12. Februar 2014

Wer hat die Hauptroute 1 durchgesägt?

Wie Pilze schießen derzeit Bauzäune aus dem Boden. Jetzt hat es die Hauptroute 1 (Tallängsweg) beim Landtag getroffen. Alles zu. Und keine Umleitungsschilder. Nur Fußgänger sehen ein Schild, das ihnen sagt, was sie ohnehin sehen: Woanders lang gehen. 

Der von Radlern viel befahrene Weg zwischen Landtag und der B14 ist weg. Wer sich auskennt, findet die Umleitung sofort, wer nicht, steht mit dem Rad irgendwann vor einer Treppe.


Vom Charlottenplatz kommend muss man am Brunnen den nächsten Weg nehmen. Bis gestern wirkte hier noch die subversive Anarchie des Fußgängers, der einen Umweg (vor allem, wenn er erheblich ist ) meidet. Die Absperrung war offen und wurde auch  von Radlern genutzt. Noch stehen keinerlei Baufahrzeuge auf dem Weg. Die Radler (und Fußgänger) fanden am Ende der Strecke zwar kein offenes Absperrungstörchen mehr, konnten aber rechts über das Rasenstück ausweichen und so den Landtagsparkplatz erreichen.
Das wird auf Dauer sicherlich so nicht gehen.  Aber wo fahren wir dann?


Wenn man von der Oper kommt und Richtung Charlottenplatz will, steht man vor dieser Sperre (siehe Foto ganz oben) und muss nach rechts, und noch mal nach rechts, bis zur Oper zurück. Erst dann kann man sich wieder in die eigentliche Fahrtrichtung orientieren. Jetzt geht am Eckensee entlang auf das Neue Schloss zu. Es ist nicht absehbar, ob sich dort ein Weg auftut. Man radelt auf eine breite Treppe zu. Nur Mut. Im letzten Moment erkennt man links eine recht schmale Rampe.

Die kann man hoch fahren und befindet sich wieder auf dem Weg zum Charlottenplatz. Auf dieser Rampe sollte einem allerdings kein Radler entgegenkommen. Schon gar nicht, wenn sich gleichzeitig Fußgänger darauf bewegen.

Und es ist auch nicht zu jeder Stunde am Eckensee so leer wie auf diesen Fotos. Es ist sogar oft gestopft voll. Vor allem, wenn die Sonne scheint, im Frühling, der bald kommt, im Sommer sowieso. Dann müssen Radler Schlangenlinien fahren.

Das ist gar nicht schön für die Fußgänger. Wenn man schon an Radfahrer nicht so gern denken mag, an die Fußgänger sollte man hier schon denken. Die wollen nämlich nicht überall, wo sie flanieren, von Radlern angebimmelt werden. Sie wollen und sollen sich auch nicht überall vor Radfahrer in Acht nehmen müssen.

Das geht also gar nicht. 

Vor allem geht es nicht auf Dauer. (Es wird aber bis 2017 dauern, denn solange wird der Landtag renoviert.

Aber was passiert, wenn ein Weg plötzlich wegfällt? Man probiert die Umleitung, entscheidet, ob sie akzeptabel ist oder zu verwinkelt und sucht sich dann einen grundsätzlich anderen Weg durch die Stadtmitte. Damit ist die Hauptroute 1 durch die Innenstadt erledigt. Und die hat man doch gerade erst mit großem Aufwand von Vaihingen bis Fellbach fertig gestellt. Nun hat sie irgendjemand einfach unterbrochen.

Vorschlag: Vielleicht könnte noch einmal darüber nachdenken, ob man für Radler einen Weg an der bisherigen Route entlang neu anlegt und asphaltiert, solange am Landtag Baustelle ist. (Karte, schwarze Linie.) 

Mir ist schon klar, dass man eigentlich davon ausgeht, dass fast alle Radler durch den Schlossgarten fahren, also vor der Oper vorbei. Erstens ist dem nicht so. Und zweitens macht das die erzwungene Fahrt am Eckensee entlang und über die enge Rampe am Neuen Schloss auch nicht besser.


Kommentare:

  1. Habe mich dort gestern auch "durchgeschlängelt". Allmählich bekommt man wirklich die Krise, wenn man nur von weitem (wieder neue!) Absperrgitter sieht.
    G.Stricker/12.02.2014

    AntwortenLöschen
  2. Heute haben sie dort einen Baufahrzeug-Zufahrt asphaltiert. Vielleicht machen sie den Weg ja wieder auf, wenn die Zufahrt fertig ist. Dann kreuzen zwar Baustellenfahrzeuge, aber das ist ja okay.

    AntwortenLöschen