17. Oktober 2014

Lebensgefährliche Rad- und Fußgängerampel

Diese Ampel steht am Marienplatz. Die Furt verbindet den neuen Rewe mit dem Marienplatz. Radfahrer werden mit den städtischen Wegweisen ausgerechnet zu dieser Ampel gewiesen. 

Sie sollen hier gemischt mit Fußgängern die Hauptstätter Straße überqueren, obgleich die Furt sehr schmal und der Zugang vom Marienplatz her eng, winklig und unpraktikabel ist.

Sie gehört für Fußgänger und Radler zu den gefährlichsten Ampeln Stuttgarts. Hier wurde vor eineigen Tagen ein Kind angefahren und schwer verletzt. Der 10-jährige Junge hat an dieser Ampel gewartet.

Man sieht, dass die hintere Ampel zuerst Grün wird. Der Ampelmast mit dem Rot-Licht steht links außerhalb der Sichtlinie. Wer wie gebannt rüber guck, weil er los will, über sieht, dass die eigene Seite noch Rot hat, während drüben die Leute schon losgehen.

Genau das ist dem Jungen an einem Dienstag gegen Mittag passiert. Auch ich wäre einmal schon fast wie er auf der Fahrbahn gewesen, als ich mit meinem Rad hier stand und die hintere Ampel grün wurde. Mich hat nur ein Riesenlaster gerettet, der vor meiner Nase vorbei donnerte.

Das Grün in natürlicher Sichtrichtung zur Gegenseite ist so suggestiv, dass man das Rot weiter links plötzlich nicht mehr sieht. Der Junge lief los. Und er hatte noch Glück, dass er dem Auto, das kam, nicht vor den Kühler lief, sondern gegen den rechten Kotflügel. Allerdings hat er sich beim Sturz doch schwer verletzt.Hier müssen die Ampeln gleichzeitig grün werden, damit so was nicht noch mal passiert. Warum ist das noch nicht geändert?


Nachtrag, Dez. 2014: Die Ampelschaltung wurde inzwischen geändert. Jetzt werden beide Ampeln gleichzeitig grün.

Kommentare:

  1. „Das Grün in natürlicher Sichtrichtung zur Gegenseite ist so suggestiv,
    dass man das Rot weiter links plötzlich nicht mehr sieht.“

    Ja, das ist mir selbst beim Betrachten des
    Fotos
    so gegangen.

    Wenn ich mir nun vorstelle, da als 10jähriger, also mit noch relativ
    kleiner Körpergröße, da zu stehen, dann ist klar: Die richtige
    Fußgängerampel ist – wenn man nicht gerade so weit links wie die Fotografin
    steht – vor dem freien Himmel (zur Mittagszeit dürfte auch noch
    die Sonne in der Nähe gestanden haben) und daher für mich als Fußgänger
    praktisch nicht zu sehen, weil mich das Licht blendet. Man bedenke:
    Fußgänger und Radfahrer haben im Gegensatz zu Autofahrern kein Dach über
    dem Kopf, unter dem sie sich vor der Sonne verstecken könnten.

    „Hier müssen die Ampeln gleichzeitig grün werden, damit so was nicht noch
    mal passiert. Warum ist das noch nicht geändert?“

    Blos nicht! Denn das bedeutet: Die dem Marienplatz nahe Seite der Furt
    bekäme unnötig später grün, als verkehrstechnisch nötig. Dass statt dessen
    die Grünzeit der anderen Hälfte früher begönne, das ist ausgeschlossen!

    Das hätte zur Folge, dass die Oma, die, vom Marienplatz kommend, zum Rewe
    will, dann einen vollen Umlauf der Ampelanlage extra auf der Mittelinsel
    warten müsste, weil sie es mit ihrem Rollator in der Grünzeit nur bis zur
    Mittelinsel schaffte.

    Zu tun wäre etwas anderes:

    Die Ampel auf der Mittelinsel muss auf die rechte Seite, oder wenigstens in
    die Mitte (damit sie noch für die Gegenrichtung taugt), umgesetzt werden,
    und sie muss tiefer gehängt werden. Sie hängt für Fußgänger unnötig hoch
    (Blendungsgefahr, s. o.): Ampeln für den Kraftverkehr müssen hoch hängen,
    weil sie sonst von jedem größeren Fahrzeug verdeckt werden, aber
    Fußgängerampeln?

    Manchmal frage ich mich, ob die Verkehrsfachleute nur gedankenlos sind,
    oder ob sie gar die Fußgänger verachten: Die Fußgängerampel muss die
    Fußgänger von oben herab anschauen, damit sie von ihr recht eingeschüchtert
    werden, blickt doch aus ihr das Auge des Gesetzes. Ja, ich weiß, das ist
    polemisch. Das Bauchgefühl spricht hier aber eine deutliche Sprache.

    Helmut Waitzmann

    E‐Mail‐Adresse:

    JJJJMMTT.throttle@xoxy.net

    (für JJJJ, MM und TT das Jahr, den Monat und den Tag des Versendedatums
    einsetzen.)

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    1. Ich sehe das auch so: Wenn man die Ampelschaltung nicht verändern will, dann muss man den Ampelmast nach rechts versetzen, sodass er in Blickrichtung hinüber steht. Das ist das Mindestes. Und natürlich müssen beide Ampeln so lange Grün sein, dass es eine gehbehinderte Person auch schafft. Das ist aber an dieser Ampel nicht das Problem.

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