23. August 2014

Linksabbiegen

Das ist keine Lapalie. Denn die Frage ist: Wo fährt ein Radler, der auf der Straße nach links abbiegen will? Die Polizei Hamburg bringt das den Kinder so bei:

Nach hinten gucken. Wenn kein Auto kommt, Handzeichen geben. Kommt aber ein Auto von vorn, dann bleibt man als Radler am rechten Bordstein stehen und wartet, bis es durch ist. Entscheidend dabei, der Radler bleibt immer am rechten Fahrbahnrand, auch wenn er nach links in eine Straße will.

Das Foto zeigt eine indirekte Links-Abbiegelösung in Konstanz, ebenfalls im Fußgängermodus.


Für Kinder vermutlich das Sicherste. Aber es bedeutet, dass der Radler immer wie ein Fußgänger, der von einer zur anderen Straßenseite will, zwei Autofahrbahnen überquert. (Ein Autofahrer muss dagegen nur den Gegenverkehr abwarten.)

Der Radler ist aber kein Fußgänger. Deshalb machen das erfahrene Radler nicht so. Sie ordnen sich in der Regel auf der Spur ihrer Fahrrichtung links ein, sodass die Autos sich hinter ihnen halten müssen, wenn sie nicht rechts vorbeikommen. Das ist nämlich noch sicherer. Denn einen Radler vor sich, den sieht der Autofahrer, einen Radler neben sich, den sieht er nicht.

Aus der Hackstraße in die Neckarstraße gibt eine der wenigen direkten Linksabbiegespuren für Radler. Sie bleiben rechts neben den links abbiegenden Autos. Die Rechtsabbiegerspur liegt rechts neben ihnen. Eine sehr gute Lösung.

Ja, es gibt für Radler ein Rechtsfahrgebot. Aber bei mehrspurigen Fahrbahnen mit Linksabbiegespur ist das bereits obsolet. Radler müssen sich dann auf der linken Spur einordnen (wenn die sich nicht in einen Fußgänger verwandeln und die Sttraße per Fußgängerampel überqueren wollen.)

Die indirekten Linksabbiegespuren, die vermehrt um sich greifen, tun auch wieder so, als könne ein Radler nicht auf der Fahrbahn mit den Autos links abbiegen. Er muss sich dann an der Ampel der Querstraße erneut aufstellen und auf grün warten, wie ein Fußgänger oder wie das Kind, das rechts am Bordstein stehen bleiben soll, bis beide Fahrspuren frei sind. Das entspricht nicht mehr einer modernen Fahrweise. Es fordert Radler auf, sich wie Fußgänger zu verhalten, nur diesmal auf einer kleinen Radspur mit Raderampel.  (So als dürften sie nicht wie der Erwachsenen auf der großen Straße mit fahren.)

Allerdings sollten Radler die Linkskurven auch nicht schneiden, oder linksseitig angehen. (Foto links) Das ist saugefährlich. Für Autofahrer sind Radfaher oft erst im letzten Moment erkennbar, und dann liegt man womöglich schon auf dem Kühler.

Kommentare:

  1. Guter Artikel! Unsere Kinder lernen auch gerade das Radfahren. Schwierig ist es auch die richtige Fahrradbekleidung zu finden, denn Kinder wachsen ja so schnell. Lg

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    1. Vielen Dank für den Zuspruch. Aber Sie wollten vermutlich damit auch gern ein bisschen Werbung für die Fahrradbekleidung machen. Ich werde demnächst mal ausführlich darüber schreiben.

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  2. Michael Paulmann23. August 2014 um 22:57

    Also ich habs noch richtig gelernt im Fahrradunterricht meiner Schule, das ist ewig her aber anscheinend hats die Polizei nicht mehr so mit der Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer

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  3. Christine, Sie sprechen mir aus der Seele.

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