15. Juli 2015

Radfahren in Stuttgart für Fortgeschrittene - das bringt Fun

Feuerbach. Foto: x-tof Hoyer
Die Stadt könnte Eintritt nehmen für ihre ausgefeilten  Überraschungs-Parkours.  Ein Radel-Spaß für Jung und Alt. 

Wie gut, dass es in Stuttgart nun schon recht viele Radspuren gibt. Da weiß man wenigstens, wo man Bausstellenschilder und Baumaterial abstellen kann. Dieses Foto hat Facebook-Follower X-tof Hoyer gemacht. 

Besonders hoher Fun-Faktor für Radler: Es ist eine Radspur, die auch in Gegenrichtung befahren werden muss. Das heißt, der linksseitige Radler darf in den Autogegenverkehr ausweichen. Nervenkitzel pur.



Und hier, auf der Heilbronner Straße haben wir einen fest installierten Slalomparkours. Schildermast und Litfaßsäule mit hohem Unterhaltungswert. Das Foto stammt vom ADFC.

Aber es gibt auch andere Herausforderungen. Blogleser Christian hat mir seine Fahrt aus der Innenstadt am Neckar entlang Richtung Hofen geschildert:

Rauf zum Sprudler
"Am Berger Sprudler, wo die Baustelle ist, standen bei den Mineralbrunnen, also da wo es eh schon extrem unübersichtlich ist, Radler und haben sich gegenseitig nassgespritzt.  Ich wollte dann am linken Ufer fahren und bin hinter dem Holzsteg Richtung Wilhelmatheater und dort über die vor einiger Zeit eingerichtete Radampel Richtung Münster. Das ist ja die neu eingerichtete Route samt Fahrradautobahn.
Die Radler-/Fußgängerampel führt auf  diesen nicht 
freigegebenen Gehweg zu. 
Auf der gegenüber liegenden Seite begrüßte mich dann erstmal ein Fußgängerschild. Die Halterung für die Radfreigabe war noch da, das Schild hat gefehlt."

Eine sehr schöne Knobelaufgabe für den Radfahrer.

"10 m dahinter, fährt Christian fort, "an der Ampel zur Haltestelle, kam noch mal ein Fußgängerschild, diesmal ohne Halterung. Ich bin dann halt notgedrungen auf der Straße gefahren, und zwar bei Fußgängergrün gestartet und kam dann auf eine gerade rot werdende Ampel am Ende der Haltestelle. Eigentlich wollte ich an der Wilhelmsbrücke dann auf den neuen Radweg. Aber man sah, dass 50 (oder 100) Meter weiter ein Auto-Abschleppauto mit allen vier Reifen auf dem Radweg parkte.

Ende des Radwegs Münster
Also weiter auf der der Straße. Die nächste Schikane kam dann hinter dem Eisenbahnviadukt. Wie üblich bin ich am Neckarsteg runter auf die neue Radspur neben der Straße. Hat auch gut funktioniert, bis ich plötzlich vor einer Baustelle stand, die die gesamte Radspur blockiert hat. Bleibt also nichts anderes übrig, als auf der Straße weiter zu fahren. Da es keinen abgesenkten Gehweg gibt (braucht man normal auch nicht) bin ich bis zum Ende des Radwegs auf der Straße gefahren und wollte dort auf den Weg auf den Neckardammweg. Tja, leider war genau diese Zufahrt von Barrikaden blockiert, die Radfahrer daran hindern sollten, auf den Radweg zu fahren, weil dort ja eine Baustelle ist."


Baustellen sind ein zusätzliches Highlight, aber hier haben wir beispielsweise einen festeingebauten Flaschenhals auf der Hauptradroute 1 am Marienplatz, der auch nicht zu verachten ist.
Die Möhringer Straße endet in einer Spielstraße an einem Supermarkt. Die besonderere Herausforderung: Fußgänger sind bewegte Pfosten, Hunde sind unberechenbar.


Ganz fein und relativ zuverlässig ist auch diese Situation in der Cottastaße, egal ob bergauf oder bergab. Auch hier kann man bei Grün in den startenden Gegenverkehr aus der Einabhnstraße radeln. Die Fahrbahn ist nervenkitzel-eng.

Achtung, nur für Fortgeschrittene.


Kommentare:

  1. Die "Auto-Abstellplätze" auf den Radwegen in der Cotta gehören zu meinen persönlichen Lieblingen. Immer gern genutzt von den Autofahrern und scheinbar finden auch kaum Kontrollen statt. Als Radler wird man damit immer wieder daran erinnert, dass man in einer 20-Prozent-Fahrradanteil-Möchtegern-Autostadt lebt...

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    1. Es ist erstaunlich, wie wenig sich die Polizei für blockierte Radspuren interessiert. Ein Stoppschild für Radler aufstellen, weil man sie für gefährdet hält, fas ja. Aber da, wo es wirklich gefährlich ist, weil der Radler in den Gegenverkehr fahren muss, nichts tun. Das ergrimmt mich schon leicht.

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    2. Weil sie "nicht für den ruhenden Verkehr zuständig sind". Das der fahrende Verkehr, nämlich Radfahrer, behindert und gefährdet wird interessiert die nicht. Das Ordnungsamt dagegen sagt gebetsmühlenartig, dass keine gehäuften Beschwerden kommen, oder zuwenig Personal vorhanden sei. "Liebe" Stadt Stuttgart: dann stellt halt mal mehr Leute ein! Das rechnet sich. Und konzentriert euch auf Stellen, wo Autos nicht abgestellt werden dürfen, nicht mehr auf abgelaufene Parkuhren!

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    3. Ich finde die Polizei in Stuttgart interessiert sich allgemein nicht für den Verkehr. Das geht nicht speziell gegen Radfahrer. Und man kann als Radfahrer genauso unerlaubte Dinge tun wie als Autofahrer, ohne dass es geahndet wird.

      Das Stoppschild stellt nicht die Polizei auf sondern die Stadt, die Polizei müsste lediglich die Einhaltung kontrollieren. Aber bei einer der Stoppschildpartys sagte ja einer der Polizisten, dass man auch die Kirche im Dorf lassen kann (oder so ähnlich).

      Ich persönlich bin sehr dafür, dass mehr kontrolliert wird (Autos wie auch Radfahrer; auch der ruhende Verkehr).

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    4. Ja, die Polizei erledigt nur einen Teil ihrer Aufgaben. Z.B. sind sie auch gehalten Radverkehrsanlagen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu überprüfen.

      Und auch für das Stoppschild trägt die Polizei eine Mitverantwortung. Denn an verkehrsrechtlichen Anordnungen sind die beteiligt.

      Wird Zeit dass Ordnungsamt, StVB und Polizei endlich mal ihren Job machen.

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  2. Es grüße "Christian" aka Steffen ;)

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  3. ich würde mich in der cottastr. und auch generell einfach für mehr poller und andere bauliche maßnamen aussprechen um radwege freizuhalten. klar, am besten wäre es ohne poller und co. weil das ja auch wieder irgendwie ein hindernis ist. aber ein poller am radweg ist mir immer noch lieber als ein auto auf dem radweg.

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    1. Vorbild Frankreich. Poller und Gitter an Wegen in der Stadt en masse. Ich war letztens mit dem Rad in Straßburg und 60 km auf elsässischer Seite mit dem Rad unterwegs... unglaublich, Radwege! Und so viele, sogar entlang der Landstraßen, teils direkt am Fahrbahnrand auf der freigegebenen Standspur. In Deutschland würde man solche Straßen wohl eher zurückbauen als auf diese Idee zu kommen. Und auch was den Zustand angeht meist tip-top, denn in Deutschland wird ja gerne mal der ausgefahrene Straßenrand als Radspur ausgezeichnet und von jeglichen Reparaturmaßnahmen ausgeschlossen (zum Beispiel im Kaltental hinterm Waldeck im unteren Abschnitt rauf nach Vaihingen).

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  4. Also sorry, als ich am So.12./Mo.13. Juli '15 an der beschriebenen Baustelle in Münster vorbei bin, sah die Ausschilderung für Stuttgart Verhältnisse vorbildlich aus, jeweils am Anfang und Ende eine Barriere rechtzeitig davor aufgestellt.
    Vielleicht hat "Christian" aka Steffen hier ja nur einen Moment erwischt, als die Bauarbeiten gerade im Gange waren oder jemand die Barriere - warum auch immer - verschoben hat.

    Hier jedenfalls meine Eindrücke als Bilder:
    Barriere stadtauswärts, mit Baustelle in der Ferne | Barriere stadtauswärts, Seitenansicht | Barriere stadteinwärts

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    1. Ich war an einem Samstag unterwegs, gebaut hat da niemand. Die "Barriere Stadteinwärts" war da, Stadtauswärts definitiv nicht. Ich bin da ja gefahren und hätte zwangsläufig kollidieren müssen...

      So wie auf Deinen Fotos (danke dafür!) wäre es für mich KEIN Grund zur Beanstandung!

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    2. Na, wenn das so ist, dann muss man aber mal extra ein Lob dafür aussprechen!
      Immerhin hat hier jemand am Wochenende und sogar innerhalb der Zeit die wohl wirklich der üblichen Freizeit zuzuschreiben ist, nach den Schildern für den Radweg geschaut! Demnach scheint doch jemand aus der Verwaltung der Stadt oder der Baufirma ein Herz für Radfahrer zu haben :)

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    3. Wann warst Du denn dort? Ich war letzten Samstag, es muss gegen 16 Uhr gewesen sein. Und die Absperrung stand definitiv nicht dort, ich wäre dagegen gefahren.

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    4. Das war am Sonntag 12. Juli '15, fast genau 24 Stunden später. Hast du samstags evtl. diese Barriere oder Teile davon an der Seite gesehen? Dann könnten die natürlich im Laufe des Sonntags von (Verwaltungs-) Unbeteiligten zurechtgerückt worden sein, sodass sich bei meiner Fahrt ein passables Bild ergab.

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    5. Also so "halb versperrt" war der Weg auch nicht, das wäre mir aufgefallen. Auf Absperrungen, die im Gras liegen, habe ich nicht geachtet.

      Vielleicht ist die Polizei ja aktiv geworden? Möglicherweise haben sich viele verirrt, und es bestand Handlungsbedarf. Wer weiß, wer weiß...

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