9. September 2014

Kwiggle - das ultimative Taschenfahrrad

Klapp- oder Falträder gibt es viele. Auch E-Bikes kann man schon zum Zusammenfalten kaufen. Ich kenne Leute, die fahren immer mit solchen Rädern, aber im Grunde sind sie ideal nur für Leute, die viel mit Zug oder Bahn (oder Auto) unterwegs sind und einen Teil der Strecke mit dem Rad zurücklegen wollen. 

Manche haben Rollen am Gepäckträger, damit man sie wie einen Trolley hinter sich herziehen kann. Sie sind immer so groß der sperrig wie ihre Reifen, weshalb die meisten kleine Räder haben. Je kleiner das Rad, desto mehr Schwierigkeiten machen Bordsteine und Schlaglöcher. Man will ja nicht mit dem Vorderrädchen in ein Schlagloch fahren und dann einen Salto machen.

Auf der Eurobike 2014 habe ich einige Klappräder gesehen. Das Verblüffendste war das Kwiggle.


Zunächst, weil es sich so winzig zusammenfalten lässt und leicht ist. (Das kann man vermutlich im Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen.) Klar, die Räder sind etwas klein (Schlagloch-Salto-Gefahr), und das Ausstellungsstück war noch nicht so bereift, wie es bei der Marktreife sein wird. Dann sollen die Räder etwas größer sein.

Dies ist ein Rad für Öffentlichen-Verkehr-Fahrer (oder solche, die entfernt vom Zielort parken), die dann noch ein bis drei Kilometer zurücklegen müssen und keine Lust auf Tretroller oder laufen haben. Die Technik ist ziemlich innovativ und interessant.


Man sitzt aufrecht und streckt sich beim Treten. Deshalb ist der Sattel beweglich angebracht. Er schwingt nach links, wenn man mir rechts nach unten tritt, und nach rechts, wenn man mit links tritt. Man sitzt also abwechselnd auf der linken, dann auf der rechten Pobacke. (Auf dem Foto sieht man, dass von vorn aufs Fahrrad geschaut, der Sattel hin- und her schwingt.)



Eine Gangschaltung hat das Teil nicht, aber die Hannoveraner Erfinder (sie haben drei Patente rund um dieses Rad angemeldet) wollen das noch so hinkriegen, dass man zwischen zwei oder drei Gängen wählen kann. Momentan sieht der Antrieb so aus (platzsparend).

Bei der Eurobike im kommenden Jahr wollen sie das Gerät marktreif haben. Es wird vermutlich ungefähr tausend Euro kosten. Ich hoffe, dass es dann im Raum Stuttgart einen Laden gibt, wo ich das Kwiggle mal testfahren kann. Es ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber spannend.


Und weil mich ein Kommentator darauf hingewiesen hat, hier auch der Hinweis: Es gibt bereits solche faltbaren Taschenfahrräder, zum Beispiel das Micro Pedalflow, das gar keinen Sitz hat, dafür aber schon Luftreifen. Oder das Folding Bike. Wer sich für so was interessiert, kann im Netz unter den Kategorien Mini-Klapprad, Micro-Klapped etc suchen und findet zahlreiche Kuriositäten.

Kommentare:

  1. Ganz neu sind die Ideen, die hinter dem Kwiggle stehen nicht. Es gibt auch bereits andere und tatsächlich erhältliche Micro-Falter auf dem Markt..

    Etwa das "micro pedalflow". Es hat bereits deutlich größere, luftgefüllte Reifen und verzichtet auf den Sitz, der ja eh kein echter Sitz, sondern nur eine Art Rückhalt ist, gleich ganz. Da wird dann nur fix die Lenkstange heruntergeklappt und fertig.

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  2. Danke für den Hinweis. Ich habe es in den Post eingearbeitet. Allerdings muss ich zugeben, dass mir dass Kwiggle schon ziemlich durchdacht vorkommt, gerade, weil es einen Sitz hat. Da kann man an der Ampel auch mal sitzend warten und steht nicht die ganze Zeit. Aber es käme halt, wie schon gesagt, auf eine Testfahrt an.

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  3. Das Kwiggle steht nun als Serienreifer Typ auf der Eurobike. Es gab noch erhebliche Änderungen zugunsten der Stabilität und des Fahrgefühls. Es fährt sich total klasse! Allerdings auch ganz anders als normale Fahrräder, das macht es so einzigartig! Ich habe den YouTube Link eingebunden, da könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen!

    https://www.youtube.com/watch?v=6My3Xd40YI4

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    1. Stimmt, ich habe es auf der Eurobike gesehen und mich darüber gefreut. Morgen erscheint ein Post zu Klapprädern, in dem ich auch das Kwiggle noch einmal würdige.

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