7. Dezember 2014

Radstreifen auf der Reinhold-Maier-Brücke

Hier wird bald das Schild verschwinden: "Fahrbahnmarkierung fehlt." Und es wird eine Radspur hingemalt. 

Das ist die Reinhold-Maier-Brücke, die Cannstatt mit Münster verbindet.

Bisher radelte man - was man aber nicht musste - über den freigegebenen Gehweg. Hier gehen nicht sonderlich viele Fußgänger, aber er ist zu schmal. Diese Lösung ist der Stadt nicht mehr erlaubt. Also müssen hier auf beiden Seiten der Fahrbahn Radspuren her. Sehr schön, dass die Gesetze endlich eine Trennung von Radlern und Fußgängern erzwingen.

Radfahrer gehören auf die Fahrbahn.

Doch die Wellen schlugen wie üblich hoch, als dem Bezirksbeirat Münster klar wurde, dass man hier eine zweispurige Straße, wenn auch nur in einer Richtung, einer Radspur opfert. Die Cannstatter Zeitung berichtete im November darüber.

Dazu muss man wissen, dass die Reinhold-Meier-Brücke ziemlich überdimensioniert wirkt. Vier Spuren über den Neckar, obgleich da weniger drüber fahren als über die schmale Wilhelmsbrücke in Cannstatt. Auch die vier Fahrspuren in Münster waren ja für einen ganz anderen Verkehr ausgelegt und verführten zum Rasen. Der Radweig stadtauswärts hat die Straße enorm befriedet.

Geplant ist eine Radspur in diese Richtung, also Richtung Münster. Dafür fällt eine Fahrspur weg. Allerdings nur auf der Brücke, nicht aber an der Ampelanlage.

In Gegenrichtung soll nur eine Sicherheitsspur hin, die von Autos zur Not befahren werden darf. Ich finde das übrigens halbherzig, denn entscheidend ist, dass Radler an einem Verkehr, der sich staut, rechts vorbeikommen. Wenn dann aber die Autos sich auf einer Sicherheitsspur stauen ...

Bin mal gespannt. Das ganze soll nämlich noch im Dezember passieren.



Kommentare:

  1. Das ist aber eine ziemlich undurchdachte Lösung! Warum baut man nicht den tollen, aus Münster kommenden Radweg neben der Straße einfach weiter und führt ihn auf der gewonnenen Spur über den Neckar (also weiterhin abgesetzt und Radfahrer in beide Richtungen)? Am Ende der Brücke kann man dann auf die andere Seite des Neckars über die schon vorhandenen Verbindung auf den Radweg runter. Ganz ohne Ampeln und ohne Behinderung des Autoverkehrs.

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    1. Ich fürchte, in Stuttgart wird man erst einmal ein paar Jahre lang Radweg- und Radspurschnipsel bauen, bis jemand merkt, wie unsinnig und undurchdacht das ist. Die Ecke auf der Münster-Seite des Neckars an der Brücke ist für Radler überhaupt nicht durchdacht und eigentlich nur im Auto-Modus auf der Fahrbahn zu befahren. Und wenn du ab und zu auf die Facebookseite Radfahren in Stuttgart guckst, wirst du sehen, wie vehement die Autofreunde gegen jede Art von echter Radwege-Politik zu Felde ziehen. Ich begrüße deshalb jedes Radzeichen auch einer Fahrbahn, weil es Radfahren wenigstens mehr und mehr optisch sichtbar macht. Ist vielleicht auch ein Fehler.

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    2. Ich finde es ja auch positiv, dass ÜBERHAUPT was getan wird, und in den letzten Jahren hat sich gegenüber früher sogar recht viel getan für Radfahrer. Und diese extra Radautobahn parallel zum Neckar fine ich sogar recht gelungen. Umso mehr fasse ich mich an den Kopf, wenn dann sowas kommt. Welche Variante man gegen fahrradfeindliche Autofahrer durchsetzen muss dürfte keinen großen Unterschied machen. Naja, abwarten...

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  2. Ich fahre seit 15 Jahren mit dem Rad über diese Brücke und kann mich kaum erinnern, da schon mal einen anderen Radfahrer gesehen zu haben. Freue mich immer über mehr Platz für Radler, wo es sinnvoll ist. Von Cannstatt kommend, fahre ich auf dem Fußweg, bimmel freundlich relativ häufig Fußgänger zur Seite und freue mich, mit Schwung an den an der Ampel stehenden Autos vorbei in Richtung Shell-Tanke fahren zu können. Muss ich bei dem geplanten Radweg dann auch warten? Sinnvoll wäre, in der Weiterfahrt den Dammweg für Radler zu sperren. Warum dürfen die dort "oben" Omas mit ihrem Wufti weg bimmeln, wenn es "unten" eine super Piste extra für Radler gibt?

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    1. Ich bin dort auch noch nie einem anderen Radler begegnet, wobei das Radeln auf der Fahrbahn dort nicht kompliziert ist. Die Radspur wird hoffentlich in den Radweg Neckartalstraße übergehen und zwar ohne Warten an der Ampel. Sonst müssen wir protestieren. Also sag mir Bescheid, lieber Anonymus. Und eine Sperrung des Damms für Ralder fände ich auch gut, sie haben ja einen schönen Radweg entlang der Straße, wenngleich der Übergang über die Aubrücke noch gaaaanz schlecht gelöst ist.

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  3. Friedhelm Waitzmann19. Dezember 2014 um 02:01

    Linksabbiegen von der Brücke auf die Neckartalstraße

    Bisher kann man das direkt auf der Fahrbahn oder indirekt vom für Radfahrer freigegebenen Gehweg aus tun.

    Ich habe gestern zwischen 22:00 und 23:00 die Verkehrsampelsteuerung beobachtet. Die längste Wartezeit hat man ja, wenn man gerade dann an die Ampel kommt, wenn sie auf Rot schaltet.

    Beim direkten Linksabbiegen auf der Fahrbahn sieht das dann so aus: Zeitpunkt 0:00 min: Die Ampel schaltet auf Rot. Zeitpunkt 1:08 min: Die Ampel schaltet auf Grün. Zeitpunkt: 1:12 min: Die Ampel schaltet auf Rot. Also: Umlaufzeit 1:12 min, maximale Rotzeit 1:08 min.

    Beim indirekten Linksabbiegen vom freigegebenen Gehweg aus sieht das so aus:

    Zeitpunkt 0:00 min: Die Ampel über die beiden von der Brücke herkommenden Rechtsabbiegefahrstreifen schaltet auf Rot.

    Nach einiger Zeit (weiß nicht mehr, wie lang) schaltet die Ampel über die Rechtsabbiegefahrstreifen auf Grün, die Ampeln über die Linksabbiegefahrstreifen und die Fahrstreifen für die Fahrtrichtung zur Gnesener Straße sind rot, ein paar Sekunden später schalten sie auf Grün. Dann ist aber die Ampel über die Fahrstreifen auf der Neckarstraße in Richtung Münster rot. Nach erneutem Warten schaltet diese Ampel auf Grün, und nachdem man diese Fahrstreifen überquert hat, wartet man am Überweg über die Kurve der von der Brücke kommenden Linksabbieger. Wird es da grün, wartet man anschließend vor dem Übergang über die Fahrstreifen der Fahrzeuge, die von Münster nach Bad Cannstatt fahren. Wenn die Ampel an diesem Übergang grün wird, sind seit dem Zeitpunkt 0:00 min 2:20 min vergangen, also über doppelt so viel, wie die oben genannten Direktlinksabbieger warten müssen.

    Warum erzähle ich das? Mir schwant, der zukünftige Radstreifen wird benutzungspflichtig. Wenn das der Fall ist, dürfen Radfahrer nicht mehr an der relativ kurzen Wartezeit der direkt linksabbiegenden Autos teilnehmen, sondern müssen bei ihrem indirekten Linksabbiegen über doppelt so lange warten.

    Na ja, warten wir's ab, ob die Stadt Stuttgart hier Radverkehrsgleichberechtigung – Bevorzugung wünsche ich ja gar nicht – oder ‐ghettoisierung betreibt.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

    Bitte JJJJ durch das aktuelle Jahr und MM durch den aktuellen Monat ersetzen.

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