11. September 2014

Wohin mit dem Rad?

Warum gibt es hier im Bohnenviertel eigentlich keine Radständer? Weil Leute, die hier essen gehen, nie mit dem Fahrrad kommen?

Zwei Räder sind immerhin da, und beide sind an Schildermasten geschlossen. Dabei wäre hier genug Platz für einen Radparkplatz mit Radbügeln.

Freizeitbereiche sind seltsamerweise oft sparsam mit Radparkplätzen.



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Oder sie haben, wie hier das Kino in der Rosensteinstraße, Radständer, die völlig sinnlos sind, weil man nur dass Vorderrad reinklemmen und auch nur das Vorderrad anschließen kann. Das restliche Rad kann dann noch einer klauen, dem es gefällt.


An der Wilhelma gibt es übrigens am Haupteingang ganze sechs Radbügel. Mehr nicht.



Zum Glück bietet die Stadt eher zufällig für Menschen, die mit dem Rad in die Innenstadt (hier Bolzstraße) fahren und es - o Wunder! - mal abstellen und gegen Diebstahl sichern wollen, die Baumbegrenzungen. Sie werden auch rege genutzt. Sieht nicht schön aus, vor allem, wenn Räder dort länger stehen und misshandelt werden.

Platz für Radbügel hätte es hier auch. Aber die fehlen.

Die gibt es auch am Kino am Bollwerk (Fritz-Elsas-Straße), obgleich es auch Radständer gibt, allerdings etwas weiter hinten. 

Vielleicht benutzen Radler, die ins Kino wollen, diese Ständer nicht so gern, weil sie doch ziemlich ungepflegt aussehen. So als würde da nie jemand hinschauen (außer Leuten, die Räder klauen). Und es sind echte Felgenbieger.
Der SWR hat übrigens Radabstellplätze für seine Mitarbeiter/innen. Da kommt man nur Ausweis rein. Besuch scheint nie mit dem Fahrrad zu kommen, denn für Besuch gibt es keine Radbügel außerhalb der geschlossenen Bereiche. Einen Besucherparkplatz gibt es natürlich. Dieses Fahrrad ist also gegenüber vom Haupteingang an einem Masten angekettet worden.

Im Kulturwerk Ost können zwar Veranstaltungen, beispielsweise der Grünen stattfinden, aber Radparkplätze gibt es überhaupt keine. Manchmal erobern sich Räder einen Parkplatz im Innenhof, so wie hier. Sind die belegt, schiebt man sie halt irgendwohin. Etwas um Räder diebstahlsicher anzuschließen, gibt es hier nicht. Das ist doch ziemlich eigenartig.




Sehr schön hier in Sillenbuch. Ein überdachter Radabstellplatz für alle, die mit der Stadtbahn weiterfahren wollen. Die Bügel stehen auch weit genug auseinander, sodass wirklich zwei Räder dazwischen passen.


Manche Leute können sich kein Rad anschaffen, schon gar kein Pedelec, weil sie es nicht in den Keller tragen können, weil es keinen Keller gibt, weil das Haus keine Abstellplätze für Räder hat und so weiter. Manche kaufen sich trotzem ein Rad und schließen es an Laternenmasten an.

Das ist nicht schön, auch hier an der Ecke Filder/Lehenstraße nicht, auch nicht fürs Fahrrad, das so exponiert steht, dass es entweder von einbiegenden Autos gestreift oder von Fußgängern umgeworfen wird. Aber wo soll der Radbesitzer mit dem Teil hin? In der Lehen- und in der Liststraße gibt es keine Radbügel.

Hier (Liststaße(Lehenstraße) gibt es allerdings wieder diese Baumbeet-Begrenzungen. Leider zu niedrig, um ein Rad anzuschließen. Die Lösung, die diese drei hier gefunden haben, ist auch nicht gut. Denn Räder sollen nicht innerhalb von Baumbeeten abgestellt werden.

Aber Räder müssen nun mal irgendwo festgebunden werden, am besten mit einer wirklich guten Kette oder einem Bügel, damit sie nicht geklaut werden. Deshalb brauchen Räder Stangen oder eben Eisenbügel.

Und viel Platz brauchen sie nicht. Kein Vergleich mit dem Platz, den Autos in der Öffentlichkeit brauchen und für sich in Anspruch nehmen.

Es muss mehr Radbügel an den Ecken in Wohngebieten geben. Am besten überdacht. Und vielleicht auch mal echte mietbare Radkontainer, in denen man sein Rad komplett einschließen kann.

Kommentare:

  1. Immer wenn die Stadt ankündigt, ihren Schilderwald zu entrümpeln, werden damit zugleich auch die Abstellmöglichkeiten für Radfahrer reduziert. ;-)

    Warum bekommen eigentlich Parkhäuser nicht die Auflage, eine Mindestzahl an tauglichen Radstellplätzen einzurichten? Zumal die Erlöse des Anwohnerparkens ja angeblich auch dazu verwendet werden, Parkhäuser und Tiefgaragen zu fördern.

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  2. Mietbare Radboxen können das Problem nicht lösen. Solange Autos kostenfrei auf der Straße parken, wäre es ein verfehltes Signal, Fahrräder an bestimmte Orte zu verbannen, dass nicht mehr in Richtung nachhaltige urbane Mobilität weist.
    Gleichzeitig wird im Artikel ein Ästhetikempfinden präsentiert, dass suggeriert, Fahrräder, die nicht an dafür vorgesehenen Plätzen abgestellt werden, stören das Stadtbild. Das zeugt eher von einer übertriebenen Ordnungslieber als von einem offenen und gemeinsam gestalteten städtischen Raum. Ein Fahrrad an einer Hauswand muss keinesfalls häßlich sein, sondern kann auch Freude darüber auslösen, dass jemand damit fährt. Warum sollten Verkehrsschilder eigentlich keine Fahrradständer sein? Ob das Rad da sicher genug steht, liegt letztlich im Ermessen der Person, die es abgestellt hat.
    Eine diesbezüglich differenziertere Darstellung wäre wünschenswert. Ansonsten beschreibt der Artikel einen wichtigen Punkt städtischer Verkehrsplanung, der nur allzu oft vergessen wird: Fahrräder werden längst auf allen Ebenen als Verkehrsmittel anerkannt.

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    1. Okay, Kettel_links. Stimmt. Ich habe hier die Perspektive der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger referiert, ohne deutlich zu machen, dass ich mich über Fahrräder freue. Allerdings tun mir manche Räder leid, die an den Masten übel misshandelt werden. Und was die Mietboxen betrifft, denke ich an Wohngegenden, wo die Leute sich keine Räder anschaffen, weil sie sie nicht in den Keller getragen kriegen, zum Beispiel Pedelecs. Weil die so teuer sind, habe manche - oft auch übermäßige - Sorge, dass denen was passiert, wenn sie auf der Straße angekettet sind. Übrigens ist das mit dem Anbinden an Verkehrschildern an der Bordsteinkante manchmal etwas schwierig, wenn man dabei beispielsweise die Beifahrertür eines geparkten Autos blockiert. Radbügel finde ich einfacher.

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