18. Dezember 2014

Blinker fürs Fahrrad

In der dunklen Jahreszeit sind wir oft mit Beleuchtung unterwegs und müssen mit den Lichtern der Autos konkurrieren.  

Selbst falls wir eine Sicherheitsweste tragen, den ausgestreckten Arm vorm Abbiegen in schwarzer Jacke, sehen andere oft schlecht. Ein Blinker wäre vielleicht nützlich.

Seitdem auch in Deutschland Batterie betriebene Lichter am Rad erlaubt sind, kann man sich diesen Blinker über die Lenkergriffe stülpen. Sie sind in der Schweiz schon unterwegs und kommen auch von dort.

Man muss zwar weiterhin den Arm rausstrecken, bevor man abbiegt, aber dieser Blinker blinkt auch noch während des Abbiegevorgangs. Und zwar ziemlich hell. Der Blinker besteht aus zwei Griffen, die man anstelle der bisher vorhandenen auf den Lenker aufzieht. Die Griffe sind ergonomisch geformt. Am Ende sitzen die Blinker, die man mit einem Druckknopf am Griff in Gang setzt.

Man kann die Leuchten auch dauerhaft als zusätzlichen Aufmerksamkeitsfaktor für die Abmessung des Rads anstellen. Als Blinker funktionieren sie auch dann. Übrigens sollen sie laut Hersteller nicht kaputt gehen, wenn das Rad umfällt und auf den Blinker kracht. Und sie sind gegen Regen geschützt. Und die Batterie reicht für 2.500 Abbiegevorgänge.

Hier ein Video des Herstellers

Kommentare:

  1. Ich habe die BlinkerGrips seit etwa einem Jahr. Sie sind allerdings nicht am Fahrrad, sondern am ebike (eine Art Elektromofa) montiert.

    Die Montage ist, sofern der Lenkerdurchmesser passt und genug Platz an den Enden hat, wirklich kinderleicht. Notfalls hilft, wie bei der Nachrüstung von anderen Handgriffen auch, Haarspray als Montagemittel.

    Bei Dunkelheit und womöglich noch Nieselregen, erhöht sich die Sichtbarkeit enorm, das schützt einen selbst und macht es auch den übrigen Verkehrsteilnehmern leichter, einen selbst zu erkennen. Als Blink- und Abbiegehilfe zeigen sie insbesondere dem Gegenverkehr, warum man als Linksabbieger in der Straßenmitte "blöd herumsteht".

    Eigentlich muss man als Radler Abbiegevorgänge zwar nur "rechtzeitig und deutlich ankündigen", aber es ist sicherlich richtig, dies trotz BlinkerGrips jedenfalls auch weiterhin durch das übliche Handzeichen zu tun.

    Denn wirklich legal sind die nützlichen Teile meines Wissens leider immer noch nicht:

    An Fahrrädern dürfen nur die vorgeschriebenen und die für zulässig erklärten lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein. Fahrtrichtungsanzeiger und auch Seitenpositionslampen bzw. lichttechnische Abstandshalter sind bislang im Katalog nicht dabei.

    http://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__67.html

    Sie haben auch keine K-Prüfziffer.

    Trotzdem dürfte das Risiko, dass ausgerechnet die BlinkerGrips von der Rennleitung beanstandet werden, minimal sein. Bei mir waren sie in zwei eher von Neugier getriebenen Polizeikontrollen jedenfalls kein Thema und kein Problem. Zumal die derzeitigen Beleuchtungsvorschriften für Räder auch nach Abschaffung der Dynamopflicht immer noch kurios, schwer verständlich und teilweise in sich selbst widersprüchlich sind.

    Und sonst? Nach hinten sind sie manchmal nur schwer erkennbar, weil Hand bzw. Ellbogen sie verdecken können. Auch deswegen gilt, trotzdem Handzeichen geben. Mitunter ist auch die Bedienung knifflig, da der Druckpunkt des Schalters, etwa mit Handschuhen, nur schwer zu ertasten ist.

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    1. Danke für den erhellenden Kommentar. Ich habe die Blinker nämlich selbst noch nicht, suche aber schon länger nach Blinkern, und die hier scheinen mir bisher die besten zu sein. Tatsächlich machen sie das Handzeichen nicht überflüssig. Aber bergab und bremsend kann man das Handzeichen vor dem Abbiegen oft nur kurz geben. Der Radler muss ja den Arm nicht während des ganzen Abbiegevorgangs rausgestreckt halten, weil das eben beim Bremsen nicht geht. Die Blinker begleiten einen durch den ganzen Abbiegevorgang.

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  2. Mal ehrlich: ob man als Radfahrer gesehen, wahrgenommen und beachtet wird - also, ob man eventuell mal nicht angefahren oder den Haufen gefahren wird -, das mag von Vielem abhängen, aber am allerwenigsten von zwei kleinen gelben Blinkern am Lenker.
    Selbst wer sich mit Warnweste oder Reflektorjacke, Blinker am Helm, Reflektoren an den Ärmeln und ohnehin dem ganzen StVZO-Material am Fahrrad ausrüstet wie ein rollender Weihnachtsbaum, kann sich keineswegs sicher sein, überhaupt "gesehen" zu werden. Ob die ohnehin nicht zugelassenen Blinker da eine Verbesserung bringen können, möchte ich doch stark bezweifeln.
    Richtig ist aber die Message: beim Abbiegen gehören die Hände an den Lenker! Das ist wichtig für die Überlebenschancen. Viel wichtiger als alle Blinker der Welt!

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    1. Du hast vermutlich Recht. Ich habe auch keine Blinker am Lenker und ich bin kein Fan davon, uns Radler wie Christbäume auszustatten. Ich versuche vorausschauend zu fahren und damit zu rechnen, dass ich nicht gesehen werde. Das Problem ist unser Autoverkehr und dessen Erziehung zur Eiligkeit. Die Autofahrer gucken nicht richtig. Radfahrer sind nämlich ganz gut zu erkennen. Nur im Dunkeln ohne Licht nicht. Ich habe selbst als Autofahrerin mal fast einen Radler auf den Kühler genommen, der nur eine winzige Stirnlampe hatte, während ich die Kurve etwas angeschnitten habe (mein Fehler). Der Schreck sitzt mir nach Jahren noch in den Knochen. Aber ich finde diese Stirnleuchten auch ganz furchtbar, weil man sie als Autofahrer nicht sieht, sie sind zu weit oben, gerade, wenn man abbiegt. (Aber das nur am Rande, ich hätte ja auch langsamer tun und nicht die Kurve schneiden können.)

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  3. Hallo Christine,
    ich habe mittlerweile verschiedene Behauptungen zur Anzeigepflicht beim Abbiegen mit dem Fahrrad gehört (von: sei nicht vorgeschrieben, weil es wichtiger sei, beide Hände am Lenker zu behalten. bis: sei zwingend vorgeschrieben). Kennst du dich da aus bzw. weißt gerade die entsprechenden Paragraphen aus der StVO?

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  4. In der StVO steht dazu nichts. Da steht nur, dass Fahrzeuge einen Fahrtrichtungsanzeiger benutzen müssen. Das übernimmt bei Autos der Blinker. Da Fahrräder Blinker nicht benutzen dürfen, hat man sich angewöhnt zu erwarten, dass Radfahrer Handzeichen geben, vor allem natürlich, wenn sie wie Autos auf der Fahrbahn unterwegs sind. Da sie aber gleichzeitig bremsen müssen, haben die Fahrradclubs daraus abgeleitet, dass man nur kurz die Richtung anzeigt und dann wieder an den Lenker fasst. Ich habe folgendes Urteil gefunden: Das Handzeichen kann, je nach Verkehrssituation und Straßenverhältnissen, auch kurz ausfallen. Während des Abbiegens hat der Radfahrer keine Anzeigepflicht mehr. Nach einer Entscheidung des OLG Hamm kann dem Radfahrer kein Vorwurf gemacht werden, der beim Einordnen zur Mitte und auch danach die linke Hand ausgestreckt hatte und die Hand dann wieder an die Lenkstange gelegt hat. Ein Radfahrer, der darauf angewiesen ist, die Lenkstange mit beiden Händen zu halten, ist nicht verpflichtet, während des ganzen Abbiegevorganges den Arm auszustrecken (OLG Hamm, Urteil vom 08.06.1989 - 27 U 2/89). Und zwar auf dieser Seite: http://www.radschlag-info.de/240.html.
    Wie man hier wieder mal sieht, hat die StVO nicht wirklich an Radler gedacht und ist unser Straßenverkehr und seine Verordnungen für Radfahrer nicht wirklich passend. Wir sind immer noch das "dritte Rad" am Fahrrad, oder eben das undefinierte Wesen zwischen Auto und Fußgänger und müssen mal das eine, mal das andere tun oder unterlassen. Ist mir nie aufgefallen, dass das Abbiegen auch dazu gehört. Danke für diese Frage. Ich werde mal extra darüber schreiben.

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    1. Übrigens es ist Paragraph 9 der StVO http://www.verkehrsportal.de/stvo/stvo_09.php

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  5. Das Video ist unter URL nicht mehr erreichbar:
    https://www.youtube.com/watch?v=Wl6SWR4Wnlg

    Hast du die Linker zwischzeitlich mal in Echt gesehen?

    Inzwischen sind alle Moddelle übrings ausverkauft: https://blinkergrips.ecwid.com/

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    1. Nein, habe ich nie in echt gesehen. War wohl doch nicht so der Renner.

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  6. www.blinkerhandschuh.de
    www.arati-fashion.de

    Dies ist die Lösung für die gesamte Diskussion. Der Blinker befindet sich im Fahrradhandschuh und entspricht somit der StVO .

    Viel Spaß damit.

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