19. Juli 2014

Wieso sind wir so?

Gestern war's mir mal kurz zu viel. Erst Möhringen, dann Degerloch, dann runter Stuttgart Nord, dann Europaviertel, dann Richtung Süden. Genial fürs Fahrrad, wenn man die Termine eng getaktet hat. 

Doch am Abend n der Lautenschlager war es mir plötzlich zu viel; zu viel Chaos, zu viel wilde Radler, zu viele Autos, die auf den Radwegen parken. Zu viele Fußgänger auf dem Radweg.

Der Radweg am Bahnhof zugeparkt, Fußgänger in Massen auf dem Radstreifen auf dem Überweg am Bahnhof, Autos, die in der Lautenschlager Straße rangieren, eine Radlerin, die mich rechts überholt, während ich einem von links einschwenkenden Auto ausweiche. (Merke: Überholt ein Radler einen anderen, muss er vorher klingeln, sonst ist er am Unfall mitschuld; Post dazu kommt noch.)
Der hat das Einfahrtverbotenschild missachtet
und steht an der Radlerampel 
Radler, die rote Ampeln missachten, über Fußängerampeln und Gehwege ausweichen, die wie die Ameisen durch den Fußgängerabschnitt an der Baustelle Gerber in der Tübinger Straße schwärmen. Autos, die das rote Schild mit dem weißen Querbalken (Einfahrt verboten) missachten und einfach weiter fahren, Autofahrer die vor meiner Nase auf dem Radstreifen parken und mich angrinsen.

Ich hatte auf einmal so die Schnauze voll. Hitzestress auf der Gasse. Aber muss das alles so sein? Schlechte Umleitungen für Radler, Autofahrer, die sich nicht an Regeln halten, Radler, die sich nicht an Regeln halten, Fußgänger, die auf Radwegen flanieren.

Nur Autos auf der Fahrradstraße
Wie sind wir so geworden, wie wir sind: Selbstbewusst (schön) entscheiden wir, ob die allgemeine Regel für uns gilt, jetzt oder generell. Dabei bringen wir andere in Gefahr, zumindest aber behindern wir sie (nicht schön).

Ist es das wert?

Jeder ist in irgendeine Not:
ganz schnell einladen,
ausladen,
nur mal schnell halten,
bin gleich wieder da,
hat leider länger gedauert, ist mir was dazwischen gekommen,
keine Lust bei Rot zu warten,
hier fährt doch eh nie ein Radler,
ich radle doch ganz langsam, wozu einen Umweg radeln?
Hab's eilig!!!

Aber warum eigentlich?

Kommentare:

  1. Zunehmende Dummheit, gepaart mit wachsendem Egoismus und Freude an Rücksichtslosigkeit sehe ich als Ursachen für dieses Verhalten. Es scheint ein latenter Wettbewerb um den nicht offiziell vergebenen Preis für den größten Vollidioten im Gange zu sein.

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    1. Ich weiß nicht, ob es Dummheit ist, oder Egoismus. Vielleicht ist es auch Überforderung und das allgemeine Gefühl, nicht schnell genug zu sein. Und ich hatte halt mal einen schlechten Tag. :-)

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    2. Ich finde das ist zu pauschal und polemisch.

      Das Problem ist einfach Gedankenlosigkeit bei vielen Leuten. Was ich dann ärgerlich finde ist, dass man bei Hinweisen dumm angebäfft wird. Und ich bin wirklich immer freundlich dabei.

      Allerdings habe ich am Sonntag auch wieder genug Radler erlebt die sich wie die "Sau im Walde" benehmen, und auch unsere Kindergruppe (3 Kinder, 7-10) an einer Haltestelle bedrängt haben, obwohl die Anlage geblinkt hat und die Strassenbahn kam. Warum muss man versuchen noch eben so durchzufahren? Dieser ältere Radler hat mich dann noch beschimpft. Und die sind es, die auch Fußgänger drangsalieren und selber von Nötigung reden.

      Also sollte man alle Seiten mal betrachten, und auch die Radler nicht vergessen die den guten Ruf versauen. Sind oft im Schlossgarten unterwegs.

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