger erkältet und weniger grippekrank.

Eine gute Radinfrastruktur ist also gar kein Luxus, den man sich leistet, weil Radfahren nett ist und ein paar Leute dazu Lust haben. Vielmehr nützt sie dem Handel in den Städten, bringt ökonomische und ökologische Vorteile und hält die Leute auch noch gesünder.

Radfahren ist die Zukunft. Radfahren rettet die Innenstädte. 

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