3. Januar 2015

Radeln wir's an!

Heute beginnt die Zukunft. Stuttgart wird Fahrradstadt oder doch zumindest eine fahrradfreundliche Stadt. Denn je mehr Radfahrer, desto weniger Autostau und desto lebendiger die Innenstadt. 

RiS wünscht sich für dieses Jahr:

Den Gelben Pfeil für Radfahrer. Den gibt es in Frankreich. Er erlaubt es Radfahrern, an bestimmten Kreuzungen zum Beispiel bei Rot für Autos rechts abzubiegen oder an T-Kreuzungen am Bordstein entlang geradeaus zu fahren, auch wenn die Ampel rot ist.



Den Cityring für Radfahrer. Auf den mehrspurigen Fahrbahnen rund um die Innenstadt wird eine Autospur als breite Radspur ausgewiesen, auf der Radler die Innenstadt umrunden können.

Den Radweg Neue Weinsteige. Er wäre die direkteste Verbindung von der Innenstadt nach Degerloch hinauf und hat dabei eine moderate Steigung, die Pedelecs gar kein Problem bereitet aber auch für sportliche Normalradler noch gut zu fahren ist. Dann wäre endlich auch Degerloch ans Radwegenetz angeschlossen.

Die Fahrradstraße Tübinger Straße mit Sperre für Autos an der Feinstraße. Die ist mit Eröffnung des Gerber versprochen. Langsam wird es Zeit. Das sollte dieses Jahr nun wirklich klappen.

Und wir werden durch Baustellen nicht mehr ausgebremst als Autofahrer. Warnungen vor Sperrungen finden wir rechtzeitig, Umleitungen sind auch für uns Radfahrer ausgeschildert, wir werden nicht über Treppen geleitet, auch nicht nur mal für ein paar Tage, und man schickt uns Radler nicht einen Berg hinauf.



Kommentare:

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  3. »RiS wünscht sich […] den Cityring für Radfahrer«

    Bitte nicht. Dass das den Radverkehr nicht fördert sondern behindert, sieht man schon jetzt am Wegeplan:

    Wenn man aus südwestlicher Richtung auf der B14 daherkommt und auf dem Charlottenplatz zur Planie oder auf dem Gebhard‐Müller‐Platz zur Schillerstraße links abbiegen will, soll man das indirekt tun. Das bedeutet, länger als Direktlinksabbieger auf Grün zu warten: am Charlottenplatz zuerst auf Grün über die Charlottenstraße, dann auf Grün über die Konrad‐Adenauer‐Straße, am Gebhard‐Müller‐Platz zweimal auf Grün über die Konrad‐Adenauer‐Straße, weil sie nicht in einem Zug überquert werden kann. Will man auf die rechte Seite der Schillerstraße, kommen sogar noch vier weitere Ampeln dazu. Fährt man auf der linken Seite weiter, an der Lautenschlagerstraße vorbei, überquert man den Fahrstreifen der Rechtsabbieger aus der Lautenschlagerstraße und den der Rechtsabbieger vom Arnulf‐Klett‐Platz in die Lautenschlagerstraße: zwei Ampeln statt einer Ampel am Fußgängerüberweg, wenn man auf der rechten Straßenseite führe. Und das sind noch nicht alle Kreuzungen, an denen Radfahrer länger warten als Autofahrer.

    Für Hannes: Meine Mindestanforderung »nicht mehr Wartezeit« wird nicht erfüllt.

    Aber der Radverkehr wird nicht nur behindert sondern auch gefährdet: An jeder Abzweigung, wo man mit dem Kraftfahrzeug rechts abbiegen kann, müssen Fahrzeugführer den Radstreifen oder Radweg überqueren, und sie dürfen das erst unmittelbar in der Abbiegekurve tun, weil sie sich nicht auf ihm einordnen dürfen. Umgekehrt dürfen Radfahrer sich nicht zu den Rechtsabbiegern einordnen, damit diese nicht mehr links von ihnen sind, weil der Radstreifen benutzungspflichtig werden wird. Das ist in Stuttgart bereits übliche (z. B. Nürnberger und Waiblinger Straße) Praxis der Verkehrsbehörde.

    Und beim Einbiegen werden Radfahrer ebenfalls gefährdet: Viele Einbieger werden den Radfahrstreifen dazu verwenden, sich vorzutasten, oder ihn überhaupt nicht beachten, denn dort kommt ja kein Auto.

    Für Hannes: Meine Mindestanforderung »keine Risiken erzeugen« wird ebenfalls nicht erfüllt.

    Von Radverkehrsförderung brauchen wir überhaupt nicht reden, solange Behinderung und Gefährdung eingeplant werden.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

    Bitte JJJJ durch das aktuelle Jahr und MM durch den aktuellen Monat ersetzen.

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  4. Lieber Friedhelm, ich hatte nicht an kleine Radspuren gedacht, sondern daran, dass man die ganzen rechten Fahrspuren in Radstraßen umwandelt. Natürlich muss es Ampelregelungen geben. Ich fahre gar nicht so selten die B14 außen entlang, etwa vom Wilhelmsplatz bis Neckartor. Klar gibt es Ampeln. Und stimmt, Ampeln sind für den Radverkehr nicht ausgelegt. Aber es ist auch klar, dass ein Cityring für Radler nicht ohne Amperegelungen funktionieren würde. Mir geht es hier um ein Konuzept, nicht um ein paar Radspuren mehr. Eigentlich müsste man schon mal anfangen, in Stuttgart wirklich energisch in Richtung Radförderung zu denken, sonst wird das mit der Feinstaubreduzierung gar nichts, aber das sehe ich derzeit gar nicht.

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  5. Zu Christine Lehmann, 8. Januar 2015 um 23:26:

    Zu Verkehrsampeln habe ich in Friedhelm Waitzmann, 8. Januar 2015 um 21:33zwar das Richtige gemeint aber das Falsche geschrieben. Mir geht es nicht darum, dass Radfahrer nie an Verkehrsampeln warten müssen, sondern darum, dass sie nicht länger sondern gleich lang warten müssen wie der Autoverkehr. Ich habe am Di., dem 6. Jan. 2015 um 17:12 bis 17:35 am Gebhard‐Müller‐Platz gemessen, wie lange Linksabbieger aus der Konrad‐Adenauer‐ in die Schillerstraße warten müssen: Beim direkten Linksabbiegen habe ich bei zwei Messungen die Zeiten 1:11 min und 1:14 min erhalten, beim indirekten Linksabbiegen (zwei Abschnitte über die Konrad‐Adenauer‐Straße und dann linksseitig auf der Schillerstraße weiter) habe ich dreimal jeweils erstens die Rotzeit der ersten Fußgängerampel und zweitens die Zeit vom Anfang des Wartens an der ersten Fußgängerampel bis zum Grünwerden der zweiten Fußgängerampel gemessen, das anschließende Überqueren der Schillerstraße über vier Ampeln habe ich unberücksichtigt gelassen:

    1. Messung: 1. Ampel grün nach 0:49 min, 2. Ampel grün nach 1:45 min.

    2. Messung: 1. A. g. n. 0:49 min, 2. A. g. n. 2:06 min.

    3. Messung: 1. A. g. n. 0:50 min, 2. A. g. n. 1:59 min.

    Die Tendenz ist eindeutig: Sogar ohne das Überqueren der Schillerstraße zu berücksichtigen, braucht indirekt abzubiegen ca. eine Dreiviertelminute länger. Das ist es, was mich stört.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

    Bitte JJJJ durch das aktuelle Jahr und MM durch den aktuellen Monat ersetzen.

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  7. Zu Christine Lehmann, 8. Januar 2015 um 23:26:

    »die ganzen rechten Fahrspuren in Radstraßen [umwandeln]«

    Gefährlich wird es immer dann, wenn die Autofahrer zum Abbiegen den Fahrstreifen, auf denen die Radfahrer fahren, überqueren müssen, ohne sich auf ihm einordnen zu dürfen. Denn nur mit Einordnen kann der schwierige Querungsvorgang in zwei Teile entzerrt werden: Erster Teil: Indem ich mich als Kraftfahrer zu den Radfahrern einordne, sorge ich dafür, dass rechts neben mir kein Radfahrer fährt, dessen Weg ich queren müsste. Zweiter Teil: Weil jetzt Radfahrer allenfalls vor oder hinter mir fahren, kann ich jetzt gefahrlos nach rechts abzweigen. Das ist genau das Prinzip, das zwischen Kraftfahrzeugen eingehalten wird: Es ist nie erlaubt, von einem Fahrstreifen aus nach rechts abzubiegen, wenn rechts neben diesem noch Kraftfahrzeuge geradeaus fahren dürfen, und es ist nie erlaubt, auf einem Fahrstreifen geradeaus zu fahren, wenn links neben diesem noch Kraftfahrzeuge rechts abbiegen dürfen. Alle Lösungsversuche, die diesem Prinzip widersprechen, indem sie die Verkehrsströme nach Fahrzeugart statt nach Abbiegerichtung aufteilen, scheitern.

    »die ganzen rechten Fahrspuren in Radstraßen [umwandeln]«

    Das geht nur gut, wenn rechtsabbiegende Autofahrer nur aus diesem rechten Fahrstreifen heraus abbiegen dürfen und das auch so tun. Ist nun aber der rechte Fahrstreifen zur Radstraße gemacht und gibt es weiter links noch Nicht‐Radstraßen‐Fahrstreifen, dürfte den meisten Autofahrern ihr Bauchgefühl oder ihr Wunsch, schneller zu fahren als Radstraßentempo, nahelegen, aus einem Nicht‐Radstraßen‐Fahrstreifen heraus nach rechts abzubiegen.

    Und weil ich es für unfair halte, Verkehrsanlagen so zu gestalten, dass Autofahrer zu solchen Abbiegesünden verleitet werden, und weil auch die Polizei ja nicht andauernd zur Stelle sein kann, um solche Abbiegesünden zu ahnden, ziehe ich das Fazit: Mit zu Radstraßen gemachten rechten Fahrstreifen wird keine Sicherheit gewonnen.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

    Bitte JJJJ durch das aktuelle Jahr und MM durch den aktuellen Monat ersetzen.

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