1. Juli 2014

Baustellenstress am Nordbahnhof

Baustellen sind meistens vorübergehend. Da nimmt man auch mal was in Kauf. Stuttgart ist aber rund um den Bahnhof auf viele Jahre Baustelle, da sollten die Provisorien schon auch praktikabel bleiben, und zwar nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. 

Eine Dauerbaustelle ist der Bereich Cannstatter Straße  unter der Bahnbrücke durch zur Wolframstraße und Nordbahnhofstraße.




Hier verläuft ein alter Radweg auf dem Gehweg. Der ist derzeit eng, auch weil provisorische Ampelmasten auf ihm stehen, aber immerhin ist die Umleitung den Bordstein runter gut abgefangen worden.

Dieser Radweg darf in beide Richtungen befahren werden, was aber derzeit nicht wirklich möglich ist. Aber gut, wir passen halt wie immer ein bisschen mehr auf, als Autofahrer aufpassen müssen, und umfahren die unmarkierten Hinternisse.
Ganz und gar inakzeptabel ist jedoch die Baustellenumleitung in der Rosensteinstraße, die von der
Nordbahnhofstraße nach rechts abzweigt. Hier wird die Transportstraße für die Lastwagen mit dem Aushub aus dem Trog für den Tiefbahnhof verlaufen.

Hier stehen das Ufa-Kino und das Kolping-Bildungswerk, also eine Schule für vorwiegend erwachsene Schülerinnen und Schüler, die allerdings ein Möglichkeit brauchen, zur Schule zu kommen, entweder von der Stadtbahn her oder mit dem Fahrrad.

An der Abzweigung in die Rosensteintraße wurden und werden Radfahrer mit einem Radfreigabeschild verführt, auf dem Gehweg zu radeln. Dort ist mit Pflastersteinen ein Bereich für Radler markiert, der von Fußgängern aber kaum je wahrgenommen wurde.

Ein nette Geste den Radlern gegenüber, denn wenn auf der Rosensteinstraße enger Autoverkehr herrscht, steht man auch mit dem Fahrrad im Stau. (Es ist aber vermutlich nicht für Radler nett gemeint, sondern für Autofahrer, die an einem Radler vor ihnen halt auch nicht so einfach vorbeikommen und somit langsam fahren müssten.)

Jetzt haben wir hier allerdings eine Baustelle. Und die beginnt urplötzlich auf dem Gehweg. (Da wäre man besser auf der Fahrbahn geblieben.) Fußgänger werden an der Baustelle vorbei gleitet.

Und man traut seinen Augen kaum: Diese kaum einen Meter breite Schleuse ist doch tatsächlich für Radler freigegeben. Übrigens in beide Richtungen. Hier muss ein Radler schon gut den Lenker festhalten, wenn er nur durchfährt. Und selbst, wenn man das Rad schiebt, kommt ein Fußgänger kaum ungestreift an ein einem vorbei.

Diese Schleuse führt dann übrigens an der Schule vorbei. Das bedeutet für Schüler, die mit dem Rad kommen, dass sie an der Flanke der Schule rauskommen und umdrehen und über den Gehweg zu den Fahrradständern radeln müssen.

Kann man in Kauf nehmen. Problematischer ist, dass Fußgänger (Schüler und Lehrer, die von der Stadtbahn kommen), hier nicht mehr direkt über die Straße können. Hier stand eine Fußgängerinsel (ein Zebrastreifen wäre eigentlich nötig gewesen), doch die ist fünfzig Meter weiter nach links versetzt. Sieht man nicht, ist zu weit weg, erfordert viel zu viel Umweg.

Also gehen Fußgänger genau hier diagonal rüber, gerne auch rennend, weil Autos kommen.

Bei allem Verständnis für schnell vorübergehende Baustellen, so muss das nicht aussehen. Hier müssen Radler halt über die Fahrbahn geleitet werden, ruhig auch mit einer temporären Fahrbahnmarkierung, zumindest dort, wo sie vom Fußweg auf die Fahrbahn geleitet werden.

Das hier ist gefährlich für alle in jeder Situation: Für Radler, die auf die Fabrbahn rauswollen, weil ihnen die Schleuse zu eng ist, für Radler in der Schleuse und für Fußgänger im Konflikt mit Autos und Radlern.

So geht das nicht. Auch nur mal für ganz kurz (also ein paar Wochen lang).


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