29. November 2014

Birkachs kurioser Irrweg

Radwege und Radspuren sind ja leider oft willkommene, wenn auch illegale Parkplätze. Birkach hat das kapiert. Hier befinden sich Parkplätze gleich mitten in der Radroute, ganz legal.

Man hat sich immerhin die Mühe gemacht, im Verlauf der Birkheckenstraße einen Radweg-Durchbruch durch den Grünstreifen zu legen. Toll. Sehr schön. Wirklich gut!

Offenbar war es aber nicht möglich, die beiden Parkplätze aufzugeben, die genau in der Linie liegen, die der Radler fährt.

Der wird also wird kurzerhand auf einem Schnlenker über den Gehweg geschickt, den man - arme Fußgänger - dafür auf ein paar Metern freigegeben hat.

Autofahrer benutzen den Parkplatz auch gern zum Aus- und Einladen, wie man sieht, stromern blicklos hin und her und legen ihre Sachen auf der Radroute ab.

So richtig mordsmäßig stolz muss Stuttgart auf diesen Durchbruch nicht sein, obwohl er bei einem Radforum im vergangenen Jahr als gute Lösung präsentiert wurde.

Er ist so halt doch nur "immer noch besser als gar nichts", mehr aber auch nicht.

Ich habe den Eindruck, Stuttgart wagt Radspuren nur dort, wo sie dem Autoverkehr nicht in die Quere kommen, auch nicht dem ruhenden.

Und wenn ich mir die Reaktionen auf meiner Facebook-Seite auf solche Beiträge anschaue, dann spüre ich eine zunehmende Feindseligkeit gegen mich und uns als Radfahrer.

Dabei ist so eine Feindschaft gar nicht nötig. Viele Radler entlasten den Autoverkehr in Stuttgart, der andernfalls bald völlig zum Erliegen käme. Eine gute Radpolitik, die viele ermuntert, aufs Rad umzusteigen, nützt allen Autofahrern, die aufs Auto angewiesen sind oder es unbedingt benutzen wollen.

Bilder und Karte von Blogleser Alban Manz

Kommentare:

  1. Liebe Christine
    Ich fahre im Jahr so zwischen 9.000 und 13.000km. Was ich da alles erlebe ist teilweise echt kriminell. Zugeparkte Radwege sind da das geringste Übel. Und diese beiden Beispiele sind nicht nennenswert. Da suchst du das Haar in der Suppe. Man kommt problemlos an beiden Auto’s und Hindernissen vorbei. Stuttgart ist kein einfaches Pflaster für Radfahrer und Autofahrer. Und Parkraum ist fast überall knapp. Dort einen Parkplatz abzuschaffen finde ich übertrieben. Ich kurzer Schlenker und ich bin da dran vorbei. Toleranz ist da angesagt. Wenn du so pingelich reagierst darfst du dich nicht wundern wenn die Feindseligkeit gegen uns Radfahrer immer mehr zunimmt.
    Deinen Blog finde ich gut. Berechtigte Kritik ist notwendig. Aber bitte sei toleranter. Auch die Autofahrer haben es in der Staustadt Nr.1 nicht einfach. Nicht jeder kann aufs Rad umsteigen und um den Verkehr zu entlasten.
    Gruß Thomas

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    1. Okay, lieber Thomas. Ich werde meine Haltung überprüfen. Dieser Hinweis kam übrigens von einem Vielradler. Wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre so anschaue, habe ich auch den Eindruck, dass es nicht ganz egal ist, ob Autos auf Radstrecken und Radstreifen parken. Denn fängt einer an, machen es alle nach. Die Situation für Radler hat sich in Stuttgart schon verändert, sie werden deutlich mehr von Autos beiseite gedrängt als vor zehn Jahren, als noch deutlich weniger Radler unterwegs waren. Wir sind, habe ich den Eindruck, an dem Punkt, wo sich entscheidet, ob Radler für sich mehr Raum erkämpfen können, oder ob sie in Stuttgart "Kampfradler" bleiben, die sich ihre Wege schlängelnd suchen und dabei auch Regeln verletzen (müssen). Deshalb schreibe ich immer wieder über die Eroberung der Radwege und Radspuren durch Autos oder über halbherzige Maßnahmen für Radfahrer wie diese. Aber ich werde das jetzt jedes Mal überprüfen. Danke, Thomas

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    2. Hier noch ein Vielradler, der diesen Beitrag von dir ganz und gar nicht übertrieben findet. Natürlich kann ich da dran vorbeifahren, das ist einmal nicht nervend und das ist zweimal nicht nervend, aber irgendwann summiert es sich, da solche Stellen ja überall vorkommen.
      Es ist einfach ein Beispiel für ein vollkommen autozentriertes Weltbild, indem alles andere erstmal frühestens auf Platz 2 der Prioritätenliste kommt.
      Von daher halte ich es wichtig genau auf solche Dinge aufmerksam zu machen, denn solange noch so gedacht wird, passieren auch die wirklich kriminellen Dinge.
      Abgesehen davon halte ich es für recht arrogant zu behaupten zugeparkte Radwege wären das geringste Übel. Da spricht der Vielradfahrer, der auch kein Problem damit hat auf die Fahrbahn auszuweichen, das ist aber eben nicht die Mehrheit der Radfahrer.

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    3. Lieber Rantanplan. Also Arrogant würde ich mich nicht bezeichnen. Eher schon deine Antwort als unverschämt. Ich persönlich sehe eben in der Art wie die Fahrzeuge da stehen kein Problem und kein Hindernis. Evtl solltest du lernen dein Fahrrad besser zu beherrschen dann kommst du auch dran vorbei. Ich bin auch Vielfahrer in Stuttgart und Sindelfingen. Unzählige Male muss ich irgendwo drum rum fahren. Augen zu machen und verdrängen ist bestimmt nicht die richte Lösung. Aber diese beiden Beispiele sind kaum nennenswert und verlängern meine Fahrzeit nur um den Bruchteil einer Sekunde. Und genau deine Arroganz und Intoleranz macht uns bei den Autofahrern so unbeliebt. Versuchs mal mit lächeln. Das hilft.

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    4. Lieber anonym,
      vielleicht hätte es geholfen, wenn du mehr als das Wort Arroganz aus meinem Beitrag herausgelesen hättest. Dann hättest du vielleicht verstanden was ich dir sagen wollte und hättest vor allem auch den Satz "natürlich kann ich da dran vorbeifahren" gelesen und müsstest mir jetzt nicht vorwerfen ich würde mein Fahrrad nicht beherrschen.
      Da du aber offensichtlich nicht willens oder in der Lage bist meinen Text sinnerfassend zu lesen, ist die Diskussion mit dir wohl eher nicht sinnvoll.

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    5. Lieber Anonym,
      ist es auch für ein Fahrrad mit Anhänger, ein Lastenrad oder ein Fahrrad mit dick beladenen seitlichen Gepäcktaschen problemlos möglich, an dem Auto und Hindernissen an der besagten Stelle vorbeizukommen? Einen Platz für verschiedene sich ausschließende Zwecke (Parkplatz und Radweg) doppelt zu vergeben ist sehr undurchdacht. Ich baue auch keine Modellbahnanlage auf einer Hauptverkehrsstraße auf, auch dann nicht, wenn die Kraftfahrzeuge noch problemlos vorbeikommen würden. ;-)

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    6. Lieber Anonym
      Klar,die Lösung ohne die Parkplätze zu entfernen ist eher suboptimal. Und ich bin mir sicher dass sich das von den Stadtplanern keiner so richtig angeschaut hat. Ich wollte eigentlich nur damit sagen dass wir Radfahrer sowieso immer in der Schusslinie stehen. Hier den Autofahrern auch noch den Parkraum wegzunehmen schürt das Feuer nur noch mehr an. Mir wäre es auch lieber mit 30-40 km/h durch die Gasse zu fegen. Aber Aus Gründen der Toleranz hebe ich mir das Pulver für die extrem gefährlichen Verfehlungen auf. Zudem verlangen wir von einer Grün-Roten Regierung das zu Verbessern was eine Schwarz bzw Schwar-Gelbe Regierung über Jahre hinweg vergeigt hat. Das dauert einfach ein Gewisse zeit......Also Geduld ist angesagt.

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  2. Lieber Rantanplan
    Bestimmt bist Lehrer, vmtl Oberlehrer.............Denn so sprechen die mit kleinen Kinder...Also lächeln. Denn wer weis was er will und genau sagt was er will der wird auch verstanden......

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