16. Februar 2014

Warum fahren Radfahrer wirklich bei Rot?

Weil die Rotphasen der Ampeln zu lang sind. Das ist eines der Ergebnisse der Bachalor-Arbeit von Markus Bünger mit dem Thema "Entwicklung von Qualitätsmaßen für den Radverkehr." am Institut für Straßen- und Verkehrswesen der Uni Stuttgart.

Was ist ein guter Radweg und warum werden bestimmte Radstrecken nicht befahren, obgleich man doch so viel getan hat? Dafür gab es bisher keinen Maßstab. Markus Bünger hat mithilfe von Umfragen, an denen einige meiner Blogleser vermutlich auch teilgenommen haben, Merkmale formuliert, die Radwege aufweisen müssen, wenn sie akzeptiert werden sollen.


Wir alle können uns vorstellen, dass Radler schöne glatte und direkte Strecken mit wenig Steigungen und Ampeln haben wollen. Das geht natürlich nicht. Klar. Aber was tolerieren Radfahrer nicht mehr? Was ist der Tod jeder Radroute?
Das sind:
  • Rotphasen an Ampeln, die länger als 40 Sekunden dauern, und mehrere Ampeln kurz hintereinander.
  • Kopfsteinpflaster. (Sie fahren da noch lieber auf Schotter oder über Schlaglöcher.)
  • Schwerlastverkehr, dichter Autoverkehr.
Wir werden es sehr schwer haben, Radfahrer auf die Straße zu bringen, denn die mehr als die Hälfte der Befragten fährt lieber einen Umweg als neben oder zwischen Autos. Und wir werden es nie schaffen, Radfahrer dazu zu bringen, dass sie immer bei Rot an Ampeln halten (egal ob für Autos, Radler oder Fußgänger), wenn die Rotphasen für Radfahrer nicht deutlich kürzer  und die Grünphasen länger werden.

Bei Büngers mehrstufiger Umfrage lag das Verhältnis von Männern zu Frauen lag bei 61,3 % zu 38,7 %. Insgesamt haben 852 Personen die Fragebögen ausgefüllt.

Die meisten davon, 84%, benutzen ihr Fahrrad für Freizeitaktivitäten und dabei fahren sie auch gern im Pulk mit anderen. fast 35 Prozent radeln zur Arbeit, beinahe ebenso viele benutzen das Rad zum Einkaufen.  Zur Schule und in die Uni (zur Bildung) benutzen nur 12 Prozent der Befragten das Fahrrad.

Wer of Rad fährt, ist meistens allein unterwegs, vor allem auf den Wegen zur Arbeit oder zum Einkaufen. Wer selten Rad fährt, tut dies öfter mit anderen zusammen als alleine.

Um sich nicht mit Autos den Weg teilen hu müssen, nehmen zwischen 50 und 60 Prozent der Radler einen Umweg in kauf. Am wenigsten Lust auf Umweg und am meisten Toleranz gegen Kfz-Verkehr haben diejenigen, die mit dem Rad einkaufen fahren (49 %). Wobei die andere Hälfte auch dann noch einen Umweg in Kauf nimmt, um sich vom Autoverkehr fernzuhalten.

Eine wichtige Frage wäre hier für mich: ob sie es aus Angst vor Autos dem als hoch angenommen Unfallrisiko tun oder weil ihnen die Luft zu schlecht ist.

Ach ja, und bei welchem Wetter wird geradelt? Bei schönem, klar. Aber von den Befragten haben immerhin fast 45 Prozent das Rad bei Regen nicht stehen gelassen. Minusgrade sind da schon eher ein Grund (33 &% fahren da noch). Was übrigens - vermute ich mal - vor allem daran liegt, dass man nur schwer fürs Rad geeignete Handschuhe findet, wo die Finger im Fahrtwind warm bleiben. Und immerhin 25 5 fahren auch noch, wenn es geschneit hat. Das bedeutet, dass Radwege von Schnee geräumt werden müssen. 

Tabelle: Markus Bünger

Übrigens sind immer noch relativ wenige mit Pedelecs unterwegs. Oder es habe die Pedelec-Fahrer nicht zum Fragebogen gefunden.
Das ändert nichts daran, dass es künftig mehr sein werden.

Die meisten Radler benutzen bei uns derzeit Trekkingräder oder City-Bikes, gefolgt von Montain-Bikes. Dann erst kommen die Rennräder und zu Schluss (um die 3-4) Prozent die Pedelecs.

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