20. Mai 2015

Heute Abend - Ride of Silence

Die Tour für die Radfahrer, die im Straßenverkehr sterben. Wir radeln, damit wir sichtbar werden. Heute, 19 Uhr Marienplatz.

Das ist gerade heute besonders aktuell. Die Polizei meldet: Beim Zusammenstoß eines Radfahrers mit einem Mazda im Kreuzungsbereich Müllerstraße / Burgstallstraße hat gestern der 46-jährige Radler schwere Verletzungen erlitten. Rettungskräfte und ein Notarzt kümmerten sich um den Mann und brachten ihn in ein Krankenhaus. Der 67-jährige Mazda-Fahrer war gegen 13.10 Uhr in der Müllerstraße unterwegs und übersah offenbar an der Kreuzung mit der Burgstallstraße den von rechts kommenden Radler. Beim Zusammenprall erlitt der 46-Jährige schwere Verletzungen am Bein. 


Mit anderen Worten: Ein Autofahrer hat einem Radfahrer die Vorfahrt genommen. Es gab auch nicht den Zusammenstroß eines Radfahrers mit einem Mazda, denn das klingt so, als sei der Radler auf den Madza gefahren. Es ist genau umgekehrt: Beim Zusammenstoß eines Autos mit dem Radler wurde der Radfahrer schwer verletzt. Der Autofahrer hat ihm die Vorfahrt genommen. So sind Akteur und Opfer klar benannt. 


Beim Bericht über Radunfälle passiert es auffällig häufig, dass Täter und Opfer nicht klar benannt werden. Die Standardformulierung lautet "Radfahrer übersehen". Irgendwie scheint der Radler immer mitschuld zu sein. Dagegen radeln wir heute an. Wir machen uns sichtbar. 



Heute Abend um 19 Uhr treffen wir uns in Stuttgart am Marienplatz zum erste Ride of Silence, der in vielen Städten der Welt heute um 19 Uhr abgehalten wird. 


Bis dahin wird es übrigens aufgehört haben zu regnen.

Kommentare:

  1. Wer mal so richtig abkotzen will, kann und sollte sich diesen kurzen Videobeitrag (das Video, nicht nur den Text) aus der Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" antun:

    http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/pedelecs-wie-gefaehrlich-sind-fahrraeder-mit-elektromotor/-/id=3477354/did=15300942/nid=3477354/jrijq9/index.html

    Es geht um die angebliche Gefährlichkeit von Pedelecs. Gefordert werden Helm- und am Besten auch gleich eine Führerscheinpflicht. Eigentlich alte, längst abgewunkene Kamellen.

    Die besondere Gefährlichkeit "belegt" der Filmbeitrag durchweg mit Beispielen, in denen die Unfälle schuldhaft durch Autofahrer verursacht wurden. Zumeist missachtete Vorfahrt.

    Wer also sollte dann gefälligst einen Führerschein bzw. eine Nachschulung machen?!? Wieso rettet mich als Radler ein Führerschein davor, von einem Autofahrer, der elementare Verkehrsregeln missachtet und ignoriert, umgenietet zu werden?!?

    Und nun - Silence...

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  2. Na ja, der Bericht relativiert das am Schluss ja auch wieder sehr. Es gibt mehr Pedelecs als vor fünf Jahren, und wer eines hat, fährt damit mehr und weiter als er/sie es mit dem Normalrad tun würde oder getan hat. Und die Unfälle mit den Pedelecs hätten sich laut Polizei mit dem Normalrad genauso ereignet. Nur weil positiverweise jetzt auch mehr ältere wieder Fahrrad fahren, verlaufen manche Unfälle schwerer, weil ältere Menschen sich bei Stürzen öfter schwerer verletzen. Ein bisschen mit dem Rad üben halte ich für Wiedereinsteiger ab 50 auch für keine schlechte Idee. Aber auch Autofahrer brauchen eine Nachschulung im Erkennen von Radfahrern. Sie müssen lernen, mit Radlern zu rechnen.

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