20. November 2014

Pedelecs haben nicht mehr Unfälle als andere Räder

Das ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität Chemnitz und der Unfallforschung der Versicherer. Auf der Internetseite der UDV heißt es: 

"Der Vergleich von Fahrräder und Elektrofahrrädern zeigte, dass Elektrofahrräder per se keinem erhöhten oder anders gelagertem Sicherheitsrisiko als Fahrräder unterliegen. Die potenziell höheren Geschwindigkeiten werden vor allem von S-Pedelec-Fahrern realisiert, während für Pedelec-Fahrer der erhöhte Komfort im Mittelpunkt steht."

Auch wenn Pedelec-Fahrer im Durchschnitt etwas schneller fahren, kommen sie nicht öfter in kritische Situationen. Alle Rad-Typen unterliegen dem gleichen Risiko. Und das ist am höchsten, wenn ein Radler geradeaus will und ein Autofahrer ein- oder abbiegt. Die meisten Konflikte ereignen sich der Untersuchung zufolge mit Autos, die abbiegen, wenden, queren und ausparken und dabei die Vorfahrt des Radlers missachten. 
Für die Studie wurden für vier Wochen Sensoren und Kameras an insgesamt 90 Rädern angebracht. Ein Drittel davon waren Normalradfahrer, knapp 50 fuhren ein Pedelec und 10 ein schnelles S-Pedelec, mit dem man nur auf Fahrbahnen fahren darf. In der Studie stellte sich aber heraus, dass viele S-Pedelec-Fahrer das nicht wissen. Hier tut Aufklärung Not. 
Außerdem erfordert nach Ansicht der UDV der zunehmende Pedelec-Verkehr breitere Radspuren und Radführungen, damit Radfahrer einander überholen können. 

Kommentare:

  1. Ein erfreuliches Ergebnis.

    Denn es gab in der Vergangenheit auch schon anders lautende Schlagzeilen zur angeblichen besonderen Gefährlichkeit bzw. Gefährdung mit Pedelecs. Zu Zeiten übrigens, in denen noch gar keine entsprechenden Daten erhoben worden waren, bei Fahrradunfällen also noch gar nicht zwischen Normalrädern und Pedelecs unterschieden wurde. Lediglich in Bayern gab es anfangs diese Unterscheidung und bereits die dort gewonnenen Daten konnten eine besondere Gefährdung bei Pedelecs gerade nicht belegen.

    Die jetzige Studie bestätigt dies noch mal.

    Gut auch die Beteiligung und insbesondere die Veröffentlichung der jetzigen Studie durch die UDV. Seitens der Versicherer gab es nämlich durchaus Begehrlichkeiten, sich die ca. 1,6 Mio Pedelecs auf deutschen Straßen und Radwegen als Haftpflichversicherte einzuverleiben. Dieser Spuk dürfte nun ein Ende haben.

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    1. Genau. Wenn sogar die Versicherer zu dem Ergebnis kommen, dann ist das belastbar, wie man so schön sagt. Natürlich mahnt die UDV, man müsse das alles noch beobachten. Aber vorerst gibt es keinen Beleg, dass Pedelec-Fahrer wegen ihrer Geschwindigkeit (die nur stellenweise höher ist als die von Normalradfahrern) öfter in kritische Situationen kommen.

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