3. August 2015

Für Neu-Stuttgart-Radler/innen

Wer in Leipzig, Karlsruhe, Freiburg oder Münster Rad gefahren ist, erschrickt, wenn er oder sie in Stuttgart aufs Rad steigt. Erstens die Berge! Und zweitens der Autodschungel, in dem Radrouten schwer zu entdecken sind. 

Man kann gut Rad fahren in Stuttgart, aber man muss sich auskennen oder man hat am Lenker eine Halterung für ein Handy mit Navi. Stuttgart ist keine Stadt, wo man sich ohne Navi oder Vorbereitung der Strecke aufs Rad setzt und - sagen wir vom Bahnhof zu einem Termin am Hölderlinplatz im Westen einfach mal losfährt im Vertrauen darauf, dass Wegweiser einen radlergerecht dorthin führen.

Eins Vorneweg: einen Vorteil hat Stuttgart vielen anderen Städten gegenüber: Es regnet hier selten und noch seltener länger als einen Tag.



Als Navis taugen Bike Citizens, eine App fürs iPhone, die ganz gut mit den Stuttgarter Gegebenheiten zurecht kommt. Oder Strava, wo man sich aber registrieren muss. Auch Googlemaps kämpft sich schon ganz tapfer mit Radlerblick durch den Dschungel und hilft, wenn man sich rettungslos verfranst hat. (Hier nehme ich gern noch andere Apps auf, wenn Vorschläge kommen.)

Wegen der Berge rund um den Innenstadtkessel hinkt Stuttgart mit der Radinfrastruktur um Jahrzehnte hinterher. Erst seitdem es Pedelecs gibt, die die Anstiege nivellieren, hat Stuttgart einen Reisensprung in Richtung Fahrradstadt gemacht. Mit dem Ausbau der Wege kommt jetzt kaum hinterher. Und es gibt viele Politiker, die immer noch meinen, Stuttgart sei eine Autostadt und werde nie eine Radstadt sein. Man merkt auch schnell: Stuttgart ist für Autos gebaut, alle Straßen sind nur für Autos angelegt. Radfahrer bekommen nur dort einen Streifen, wo genügen Platz ist, verengt sich die Straße, schickt man Radler auf Gehwege und über Fußgängerüberwege. Hauptsache, sie bremsen den Autoverkehr nicht aus. Ich mache das schon lange nicht mehr mit. Ich fahre auf der Fahrbahn. Das ist ja nicht gefährlicher, nur stressiger.

Stuttgart ist eng, deshalb enden Radwege und Radspuren schnell wieder, vor allem, sobald man sich älteren Stadtkernen oder der Innenstadt nähert. Man muss oft entscheiden, fährt man auf einem freigegebenen Gehweg weiter (Schrittgeschwindigkeitsgebot!) oder auf der Fahrbahn. Wenn man sich für die Fahrbahn entscheidet, dann fragt man sich: Wissen die Autofahrer auch, dass ich als Rad keinen Blechpanzer um mich herum habe?

Gut ist deshalb, die Strecke zur Arbeit an einem Sonntag pfadfindermäßig zu erforschen und dabei Nebenstraßen zu wählen. Vor allem, wenn man kein Pedelec fährt und Anstiege vermeiden will. (Gerne kann man auch mich fragen.)

Möhringen: Hier soll man plötzlich links rüber.
Aber wie eigentlich
In Stuttgart ist es durchaus üblich, dass man als Radler mal urplötzlich am Ende eines gut ausgebauten Radwegs quer über die Straße nach links auf eine Fortführung geschickt wird, gern eine Kombination aus Geh- und Fußweg. Oft tückischerweise mit dem blauen Schild "Radweggebot" versehen. Man muss also hin. Und man möchte oft auch, weil die Fahrbahn so eng wird, dass man Autos aufhält, wenn man dort weiterfährt.

Auf freigegebenen Gehwegen, die auch gern mal in Fahrtrichtung links liegen, muss man natürlich nicht fahren, aber hier gilt oft ebenfalls: Bleibt man auf der Fahrbahn, braucht man starke Nerven, wenn die Autoschlange hinter einem immer länger wird.

Man darf auf fast allen Bundesstraßen radeln. Es gibt nur wenige, auf denen das nicht erlaubt ist, wo also ein Radverbotsschild steht oder das Schild "Kraftfahrtstraße". Das ist die Cannstatter Straße mit Schwanenplatztunnel und König-Karls-Brücke zwischen Neckartor und Cannstatt. Und die Kreuzung am Bahnhof Richtung Heilbronner Straße. Und man darf über den großen zentralen Charlottenplatz nicht mit dem Autoverkehr nach links abbiegen. Geradeaus überqueren kann man ihn aber. Durch die meisten Tunnels darf man auch nicht. Sehr wohl aber durch den Schwabtunnel.

Man darf auch auf der B14 radeln, die Stuttgart zwischen Heslacher Tunnel und Neckartor durchschneidet, auch durch die Unterführungen. Es ist nicht verboten. Es traut sich nur fast keiner. Und man kann nicht sicher sein, ob die Polizei auch weiß, dass hier keinerlei Verbotsschilder stehen.

Viele Bundesstraßen, die durch Stuttgart führen, haben mittlerweile parallele Radwege, oft illegal schmal und darum schnell zum Gehweg mit Radfreigabe deklariert, weil man Radler auf keinen Fall auf die Fahrbahn lassen will, aber durchgängig, auch wenn man die Wege durch Grünanlagen oft nicht auf Anhieb findet. Das gilt beispielsweise für die Heilbronner Straße (B27) zum Pragsattel hoch und runter.

Grüne Welle für Radler gibt es in Stuttgart nicht. Es gibt nur eine grüne Welle für Autofahrer, die auf 50 km/h (oder 30 km/h auf beruhigten Straßen) ausgelegt ist. Das bedeutet zuweilen, dass wir an jeder Ampel, spätestens der dritten, halten müssen. Es erzeugt übrigens auch einen Auto-Drängel-und-Überholverekehr hinter uns, weil Autofahrer die grüne Welle auf jeden Fall ausnutzen wollen. Auch hier gilt: Nerven behalten und sich nicht an den Bordstein drängen lassen. Wir werden immer mehr Radler, und die Stuttgarter Autofahrer gewöhnen sich langsam an uns.

Radampeln stehen in Stuttgart leider oft nicht so, dass man sie in Fahrtrichtung immer vor sich entdeckt. Sie sind meist genau dort angebracht, wo ohnehin ein Mast steht. Das ist teilweise echt lebensgefährlich. Und ich kann allen Neu-in-Stuttgart-Radler/innen nur dringend raten: Fahrt langsam und sehr achtsam, wenn ihr eine Strecke zum ersten Mal radelt und Straßen kreuzt, egal ob geradeaus oder nach links. Es gibt bisher nur ganz wenige Radampeln, die den Radlern beim Start an einer Ampel ein oder zwei Sekunden vorher Grün geben. Gern schickt die Stadt die Radler kurzerhand über mit Fußgängerampeln gepaarte Ampeln, also über Fußgängerüberwege.

Der Drücker ist nur für die Nacht. Man kommt auch nur
schwer hin. (Löwentorstr. zum Hallschlag)
Und so wird Linksabbiegen in Stuttgart oft warteintensiv. Bis man über sechs hinterinander geschaltete Fußgänger/Radampeln im Fußgängermodus links drüben ist, hat der Autoverkehr mindestens einen kompletten Umlauf hinter sich. An manchen Stellen gibt es auch das so genannte indirekte Linksabbiegen. Der Radler wird auf einen Aufstellplatz in die Querstraße geschickt und muss warten, bis de Geradeausverkehr der Querstraße Grün bekommt. 

Sehr sehr oft radeln wir in Stuttgart dort, wo auch viele Fußgänger unterwegs sind. Der Schlossgarten ist beispielsweise ein gemeinsamer Rad- und Fußweg. Das heißt: auf Spaziergänger Rücksicht nehmen. Fährt man einen Fußgänger an, weil der unerwartet seine Richtung ändert, kann man sich mit nichts rausreden. Der Radler ist schuld. Im Schlossgarten gibt es genau zwei Radwege (für Fußgänger gesperrt), einen am Landtag und einen ab Neckartor Richtung Cannstatt. Viele Fußgänger kapieren das aber nicht. Fußgänger haben in Stuttgart Schwierigkeiten, Radwege zu erkennen. Sie sind zu sehr gewöhnt, dass es keine gibt. 

Auf freigegeben Gehwegen, von denen es viel zu viele gibt, muss man Schrittgeschwindigkeit fahren, was natürlich nicht der Lebenswirklichkeit entspricht. Aber nicht jeder Gehweg ist freigegeben, manchmal der jenseits einer Nebenstraße, die man kreuzt, schon nicht mehr. Leider sind Stuttgarter Radler so daran gewöhnt, über Gehwege geschickt zu werden, dass sie auch gern und häufig auf verbotenen Gehwegen radeln. Das sollte man sich gar nicht angewöhnen, finde ich. 


Fahrradwege gibt es in der Innenstadt nicht viele, und keiner geht durch. In die Außenbezirke sind  aber inzwischen auch recht lange Radwege gebaut worden (z.B. Hauptradroute 1 von Vaihingen nach Fellbach, der so genannte Tallängsweg). Radwege sind nur solche, die getrennt von der Fahrbahn gebaut sind. Sie sind gefährlicher als das Fahren auf der Fahrbahn, vor allem an Kreuzungen. Autofahrer biegen rechts ab und sehen den Radfahrer nicht, er auf dem Radweg geradeaus will. In der Innenstadt versickern dann alle Radwege und Radstreifen in einem Gewinkel aus Gehwegen, Sicherheitsspuren und ungeregelten Übergängen.

Wir haben eine Fahrradstraße, die manche Radler inzwischen gefährlicher und schwieriger finden als normale Nebenstraßen, weil Autofahrer sie als Parkplatz für sich entdeckt haben. Das gilt auch für einen rätselhaften Abschnitt der Tübinger Straße beim Gerber, den wir Mischverkehrsweg (Shared Space) nennen, obgleich nichts darauf hindeutet, dass es so ist. Auch hier ist das Radeln mühsam, weil Autos durchdrängeln und Fußgänger teils blicklos queren. De fakto ist es eine Straße, auf der 20 km/h und Rechts vor Links gilt und wo nicht geparkt werden darf. (Es wird aber geparkt.)

Endet ein Radweg oder eine Radspur, ist der Übergang auf die Fahrbahn in Stuttgart Glückssache. Gedanken darüber macht man sich in Stuttgart nicht. Mal führt die Radspur geradeaus ins Heck geparkter Autos, mal endet der Radweg mit einer 90-Grad-Kurve am Bordstein.

Um den Übergang in den fließenden Verkehr rollend zu schaffen, bedarf es oft eines kräftigen Antritts und einer sehr guten Kenntnis der Verkehrssituation.

Oft zeigt sich, dass man auf dem roten Radwegpflaster sowieso nicht fahren kann, weil alles viel zu eng ist. Wenn man Glück hat, sieht man, wie es andere Radler machen und kann es ihnen nachmachen, so wie hier in Cannstatt am Rosensteinbunker. Der Gehweg ist zu schmal für Gegenverkehr vor allem am Wochenende.

Und es gibt in Stuttgart eine Besonderheit: den Neckardamm. Er geht von Esslingen bis mindestens Hofener Schleuse und ist einer der meistbefahrenen Radrouten Stuttgarts. Doch er ist an einigen Hauptabschnitten kein Radweg, sondern nur freigegebener Gehweg. Vor allem in Cannstatt. Am Wochenende ist hier alles unterwegs, was gehen oder radeln kann. Alternative durchgängige Radwege auf der anderen Neckarseite sind in Planung, aber nur teilweise fertig.

Für Neulinge in Stuttgart ist meist auch verblüffend, dass hier kaum Polizeikontrollen stattfinden. Die Polizei interessiert sich nicht für auf Radwegen geparkte Fahrzeuge, aber auch nicht für Radler, die illegal fahren, etwa bei Rot über die Ampel, auf der falschen Straßenseite oder auf dem Gehweg. Es soll eine Pedelec-Staffel geben, die auch Radler kontrolliert. Aber gesehen hat sie noch niemand. Radler wünschen sich aber auch, dass die Polizei merkt, wie viele Autos auf Radwegen abgestellt werden.

Nur die Fußgängerzone Königstraße wird kontrolliert. Hier darf man gar nicht radeln, auch nicht frühmorgens und spätabends. Auch wenn der Bereich für den Zulieferverkehr frei ist und der seine Zulieferei keineswegs bis 11 Uhr beendet hat. (Das kümmert aber derzeit niemanden.) 

Das Parken und Halten auf Radwegen ist ein echtes Problem. Es fällt Stuttgartern schwer, Radwege zu respektieren, auch weil sie nicht sofort jemanden anradeln sehen. Sie haben das Gefühl, Radwege und Radsteifen seien eh rausgeschmissenes Geld, weil dort niemand radle. Das macht es Radlern schwer, dort zu fahren. Außerdem befindet sich der Stuttgarter Autofahrer in ständiger Parkplatznot (auch weil er nicht in die Tiefgarage und nichts zahlen will) und stellt sein Auto gern überall dort ab, wo er keine anderen Autofahrer behindert, also auf dem Fußweg und auf dem Radweg. Anders als Zürich, ist die Stadt Stuttgart nicht daran interessiert, sich energisch gegen Falschparker durchzusetzen. Aber das kommt sicher bald.
Induktionschleifen für Radampeln gibt es in Stuttgart meines Wissens noch keine. Und nicht jede Induktionsschleife auf der Fahrbahn für Autos reagiert auch auf Räder. Die Chance wird größer, wenn man sich mit dem Rad genau auf eine Ecke der Induktionsschleife stellt, hat mir mal jemand gesagt. Ich glaube seitdem daran.
Wir haben aber an ein paar Stellen Drücker (wie an Fußgängerampeln), um bei Nacht Grün anzufordern. Tagsüber sind sie im normalen Umlauf geschaltet. Nicht alle sind wirklich leicht zu erreichen, auch weil sie gelegentlich zugeparkt sind.

Fahrräder geklaut werden übrigens noch recht wenig in Stuttgart. Kommt aber vor.

Ach ja: Es gibt auffällig viele Radler den Weg zur Arbeit in Montur zurücklegen, als seien sie auf dem Weg zur Tour de France. Das mag daher kommen, dass Radfahren in Stuttgart wegen der Berge ursprünglich eine höchst sportliche Angelegenheit war, bei der man ins Schwitzen kommt. Die Tor-de-France-Pendler haben in ihrer Firma eine Duschgelegenheit. Manche fahren auch sehr weite Strecken. Studenten radeln in Stuttgart eher nicht, weil der Hauptcampus oben in Vaihingen liegt. Die meisten Radfahrer sind gut situierte Leute ab Mitte dreißig, neuerdings auch vielfach auf Pedelecs, die Bewegung wollen oder denen der Stau und die Parkplatzsuche auf die Nerven gehen.
Und Stuttgart ist die Hauptstadt der Montainbiker, hat aber zehn Jahre gebraucht, eine Downhill-Strecke zu schaffen (sie soll im Sommer 2015 fertig werden). Initiiert wurde sie von den Grünen im Gemeinderat, aber nach zehn langen Jahren reklamieren auch andere von anderen Parteien die Idee für sich.

Und hier ein paar grundsätzliche Regeln fürs Stadtradeln:
  • Ist an eine Ampelanlage irgendwo ein Rad auf der Steuscheibe sichtbar, muss der Radfahrer dort queren, das heißt oft parallel zu den Fußgängern auf dem Fußgängerüberweg. Ansonsten gelten die Ampeln für den Autoverkehr. 
  • Kreisverkehre nie am Rand durchfahren, sondern immer mittig, sodass kein Auto überholen kann, sonst fährt einen das nächste rausfahrene Auto um.
  • Auf dem freigegebenen Gehweg fahren heißt Schrittgeschwindigkeit fahren. 
  • Radspuren, Sicherheitsspuren und Pflastermalereien auf dem Gehweg sind für Radler nur dann der gebotene Weg, wenn dort auch das blaue Schild mit dem Radzeichen steht.
  • Das Schild "Radfahrer bitte absteigen" hat keine straßenverkehrsrechtliche Relevanz. Es ist kein offizielles Schild. 
  • Radler dürfen einen Zebrastreifen benutzen, haben aber keinen Vorrang darauf so wie Fußgänger. 




Kommentare:

  1. Tolle erste Anleitung, aber ich würde gerne noch ein paar Anmerkungen machen.

    Brouter ist ein sehr guter Router für Radfahrer, vor allem arbeitet er auch mit freien Daten und nicht mit Googlemist.

    Stuttgart ist die Start der Fahrradverbote, ich denke es gibt keine Stadt in der es mehr Schilder gibt die anzeigen das Fahrradfahren hier öfter verboten ist.

    Ich fahre inzwischen die B27 zur Arbeit, das ist, so lange man zu einer Zeit fährt die früh ist, kein Problem. Deshalb würde ich das mit den Nebenstraßen auch nur dort machen wo es wirklich keinen zu großen zeitlichen Nachteil bringt.

    Und noch Vorsicht zur Hauptradroute 1, sie ist keine Hauptradroute wie man sie vielleicht aus anderen Städten kennt. Man fährt über freigegebene Fussgängerwege. Nur selten ist man auf einem wirklichen Radweg unterwegs.
    In Stuttgart sollte man vor allem eins beachten: Man darf sich nicht einschüchtern lassen und sollte wach und aufmerksam fahren. Man hat die gleichen Rechte wie Autofahrer und man sollte auch auf die Kennzeichen achten, WN und LB sind üblicherweise gefährlich, ES und S können üblicherweise mit Radfahrern umgehen.

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  2. Es gibt in Stuttgart mindenstens eine Induktionsschleife für Radfahrer.
    Wenn man den Radweg von Stuttgart-Heslach Richtung Vaihingen fährt, wechselt dieser bei der Stadtbahnhaltestelle Waldeck die Seite. Dort ist für Radfahrer eine Ampel mit Induktionsschleife. Man erkennt das Ansprechen sehr gut, da dann das Licht am Druckschalter angeht.

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    1. Stimmt. Wusste ich auch mal, hatte ich vergessen.

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  3. Gut geschrieben, Kompliment. Eine Anmerkung zum Arnulf-Klettplatz und Heilbronnerstr. Seit dem beidseitigen Wegfall des Radweges wegen der S21 Baustelle ist es erlaubt ab der Jägerstraße die Heilbronnerstraße zu benutzen. Es gibt kein Verbotsschild. Meines Erachtens gilt dies auch von der Schillerstraße kommend. Der Fahrradweg endet am ehemaligen Parkplatz, es gibt kein Hinweisschild, das Verbotsschild wird nicht wiederholt, dehalb gehe ich hier immer auf die Schillerstraße und biege dann rechts ab in die Heilbronnertraße. Passt vielen Autofahrern nicht, aber wie soll es sonst gehen?

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  4. Ich meine, ich habe derletzt in Ost von Weitem eine Radlerstreife gesehen, bin mir aber nicht zu 100% sicher, ob das jetzt Polizisten oder doch irgendwelche vom Ordnungsamt oder dergleichen waren (gibt's sowas?), zumindest waren die Uniformen blau-schwarz und das Hoheitsabzeichen strahlte gelb-schwarz auf den Schultern. Und ob das jetzt die mysteriösen Pedelec oder normale Räder waren... naja, wo war das? In der Teckstraße (kennt bestimmt nicht jeder, ist eine kleine Nebenstraße unweit vom Ostendplatz gelegen). Schon lustig, weil gerade in der Ecke, wo die ansonsten durchgängige Landhausstraße gepflastert und unterbrochen ist, eigentlich nie etwas los ist.

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    1. Vielleicht müssen die sich die Stadt ja auch erst einmal erradeln. Da gibt es ja viele unbekannte Ecken und seltsame Situationen für Radfahrer. Das alles muss man erst erfahren und erlernen, bevor man durchschaut, warum die Radler so fahren wie sie fahren.

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    2. Ich hab tatsächlich schon zwei der besagten Burschen gesehen, auch in der Ecke (Ostendstraße, nähe Ostendplatz), es waren zweifelsfrei Polizisten in voller Montur (Waffe, etc.) auf gediegenen Pedelecs. Angenehm war, dass deren Präsenz den Autofahrern schlagartig Respekt einflößte. Plötzlich traute sich keiner mehr, die Radler auf der schmalen, einspurigen Ostendstraße zu überholen.

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  5. Vielleicht noch etwas:
    Motorisierte Zweiräder, also Roller und Motorräder, sind in Stuttgart besonders gefährlich da sie den ausgeschilderten Fahrradstreifen am Rand der Fahrspur für sich beanspruchen. Mir passiert es des öfteren das einer dieser Regelmissachter vor mir habe und ich durch dieses behindert werde. Wie bei allem in Stuttgart was Fahrradfahrer angeht interessiert das das Ordnungsamt nicht und auch die Polizei duldet dies, denn Streifenfahrzeuge akzeptieren diese Fahrzeuge auf dem Fahrradstreifen.

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  6. Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Ok, sie sind dir im Weg. Aber warum soll das "besonders gefährlich" sein? Ist doch nicht anders wie ein langsameres Fahrrad vor dir, das du eben auch überholen müsstest.

    Und warum tun diese bösen "Regelmissachter" das? Weil sie langsam sind und vom Autoverkehr daher genauso gejagt, gehetzt und geschnitten werden wie wir Radler.

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    1. Und deshalb dürfen sie jetzt die Regeln missachten?

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  7. Langsam? Ich fahre eh nicht übermässig gerne auf dem Radweg und jetzt soll ich an der Ampel hinter dem stinkensten Verkehrsteilnehmer den es überhaupt gibt stehen? Zumal es durchaus gefährlich sein kann wenn jemand der langsam fährt von hinten von so einem rüpelhaften Rollerfahrer bedrängt wird. Und es kommt ja noch besser: Diese Leute wissen noch nicht mal das sie etwas falsch machen. Darauf angesprochen wurde ich gefragt warum ich sie denn anspreche....

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    1. Es ist verboten, dass Mopeds und Motorräder Radwege benutzen oder auf Radstreifen an der Ampel warten. Ich sehe oft, dass sich Krad-Fahrer eigentlich für motorisierte Radfahrer halten und meinen, sie müssten einen Vorteil davon haben, nämlich denselben, den die Radler haben, rechts am Verkehr vorbei zu dürfen und nicht zwischen, sondern neben den Autos zu fahren. Es ist übrigens auch für Radler weniger gefährlich, wenn sie nicht neben einem Auto fahren, sondern zwischen den Autos. Das Gleiche gilt für Motorradfahrer. Wenn sie vor einem Auto fahren, werden sie gesehen, wenn sie rechts oder links daneben fahren und auch noch schneller sind, dann werden sie vom Autofahrer nicht gesehen und umgenietet. Ich finde als Radlerin übrigens, dass Motorräder nichts auf den wenigen Radspuren zu suchen haben. Wenn so ein auspuffendes Teil nämlich vor mir an der Ampel wartet, habe ich erstens den Dreck in der Nase und zweitens startet der viel langamer als ich und hält mich auf. Außerdem stehe ich dann nicht mehr in der Sichtachse des Autofahrers links neben mir, sondern weiter hintern, und er übersieht mich beim Abbiegen, weil er denkt, das Motorrad ist ja nun schon weg. Ihr gefährdet also durchaus die Radfahrer, wenn ihr auf ihren Streifen knattert, tut ihr das auch noch gegen die Fahrtrichtung als Geisterknatterer, dann erst Recht. Und man kann nicht von Radlern ständig verlangen, dass sie die Regeln einhalten, wenn man es als Motorisierter auch nicht tun will.

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  8. Keine Ahnung, warum es hier plötzlich um Motorräder und Kräder geht und dann auch noch in Gegenrichtung und, und, und..? Oben war von langsamen Gefährten die Rede, die das eigene Tempo bremsen. Geisteradler sind auch nicht witzig und ein an einer Ampel bereits haltender Radler schafft genauso das Risiko, als Zweiter, Dritter oder Vierter von unachtsamen Autofahrern übersehen zu werden. Gem. § 5 Abs.8 StVO dürfen übrigens auch Mofas rechts an haltenden Fahrzeugen vorbei. Nicht freigegebene Radwege sind für sie rechtlich tabu, Schutzstreifen bei Bedarf jedoch nicht. Und das stinkende Abgaswölkchen? Meine Güte, wer Fahrradschnellstraßen nicht durch den Schloßgarten, sondern parallel am Rande der hochbelasteten Hauptverkehrsachsen fordert, wird noch ganz andere Feinstaubmengen seiner Lunge einverleiben müssen.

    Egal. Mein Mitgefühl mit den nicht minder gehetzten und bedrängten Mofas im Stadtverkehr habe ich zum Ausdruck gebracht. Um mehr ging es mir nicht. Nur eines noch:

    Das einzige, wirklich ernste Argument hinsichtlich der Fahrrad- sowie der Schutzstreifen vermisse ich hier völlig. Denn egal, wer sie benutzt oder gar benutzen muss, der gefährdet sich. Die Dinger sind viel zu schmal und wehe, es öffnet sich eine Autotür oder ein geparktes Fahrzeug schiebt sich ein wenig aus einer Parkbucht, um erst dann zu schauen, ob die Fahrbahn eigentlich frei ist ...

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