5. August 2014

Der Mord-Tunnel vom Veielbrunnenweg

Wer in Cannstatt den Veielbrunnenweg ganz durch fährt, bist dorthin, wo Autos nicht mehr weiterdürfen, hinein in den für Radler freigegebenen Fußweg, der stößt auf eine hundert Jahre alte Tunnelanlage, die von hier unter den Bahnlinien hindurch führt. 

Schaurig bei Nacht, - einst Schauplatz eines Mordes - eng, aber für geübte Radler, die auch einen Anstieg nicht scheuen, eine echte Alternative, zum direkten Weg nach Cannstatt von der König-Karls-Brücke auf dem Gehweg unter der Eisenbahnlinie durch

Man biegt aus Stuttgart kommend gleich nach der König-Karls-Brücke rechts ab, fährt am Wasen entlang (leider auf schmalem Gehweg) und nimmt die nächste Fußgängerampel über die Mercedesstraße hinüber in den Veielbrunnenweg. (Siehe Karte unten)

Der ist zum Großen Teil Einbahnstraße in Gegenrichtung, aber für Radler erlaubt, und an der Querung Daimlerstraße sogar mit Drückerampeln für Radler ausgestattet. Nebenstraßen sind ja die besten Radwege, und wer Richtung Gottlieb-Daimler-Gymnasium zielt oder in die Taubenheimerstraße will, für den ist dieser Weg vermutlich besser als der, den die Hauptroute 1 vorschlägt. 

Und außerdem ist dieser Tunnel sehenswert. Er winkelt sich schaurig schön unter den Schienen durch, teils als Sträßchen, dann aber als Fußweg, der zur Deckerstraße hinauf ziemlich eng und steil hochgeht. Man kommt auf dem für Radler freigegeben Gehweg auf die Deckerstraße hoch. 

Und in umgekehrter Richtung sieht der Einstieg so aus. Etwa auf Höhe der Marienbacher Straße geht es hier links von der Deckerstraße runter in das Tunnelgewinkel.  Und zwar ziemlich steil und mit einer scharfen nicht einsehbaren Kurve unten. Also Vorsicht! 

Anwohner erzählen mir, dass die Unterführung Deckerstraße, wie der Tunnel im Polizeideutsch heißt, abends bei Exhibitionisten beliebt sei. (Also für Frauen besser nur tagsüber zu befahren). 

Außerdem hat es hier vor gut 30 Jahren einmal einen Mord gegeben. Kinder fanden morgens auf dem Schulweg eine Leiche. Die Hand der toten Frau hing in diesem Lichtschacht da vorn herunter. Die Kinder rannten schreiend nach Hause, die Eltern alarmierten die Polizei. Die ermittelte, dass die Frau aus einem fahrenden Zug gestoßen worden war. Seitdem verschließen Gitter die Durchblicke zu den Schienen. 









1 Kommentar:

  1. Hab die Strecke mal ausprobiert am Freitag Abend. Sogleich sind mir 2 Fahrradfahrer entgegen gekommen. Ich denke den Weg öfter zu nutzen, aber für Liegerad / Tandem sicherlich zu eng.

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