17. Februar 2015

Ein Faschings-Schilder-Scherz

Blogleser Sebastian ist ein Schilderscherz der ganz besonderen Art aufgefallen. 

In der Tübinger Straße vom Gerber bis vor zum Rotebühlplatz  ist das Parken verboten.  Wir alle wissen, dass Autofahrer hier ihre Autos gern nicht nur mal kurz abstellen, sondern parken.

Heute wird dort der Faschingsumzug durchkommen. Würden Autofahrer hier nur halten, wäre das kein Problem, denn sie würden binnen drei Minuten wegfahren, die Ränder wären also in wenigen Minuten vor Beginn des Umzugs geräumt. Aber wir wissen ja, dass die hier nicht halten, sondern parken. Stundenlang.

Deshalb hat die Stadt nun das Parkverbot mit einem Halteverbot bekräftigt.  Sehr lustig. Verboten ist verboten, aber heute verbotener.



Blogleser Sebastian schreibt: "Mich hat's schon etwas verspult, denn hiermit gibt sich die Stadt erneut den Falschparkern geschlagen, denn man kann nur etwas verbieten, was sonst erlaubt ist."

So sieht es sonst aus. Wobei ich auch schon erlebt habe, dass Polizisten aus ihrem Streifenwagen heraus einen Autofahrer angerüffelt haben, der in seinem Auto, das am Straßenrand stand, saß und wartete: "Fahren Sie da weg. Hier ist Halteverbot."

Anscheinend nicht nur für Autofahrer schwierig zu entscheiden, was Halte- und Was Parkverbot ist. Im Grunde ist jedoch jedes dieser Schilder eine Einladung zum Parken, weil ja so schön frei ist. Wie man am Foto unten sieht.



Hier stehen sie an einem Samstagvormittag in Reihe (fängt einer an, machen es alle anderen nach) in der Fahrradstraße im wie es so schön heißt "absolutem Halteverbot." Ganz vorn sieht man einen einparken.

Geht ja auch nicht anders, denn diese Fahrradstraße ist nur Anliegern gestattet. Und täten die sich hier nicht hinstellen (um zu Breuninger reinzugehen) hätten sie ja kein Anliegen, sondern müssten auf Parkplatzsuche durchfahren. Und das ist verboten. (Kümmert aber auch niemanden.)

Kommentare:

  1. Da hilft nur kostenpflichtig Abschleppen lassen. Womöglich fehlen hier nur die richtigen Buzzwords. Wie wäre es mit Terrorparker oder Kofferraumbombe? Aber mal im Ernst: Die konsequente Ahndung solcher Dauersünden würde sich wahrscheinlich sogar selbst refinanzieren. Hier will jemand nicht oder ist himmelschreiend unfähig.

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    1. Das Geheimnis ist, dass die Ladeninhaber es eigentlich ganz gut finden, dass Autofahrer hier parken und in die Läden gehen (oder auch nicht). Ladenbesitzer glauben, dass nur Autofahrer einkaufen, Radfahrer und Fußgänger aber irgendwie nicht. Ich halte das für einen Irrtum, denn ich kann als Radlerin ja überall halten und Schuhe kaufen oder Fotorahmen, oder was es da so gibt. Mag sein, dass sie das mal ändert. Aber bislang sind die angekündigten Elemente dort noch nicht aufgestellt, und ich zweifle, dass man das jemals tut.

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    2. Das Geheimnis ist, dass die Ladeninhaber es eigentlich ganz gut finden, dass Autofahrer hier parken und in die Läden gehen (oder auch nicht). Ladenbesitzer glauben, dass nur Autofahrer einkaufen, Radfahrer und Fußgänger aber irgendwie nicht. Ich halte das für einen Irrtum, denn ich kann als Radlerin ja überall halten und Schuhe kaufen oder Fotorahmen, oder was es da so gibt. Mag sein, dass sie das mal ändert. Aber bislang sind die angekündigten Elemente dort noch nicht aufgestellt, und ich zweifle, dass man das jemals tut.

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    3. Ich weiß auch nicht woraus einige Mitmenschen die vermeintlich geringere Kaufkraft von Radfahrern schlussfolgern. Das könnte ein Irrtum sein :-)

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    4. Es stimmt ja auch nicht. http://dasfahrradblog.blogspot.com/2014/12/radfahrer-sind-gut-fur-den-lokalen.html

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  2. Sowas ist leider normal für Stuttgart. Während des Weihnachtsmarkts werden die Schilder, die das Einfahren in das Stück vor dem alten Schloß mit Bushaltestelle und Wendehammer verbieten, nochmal als temporäre Schilder aufgestellt. Hab mal nachgefragt, einen Grund konnte mir nicht genannt werden.

    Ich muss wohl endlich mein Blogprojekt starten. Thema: Blöde Schilder :-)

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  3. Friedhelm Waitzmann20. Februar 2015 um 13:21

    Ehrenrettung

    »Heute wird dort der Faschingsumzug durchkommen. Würden Autofahrer hier nur halten, wäre das kein Problem, denn sie würden binnen drei Minuten wegfahren, die Ränder wären also in wenigen Minuten vor Beginn des Umzugs geräumt«

    Nein, Halten heißt nicht unbedingt, nach höchstens 3 min wieder weg zu sein. Ein eingeschränktes Haltverbot erlaubt auch das Be‐ und Entladen, solange es ohne Verzögerung durchgeführt wird.

    Beispiel: Du holst in einem Geschäft drei sperrige Stücke ab, die du einzeln zu deinem Kleinbus transportieren musst. Für den Hinweg zum Laden zusammen mit dem Rückweg zum Kleinbus brauchst du für jedes Stück 5 min, also zusammen 15 min. Und während du unterwegs bist, steht dein Kleinbus hoffentlich verschlossen da, wie wenn er geparkt wäre; denn schließlich willst du deine zuerst geholten Teile ja noch vorfinden, wenn du mit dem dritten zurückkommst.

    Wann also, sollte die Polizei anfangen, durch Weisungen Autofahrern das Halten absolut zu verbieten? 9:45 Uhr, damit das Ladegeschäft des Beispiels um 10:00 Uhr zu Ende ist? Dann mault ein anderer, der bloß zwei Minuten braucht, zu Recht. Oder 9:58 Uhr? Du siehst, das provisorisch aufgestellte absolute Haltverbot mit Angabe des Anfangszeitpunktes seiner Gültigkeit ist genau das Richtige, weil dann jeder die Möglichkeit hat, zu beurteilen, ob ihm die bis dahin verbleibende Zeit noch reicht oder nicht. Und Knöllchen gibt's dann für die, die um 10:00 Uhr noch halten oder parken.

    Und auch der fotografierte VW aus Konstanz kann zu einem Ladevorgang gehören und muss nicht geparkt sein.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

    Bitte (jeden Monat neu) JJJJ durch das Jahr und MM durch den Monat ersetzen.

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