15. August 2014

Parkplatz Radweg

Es gab einst in München den Mann, der über Autos spazierte, die ihm auf dem Gehweg im Weg standen. Der Hintergrund war ein sehr ernster. Es hatte einen Unfall gegeben, bei dem ein Kleinkind starb.

Eine Radlerin mit Kind im Kindersitz auf dem Gepäckträger, war an einem auf dem Radweg abgestellten Auto straßenseitig vorbei gefahren. Der Autofahrer stieß seine Tür auf und erwischte das Fahrrad noch hinten. Die Frau stürzte, das Kind wurde von einem Auto überfahren und starb.

Jeder Autofahrer, der auf einer Radspur hält oder sein Fahrzeug nur mal für zehn Minuten abstellt, gefährdet unter Umständen Radfahrer, die ihre Sicherheitsspur verlassen und dem nachfolgenden Verkehr vor den Kühler fahren müssen. Besonders gefährlich wird es, wenn er die Tür öffnet, ohne nach hinten zu schauen. Und das passiert erstaunlich oft.

Klar, wenn sich am Straßenrand keine Radspur oder kein Sicherheitsstreifen befände und ein Auto dort hielte, müssten Radler auch vorbei.

Aber ich behaupte, die meisten Autofahrer/innen würden ihr Auto (wie hier in der Wilhelmstraße vor dem Rewe) eben nicht mal schnell auf einer abstellen, um in den Laden zu springen, wenn es diese Radspur nicht gäbe. Sie stünden dann nämlich auf der Fahrbahn für Autos. Und da hätten sie Hemmungen.

Leider benutzen in Stuttgart (und sicherlich auch anderswo) doch ziemlich viele Autofahrer/innen eine Radspur und ausgewiesene Radweg als Abstellplätze für ihre Autos.

So wie diese Autofahrerin hier, die auf dem Radweg auf der Holzstraße beim Breuninger steht. Sie sitzt zwar im Fahrzeug und wartet offenbar auf jemanden, aber auf Radwegen ist auch das Halten verboten. (Übrigens eine Französin, die ganz erstaunt scheint, als ich sie anspreche.) Sie hätte eigentlich genauso gut auf der wenig befahrenen zweispurigen Holzstraße stehen können. Das hat sie sich aber offenbar nicht getraut, weil sie dann Autos blockiert hätte. Tja, blockiert euch doch mal selbst, liebe Autofahrer/innen, nicht immer uns und die Fußgänger.

Das Schlimme ist: Fängt einer an, sich auf einen Fußweg oder Radweg zu stellen, so folgen ihm ganz schnell viele andere nach. Und dann wird's da halt für Fußgänger und Radler sehr eng.

Leider hat das Gehwegparken auch in der Urbanstraße um sich gegriffen. Die Urbanstraße ist eine wichtig Radroute zwischen Charlottenplatz und Neckarstraße. Radler dürfen hier gegen die Einbahnstraße bis zum Kerner Platz vorradeln. Auf der einen Seite parken Fahrzeuge senkrecht zur Fahrbahn. Als dort gebaut wurde, haben Autofahrer angefangen, auf dem aus ihrer Sicht linken Gehweg zu parken.

Nun ist es bei der Unsitte geblieben, obgleich auf dieser Straßenseite aus gutem Grund Parkverbot herrscht. Die Fahrbahn ist jetzt für Radler und ihnen entgegenkommende Autos sehr eng geworden. Und nicht ungefährlich.

Denn Autofahrer mögen es nicht, wenn ihnen Radler (erlaubterweise) in Einbahnstraßen entgegenkommen, sie machen nur ungern ein bisschen Platz. Zwar steht im Kerner Platz fast immer eine Polizeistreife, um dass türkische Konsulat zu bewachen, aber um die Falschparker kümmert sie sich natürlich nicht, und es bekümmert auch die Falschparker nicht. Ein Gendlemen-Agreement zwischen Polizei und Falschparkern. 

1 Kommentar:

  1. Regel 1: der Verkehr soll nicht behindert werden (§ 1 StVO).
    Regel 2: Verkehr sind nur die motorisierten Teilnehmer (Volksweisheit).
    Folge : man soll soweit möglich auf Radwegen oder Gehwegen parken.

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