25. Juli 2014

Schilderwust

Baustellen sind derzeit in Stuttgart ein Fluch für Radfahrer. Sie zwingen nicht nur zu inakzeptablen Umwegen, sie sind auch hanebüchen beschildert. 

Hier die Baustelle in der Teinacher Straße. Man stößt auf sie, wenn man die vom Max-Eyth-See her kommend die Hofener Straße an den Sportplätzen entlang radelt. Als Radler fahre ich hier normalerweise geradeaus weiter (was jetzt das weiße Auto macht), während die Autos links abbiegen. Jetzt müssen auch die Autos geradeaus, was für Radler eng und stressig wird.

Dafür darf ich als Radlerin hier links (durfte ich vorher auch) radeln. Das ist sogar absolut unproblematisch. Allerdings sind die Schilder total inkonsistent.
Ich sehe ein Durchfahrt verboten, darunter ein Schild "Radfahrer frei". Und zwar auf beiden Seiten der Spur, wo mir die Autos entgegenkommen! Soll ich hier etwa wirklich fahren? Den Autos entgegen? Nein, denn da steht doch außerdem rechts das blaue Gebotsschild "Radweg gemischt mit Fußweg".

Das ist Verführung zum gefährlichen auf der linken Fahrspur den Autos entgegen radeln! 

Ich weiß schon, was sich die Schilderaufsteller gedacht haben. Nämlich: Radfahrer sollen gleich sehen, dass sie hier einbiegen dürfen. Das zeigt aber auch, welch geringe Bedeutung in Stuttgart die Radwegschilder haben. Niemand scheint damit zu rechnen, dass Radler sie sehen. Fußgänger sehen sie ja sowieso nicht, und Autofahrer auch nicht.

Das linke Räder-frei Schild muss dringend weg, das rechte sollte dringend auf der anderen, der rechten Seite dieser "Einfahrt" stehen.

Auch Radler ins in Bewegung, sie wollen nicht anhalten, um sich Schilder zu erklären. Wenn man das so macht, fördert man nur den Pfadfindersinn der Radfahrer. Radler verlassen sich dann nur noch auf ihre eigene Einschätzung der Lage. Das führt dazu, dass sie Schilder und rote Ampeln missachten.

Kommentare:

  1. Ich fahre da täglich dran vorbei auf dem Weg zur Arbeit.
    Hier sehe ich jeden Tag noch einige die dennoch durch fahren. Sie schaffen es vor dem Einbahnstrassenschild sich reinzudrängeln und dann bis zum Kreisverkehr zu fahren. Der andere Wege könnte ja ein Riesenumweg sein.

    Horror.

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  2. Die Bilder sind wirklich verwirrend.

    Die Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt) hätten ohne das Zusatzzeichen "Radfahrer frei" aufgestellt werden müssen. Rechts wäre es besser gewesen einen Radfahrstreifen oder Gehweg zu markieren und diesen mit Zeichen 237 oder 240 zu kennzeichnen.

    Warum da noch extra eine Barriere steht kann ich nicht nachvollziehen

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  3. Die Beschilderung ist für mich eindeutig:
    StVO sagt zu den Baken und der Absperrung:
    "Ge- oder Verbot
    Die Einrichtungen verbieten das Befahren der so gekennzeichneten Straßenfläche und leiten den Verkehr an dieser Fläche vorbei.

    Erläuterung
    1. Warnleuchten an diesen Einrichtungen zeigen rotes Licht, wenn die ganze Fahrbahn gesperrt ist, sonst gelbes Licht oder gelbes Blinklicht."

    So wie ish das sehe, darf ich an der Absperrung nicht vorbei auf den Geh/Radweg fahren. Selbst wenn dies erlaubt wäre, würde ich rechts neben den linksweisenden Pfeilbaken fahren, also ist das auch verboten. Damit bleibt mir als einzige Möglichkeit die freigegebene Einfahrt auf die Fahrbahn links der Pfeilbaken.

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