19. Dezember 2014

Radler in die Sackgasse

Der neue Fußgängerüberweg vom Bahnhof direkt zur Königstraße ist fertig. In den Ampeln leuchten beide Symbole, die für Fußgänger und die für Radfahrer. Fein, fein. 

Endlich komme ich aus dem Schlossgarten direkt rüber, ohne mich durchs Chaos am Bahnhof-Haupteingang vorbeischlängeln zu müssen. Hurra! Doch zu früh gefreut. Oder ist die Fußgängerzone Königstraße neuerdings für Radler freigegeben?



Das Schild auf der anderen Seite ist jedenfalls eindeutig: Für Radfahrer frei. Also darf ich mich dort mit dem Rad wenden, wohin ich will. Oder doch nicht? Es bleibt mir heute unklar. Wahrscheinlich dachten die Planer, ich würde mein Rad an einem der Radständer anschließen. Und fertig. Will ich aber nicht. Ich will rechts rüber zur Lautenschlager Straße, damit ich weiterfahren kann.








Schild Fußgängerzone fehlt hier. 
Da muss ich mich nun an den Geschäften entlang durch die Fußgänger schlängeln.
















Der Weg zu den Radständern sollte frei sein, ob das für dahinter auch gilt, ist unklar. ein Schild Fußgängerzone fehlt. Also kann ich durchradeln bis zur Lautenschlager Straße.

Dort gibt es keinen Übergang auf die Fahrbahn. Denn dieser Weg ist für Radler ja nicht vorgesehen.







Und ob es erlaubt war so zu fahren, ist fraglich. Denn wenn ich von der Lautenschlager Straße komme und diesen Weg zur neuen Ampel nehmen will, finde ich kein Schild, dass den Gehweg für Radler freigibt. Also ist er verboten.

Das Schild, das Radlern den Weg weisen könnte, ist unleserlich. Ich vermute, das zugeklebte Schild weist zum alten Übergang schräg links, auf dessen Ampellichtscheiben keine Radsymbole leuchten.





Übrigens hat der neue sehr breite Überweg abgesenkte Bordsteine für Radfahrer. Schön! Allerdings in einem nur sehr schmalen Bereich (rechts) am Ampelmasten. Der Fußgänger, der mir genau auf diesem Bereich entgegenkommt (er hätte weitere sieben Meter, um zu gehen, wählt aber genau die Radfurt), hat das natürlich nicht gecheckt und flucht ganz fürchterlich über den Radler, also mich, der hier darf und muss und auch gar keine andere Wahl hat.

Und natürlich stand heute auch ein Baufahrzeug mitten in der Radlerfurt (Fotos oben). Aber das wird sich ja ändern. Und vielleicht wird es auch noch Wegweiser für Radler geben, die diese Radfurt nutzbar machen würden, weil es danach ein Weiterkommen gibt. Sonst ist das eine Fahrt in eine Sackgasse. 

Ach ja, und: Die Stuttgarter Zeitung versichert in ihrem Artikel am Schluss den Autofahrern, dass ihre grüne Welle gesichert ist, trotz Überwegs. Wer warten muss, sind wieder mal die Fußgänger und Radfahrer.

Das ist hier doch arg deutlich nur Kosmetik für Radler. Seufz!

Aber für die Fußgänger freut es mich.

Man könnte es auch Irreführung der Radfahrer nennen, denn tatsächlich landen sie vom Bahnhof aus kommend in einer Fußgängerzone (die sich hier mit einem Rafreigabeschild tarnt, das am Eingang zur Fußgängerzone nicht wieder aufgehoben wird, zumidnes sehe ich kein Schild hier). Und es gibt ja auch keine erlaubte Zufahrt für Radler hierher, weder vom Schlosshotel aus, noch von der Lautenschlager Straße aus, noch aus der Königstraße heraus. Ein Meisterstück der Stuttgarter Radförderung. (Radfahrer bitte in Luft auflösen.) 

Kommentare:

  1. Weiterfahren und den grünen Mäusen ihre amtlichen Beschilderungsfehler nachweisen ist möglich, aber teuer.

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    1. Mich zieht es als Radler nicht in die Fußgängerzone Königsstraße. Allerdings wäre das morgens um acht Uhr durchaus eine Alternative.

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  2. Ich finde an der Ausführung viel weniger unklar, wenn man zuerst mal die Straßenverkehrsregeln anwendet.

    "Das Schild auf der anderen Seite ist jedenfalls eindeutig: Für Radfahrer frei. Also darf ich mich dort mit dem Rad wenden, wohin ich will."
    Hä? Wie kommt man auf dieses schmale Brett?

    "Ich will rechts rüber zur Lautenschlager Straße, damit ich weiterfahren kann."
    Wenn ich entlang einer Straße weiter nach rechts will, dann überquere ich sie nicht vorher. Sonst müsste ich ja auf dem linken Gehweg radeln!

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    1. Lieber Anonymus, na ja, so einfach ist das an der Stelle nicht. Auf der Fahrbahn geht zwar im Prinzip immer, aber die Übergänge müssen auch passen. Wer aus dem Schlossgarten kommt, muss vor dem Bahnhof vorbei, durch Fußgänger, Taxis und dem Abhol-Ausparkverkehr und kommt dann an die Fußgängerampel mit Radspur, die direkt in die Lautenschlagerstraße leitet. Dieses Gefitzel am Bahnhofseingang vorbei, hoffte ich vermeiden zu können. Geht aber nun leider doch nicht. Auf die Schillerstraße in den vielspurigen Autoverkehr wagen sich die wenigsten Radler. Ich habe noch nie einen dort gesehen.

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