21. Mai 2014

Neue Radspuren in Möhringen

vorher - nachher. Der Platz für die Radspur ist da. 
Nein, durchs Zentrum von Möhringen kommt man als Radler nach wie vor nur mit guten Nerven. Zwar dürfen und können Radfahrer durch den Ortskern radeln, aber es ist halt so eng, dass Autofahrer Radler nicht überholen können. 

Doch in der Rembrandstraße gibt es neue Radspuren/Sicherheitstreifen zur Kreuzung mit der Vaihinger Straße. Auf beiden Seiten mit Platz zum Aufstellen und einer Radampel, sodass man den Kopf nicht in den Nacken legen muss, wenn man auf Grün wartet. (Foto ganz unten) Der Schutzstreifen wandelt sich Richtung Fasanenhof in eine Radspur, die in den Kreisverkehr einleitet. Auch aus diesem Kreisverkehr führt die Radspur wieder heraus (Foto rechts) und zur Ampel an der Vaihinger Straße. Das ist ordentlich.



Ist man Richtung Sonnenberg über die Vahinger Straße geradelt, endet die Fahrt im Kofferraum eines garantiert dort geparkten Autos. Sie sollen zwar 30 Meter Abstand zum Masten mit dem Halteverbotsschild halten, aber wer weiß schon, was 30 Meter sind?


Wenn man Parkplätze zulässt, dann bitte Radspur nach links auf die Fahrbahn ausleiten. Es wäre gut, wenn Autofahrer signalisiert bekämen, dass Radler nicht am abrupten Ende ihrer Spur warten wollen, bis man sie reinlässt.

Und mit der Ampelanlage und dem Übergang über die Stadtbahnschienen hat es Möhringen auch nicht so. Richtung Möhringen werden die Radler fast vom Schutzstreifen geradeaus auf den Gehweg geleitet und queren die Schienen auf dem Gehweg. Leider ist dahinter der Übergang auf die Fahrbahn völlig ungeklärt. (Man bleibt also besser auf der Fahrbahn)
In Richtung Sonnenberg bleibt man auf der Fahrbahn. Der Schutzstreifen fängt dann etwas komisch (Foto rechts) wieder an, um nach ein paar Metern vor der Einleitung in den Kreisverkehr an der Rembrandt-Schule wieder aufzuhören. Möhringen bietet seinen Schülern an, im Gehweg/Fußgänger-Modus um den Kreisverkehr herumzufahren, was die gefährlichste Variante bei Kreisverkehren ist. Am Sichersten kommen Radler durch Kreisverkehre, wenn sie bei den Autos auf der Fahrbahn fahren. Dann werden sie gesehen.

Das ist noch nicht zu Ende gedacht. Es wird den Radlern wieder mal überlassen, sich ihren Weg zu suchen und fördert damit die Pfadfindermentalität von Radfahrern, die sie nicht plötzlich dort ablegen, wo auf einmal alles starr geregelt ist.







Kommentare:

  1. Zum vierten Foto, Blick auf die Kreuzung aus Sonnenberg kommend.

    Ich ziehe es vor, nicht rechts im Toten Winkel von einem Lastwagen, der
    eventuell nach rechts abbiegt, zu warten. Wie auf dem Vorher‐Bild zu
    sehen, war es überhaupt kein Problem, sich als Radfahrer zum Geradeaus‐
    oder Rechtsabfahren auf dem dafür vorgesehenen Fahrstreifen zu
    positionieren.

    Auch ein von hinten herankommender LKW war kein Problem, weil dessen
    Fahrer oder Fahrerin die vor ihm/ihr Wartenden im Blick hatte und im
    Blick behielt: Keine Totwinkel‐Gefahr.

    Fazit (ich wiederhole mich): Geld zum Fenster hinausgeworfen,
    Radfahrerfalle geschaffen.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, public2014.fwnsp@spamgourmet.com

    AntwortenLöschen
  2. Das ist ganz grundsätzlich das Problem von Radstreifen. Und es wird auch nicht wirklich besser, wenn man sie an der Ampel vorzieht, denn dann wird immer nur ein Radler gesehen, der geradeaus will. Leider ist es aber auch so, dass sehr viele Radler nicht auf der Fahrbahn fahren, wenn sie dort keinen Radstreifen oder Schutzstreifen sehen. Sie denken dann, es sei ihr gutes Recht, auf dem Gehweg zur radeln. Ich fürchte, wir werden in Stuttgart die Radfahrer nicht von den Gehwegen herunter auf die Fahrbahnen bekommen, wenn die Stadt nicht zunächst einmal überall hin Schutzstreifen und Radstreifen malt.

    AntwortenLöschen
  3. Anonym hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Neue Radspuren in Möhringen" hinterlassen:

    Zum ersten Foto, Blick auf die Kreuzung in Richtung Sonnenberg.

    Der Schutzstreifen liegt rechts vom Fahrstreifen für Rechtsabbiegende; deshalb gerät an dieser Kreuzung der Radfahrer in den berüchtigten Toten Winkel der Rechtsabbieger. Ohne Schutzstreifen läge der Fahrstreifen für Geradeaus und Rechts ganz rechts, Rechtsabbieger ordneten sich auf diesem Fahrstreifen ein und führen damit vor dem Radfahrer oder blieben hinter ihm; dagegen müssen sie so, wie es ist, links vom Schutzstreifen bleiben und von dort aus, den Schutzstreifen überquerend, rechts abbiegen, dabei müssen sie den Vorrang geradeausfahrender Radfahrer beachten. Wer deshalb deutlich abbremst und sich für den Blick über die Schulter oder in Weitwinkel‐ und Nahbereichsspiegel Zeit nimmt, braucht ein »dickes Fell«, weil er in dieser unübersichtlichen Situation die nachfolgenden Kraftfahrzeuge mehr aufhält, als es unvermeidlich wäre, wenn er vom rechten Rand aus abbiegen dürfte.

    Aber auch der geradeausfahrende Radfahrer kann daran nichts ändern, solange er auf dem ihm zugedachten Schutzstreifen bleibt.

    Die Lichtsignalanlage hilft (jedenfalls um Mitternacht herum, als ich sie beobachtet habe) nicht ab, weil Radfahrer und Rechtsabbieger gemeinsam Grün haben. Zwar habe ich als Radfahrer ein paar Sekunden früher Grün, aber das hilft mir nichts, wenn ich zu einem Zeitpunkt die Haltelinie erreiche, an dem die Autos schon Grün haben.

    Abhilfe bringt dagegen, sich mit dem Fahrrad zu den geradeausfahrenden Kraftfahrzeugen einzuordnen, d.h., hinter – nicht neben – den Fahrzeugen zu bleiben, die schon in der Schlange für Geradeaus warten. Zudem sollte man sich keinesfalls am rechten Rand des Richtungsfahrstreifens für Geradeaus, also praktisch auf der unterbrochenen Trennlinie zum Schutzstreifen positionieren, sondern mittig auf diesem Fahrstreifen; damit jenen, die hinter einem selbst heranfahren, klar ist, dass sie hinter dem Radfahrer zu bleiben haben und sich nicht links neben ihn quetschen können. So tritt es dann auch nicht auf, dass man sich in die Mangel genommen fühlt: „Rechts von mir sind Autos, links von mir sind Autos, und für mich ist kein Platz dazwischen.“ Allerdings wird man sich so den Unmut mancher Zeitgenossen zuziehen: „Wir haben den Radfahrern für viel Geld extra diesen schönen Schutzstreifen angelegt, und nun will dieses A…(zensiert!) ihn nicht benutzen!“

    Fazit: Geld zum Fenster hinausgeworfen, Verkehrsklima vergiftet und eine weitere Radfahrerfalle geschaffen.

    Den für diese Gestaltung Verantwortlichen sage ich jetzt schon: Hier werden Radfahrer in Rechtsabbieger‐Totwinkel‐Unfällen sterben!

    Radfahrer, ihr fahrt ein Fahrzeug! Dann benehmt euch auch wie ein Fahrzeugführer, also so, wie ihr hier mit einem Mofa fahren würdet: mittig auf dem Fahrstreifen für die eigene Fahrtrichtung. Dann ist auch allen Nachfolgenden euer Verhalten nachvollziehbar.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, public2014.fwnsp@spamgourmet.com

    AntwortenLöschen
  4. „Ich fürchte, wir werden in Stuttgart die Radfahrer nicht von den Gehwegen herunter auf die Fahrbahnen bekommen, wenn die Stadt nicht zunächst einmal überall hin Schutzstreifen und Radstreifen malt.“

    Damit zementiert man bei Radfahrern, Autofahrern und Polizisten (ganz schlimm!) den Irrtum, dass Radfahrer auf „normalen“ Fahrstreifen nichts verloren hätten.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, public2014.fwnsp@spamgourmet.com

    AntwortenLöschen