14. September 2015

Achtung, Schulhof kreuzt!

Zwischen Oper und Ferdinand-Leitner-Steg geht es eng zu. Fußgänger und Radler mischen sich vor dem Trichter zur Brücke. In der Regel funktioniert das Chaos besser, als man denkt, wenn man es sich anschaut.  

Aber jetzt kommt ein neuer Faktor hinzu: Ein Schulhof kreuzt, oder vielmehr Schülerinnen und Schüler, die zu ihrem Schulhof gehen. Es sind die vom Königin-Katharinen-Stift (rechts in Fahrrichtung Cannstatt). 


bisher nur ein kleines Warn-Schild
Sie müssen über den Weg - der unsere Hauptradroute 1 ist - zu einem neuen Schulhof wechseln, der im Grünen links entstanden ist. Sie haben keine andere Möglichkeit, denn ihr Schulhof direkt an der Schule wird für die Baustelle für die neue S-Bahnhaltestelle im Rahmen der Großbaustelle S21 gebraucht. 

alter Schulhof
Das heißt für uns Radler/innen: Achtung! Die Schüler/innen haben jedes Recht, den Weg zu queren, der ja ein gemeinsamer Rad-/Fußweg ist. Und es mag durchaus sein, dass sie dabei nicht konzentriert und wachsam nach links und rechts schauen. Das müssen sie auch nicht. Denn wir Radler sind auf gemischten Rad-/Fußwegen verpflichtet, auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen. 


So sieht das aus der Perspektive der Schüler aus. Da müssen die rüber zum neuen Schulhof. (Beide Bilder links) 

neuer Schulhof
Bisher ist es nur ein sehr kleines Schild, das sehr weit links vor dem Querverkehr der Fußgänger warnt. Es sollen aber noch Asphaltmarkierungen dazu kommen. 

Die Stadtverwaltung hat große Angst, dass da was passiert, wenn ein Radler den Ferdinand-Leitner-Steg hinunter saust. Für den Fall, dass das Befürchtete eintritt, gibt es bereits Überlegungen, die von Sperrgittern bis zu einem Radfahrverbot reichen. Ich bin überzeugt, dass wir Radler auch mit dieser Situation gut umgehen können werden. Die Situation im Stadtgarten ist für uns ja seit jeher komplex und wir sind es gewohnt, auf Fußgänger zu achten. 

Ja, ich weiß, es wird zunehmend komplexer, und es gibt zu einem Radschnellweg (ampelfrei) parallel zum Schlossgarten eigentlich keine Alternative mehr. Nur das wird halt nicht so schnell gehen, wie wir es bräuchten. 


Kommentare:

  1. Die S21-bedingte Schulhofverlagerung ist ja nicht neu und sie ist auch nicht nur kurzfristig und mir ist es daher völlig unverständlich, warum es nicht schon längst eine Lösung gibt. Weil sie nötig ist. Und das bisherige, normale "Miteinander" von Fußgängern und Radfahrern auf dem Steg ist und war ja auch schon nicht wirklich witzig.

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  2. Welches Miteinander auf dem Steg? Da ist doch klar alles sauber markiert, nur ein bischen schwer zu erkennen. Ich fahre schon lang um den Steg herum.

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  3. Seit der Brückeneröffnung habe ich auch meinen Arbeitsweg geändert. 1km länger, aber kein Meter Schloßgarten mehr dabei.

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    1. Es geht hier um den Ferdinand-Leitner-Steg, dieser wurde 1961 zur Bundesgartenschau eröffnet bzw. 2008 wiedereröffnet nach der Restaurierung, daher war vermutlich der nahe Stuttgart 21-Steg (Eröffnung 2015) gemeint.
      Nichtsdestotrotz eine Umleitung um diesen Bereich des Schlossgartens mit gerade mal einem Kilometer Umweg klingt verlockend – wo verläuft denn diese Route? Gibt ja leider kaum allgemein, taugliche Alternativen zum Schlossgarten.

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    2. Ich weiß schon, daß es um den Ferdinand-Leitner-Steg geht. Aber durch den Umweg fahre ich durch durch kein Stück Schloßgarten mehr, weder Unterer noch Mittlerer noch Oberer.

      Früher bin ich am Neckartor reingefahren und über Schloßplatz wieder raus. Jetzt fahr über die Urbanstraße und Charlottenplatz. Gegenüber der Situation im MSG und F.-L.-Steg ist der Charlottenplatz noch angenehm. zu fahren.

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    3. Ja - genauso mache ich es auch, diese Route habe ich ab etwa Ende 2014 zu schätzen gelernt, als es ums Planetarium immer enger geworden ist.
      In den Stuttgarter Talkessel hinein geht es zwar leicht den Berg hinauf, aber in Gegenrichtung ist es wirklich recht angenehm.
      Die Wartezeit an Ampeln hat man ja auf beiden Route - egal ob nun die Planie oder die Charlottenstr. zu kreuzen ist ist.

      Im Grunde ruhiger, da man mit den Verkehr mitfahrt und nicht das Verhalten der Fußgänger vorhersehen muss, aber manchmal finde ich das Verhalten von Autofahrern (Fahrstil/Parken) auf dieser Alternativroute etwas kritisch. Manche davon haben das Konzept einer Einbahnstraße mit Freigabe für Fahrräder noch nicht so recht verstanden. Mal sehen, nachdem die letzte Critical Mass (Sep.'15) teilweise diese Route genommen hat, werden hier vielleicht vermehrt Radler fahren.

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    4. Problem ist das es für die andere Seite der Bahn keine passable Variante gibt. Ich fahre täglich die B27 nach Stuttgart vom Hallschlag aus, die Rückfahrt jedoch muss ich über den Schlossgarten machen denn es gibt keine Alternative, und wenn jetzt auch noch dieser Mist dazukommt hoffe ich auf eine Radvollsperrung damit all die die meinen Stuttgart hätte ach so eine tolle Radhauptroute 1 erkennen das es eben nicht so ist.

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    5. Ich fahre auch oft die Route Charlottenplatz/Urbanstraße, Kernerplatz, Neckarstraße. Aber für alle, die Richtung Stuttgart Nord wollen, ist gar nichts wirklich gut. Man kommt aus dem Zentrum nicht ins Nordbahnhofsviertel, ohne noch viel schlimmere Wendungen machen zu müssen als durch den Schlossgarten. Das Europavierel ist leider überhaupt nicht auf Radler eingerichtet, wurde wohl nie so geplant, und es sieht auch nicht so aus, als würde da nachträglich noch was geplant werden. Eine Vollsperrung des F.-L.-Stegs würde in der Tat die Lage eskalieren und allen deutlich machen, dass der Tallängsweg nicht wirklich funktioniert und so, wie er ist, eine Notstrecke durchs Zentrum wie Cannstatt ist. Genau deshalb wird man sich bei der Stadt sicherlich hüten, den Steg zu sperren. Und auch beim Land, das für den Steg verantwortlich ist, läuft eine Untersuchung, ob man das Geländer erhöhen darf (Denkmalschutz). Wenn man das nicht darf, muss man den Steg sperren. Und vor dem, was dann passiert, fürchten sich alle. Dann gibt es einen Aufstand der Radfahrer.

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    6. Ja, Charlottenplatz/Urbanstraße/Landhausstraße (in meinem Fall) taugt nur für die, die nach Ost oder weiter Wangen/Hedelfingen wollen, oder auf dem Weg nach Untertürkheim die Steigung nicht scheuen. Aus Richtung Nord gibt es als Alternative nur die Heilbronner Straße. Das ist nicht wirklich eine Alternative. Als ich noch in Zuffenhausen gewöhnt habe bin ich das manchmal gefahren. An Feiertagen auf der Fahrbahn, da ging es. Aber an Arbeitstagen wäre ich da zu sehr durch die Autos ausgebremst worden.

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    7. Wenn man Urbanstraße/Landhausstraße fährt, wird man durch viel Kopfsteinpflaster belohnt! :(

      P.S.: Ist es tatsächlich im Gespräch, den F.-L.-Steg zu sperren? Die Alternative führt dann mit Sicherheit über die Straßenkreuzung, also 4 Ampeln = 4 mal Hoppeln und 3 mal stehen bleiben und 6 Ecken. Nein danke - dann fahre ich nur noch nach Esslingen zum Einkaufen. Kein Mensch käme auf die Idee, die A8 am Flughafen zu sperren!!!

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    8. Für unsere Herren Entscheider ist die Radhauptroute aber nicht die A8 und Fahrrad fährt man nur in seiner Freizeit oder im Urlaub. So jedenfalls habe ich in Stuttgart des öfteren den Eindruck.

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  4. Sollte sich die Situation - nun mit Schulbeginn - drastisch verschlechtern (es muss ja nicht gleich zum Unfall kommen, bevor etwas gemacht wird) fände ich die Lösung mit der querenden Absperrgittern/-girlanden - natürlich mit Durchgang (evtl, auch in Z-Form?) - gar nicht so schlecht: recht kostengünstig, markant sichtbar und keine permanente Überfrachtung mit Schildern/Markierungen.

    Diese würden ja nur temporär - während der Pausen-Zeiten - durch die Schule aufgestellt werden, damit hätte man ein deutliches Signal, dass die alltägliche Situation hier im Moment verändert ist und man nun sich umsichtiger verhalten sollte.

    Es würde auch der Abstumpfung durch eben das alltägliche Vorhandensein vorbeugen. Eine große Schulweg-Markierung auf dem Boden okay, aber am Wochenende oder abends? Wieder mal ein Beispiel von der Hofener Straße: hier werden die Autofahrer ja auch nur per Blinklicht gewarnt, wenn die Straße wirklich gesperrt ist - außerhalb dieser Zeiten sind diese ausgeschaltet.

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    1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Falle einer Absperrung diese immer zu Pausenbeginn auf- und danach wieder abgebaut werden soll. Ich fürchte, wenn, dann wird es eine permanente Sperre, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

      Vielleicht könnte man auf Altbewährtes setzen? Schülerlotsen mit Kelle, die während der Pausenzeiten und auch sonst bei Bedarf, den Verkehr regeln? *gg*

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    2. ich denke, es ist keine Lösung gut, bei der irgendetwas abgesperrt wird. Auch jetzt schon sind immer wieder größere Gruppen von Fußgängern am Steg oder vor dem Steg unterwegs, wo sie Radler durchschlängeln. Und das ging bisher auch, zumal Radfahrer dann ja langsam unterwegs sind. Aber das werden wir ja jetzt sehen, wie das klappt.

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    3. Anscheinend gibt es diese Schülerlotsen auch schon und so etwas würde mich auch schon genügend warnen. Dennoch, obwohl es diesen Ersatzpausenhof ja schon längers gibt, habe ich die noch nicht gesehen, aber laut städtischer Informationen stehen dort während der Pausen-Zeiten ein/zwei Schüler mit Kellen und ein paar Leitkegeln herum und anscheinend wird auch alles wieder aufgeräumt (zumindest ist ja nichts alltäglich sichtbar).
      Dieses Arrangement wird aber wohl nicht ernst genommen - deshalb die "... große Angst ..." der Stadverwaltung. Vielleicht hilft ja eine kleine Einweisung der Schüler wie man das am besten macht oder schlicht einen Lehrkraft die das Sichern übernimmt?! Das sollte meiner Ansicht nach reichen.

      Mit den Absperrungen habe mich auf den Artikel bezogen: "... Die Stadtverwaltung hat große Angst, dass da was passiert, wenn ein Radler den Ferdinand-Leitner-Steg hinunter saust. Für den Fall, dass das Befürchtete eintritt, gibt es bereits Überlegungen, ...".
      Ich finde Absperrungen und einen damit verbundene Engpass auch nicht ideal, aber wenn es schon Bedenken gibt, dass denn Schülern etwas passiert und man sich schon Optionen ausgedacht hat, warum dann nicht präventiv agieren?
      Gut, so eine präventive Maßnahme würde sich definitiv auf die potentielle Unfallgefahr von Radlern in diesem Bereich bzw. dem neuen Engpass auswirken, aber diese stätischen Überlegungen drehen sich ja in erster Line um den Schutz der Schüler.

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  5. Meinst du mit Einbahnstraße die Urbanstraße? Das ist keine. Da ist nur die Einfahrt verboten, Fahrrad frei. Streng genommen dürften da die ganzen Linksparker dann auch nicht parken :-)

    Aber ich muss sagen dass ich da wenig bis gar keine Probleme habe. Die habe ich eigentlich nur auf dem Schmutzstreifen auf dem Charlottenplatz, weil da der Querverkehr in Richtung Charlottenstraße wohl ziemlich spät Rot kriegt.

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    1. Gemeint war mit "Einbahnstraße & Fahrstil" die Moserstraße und mit "Parken" die Urbanstraße. Bezüglich dem Parken meine ich steht (stand?!) vom Kernerplatz her auch irgendwo ein Schild ;-)

      Yup, der Querverkehr/Charlottenstraße ist so das einzige was dort häufiger als Problem vorkommt, die paar Fälle mit manchen Fahrer in den beiden anderen Straßen sind nicht wirklich viele. Im Vergleich dazu sind die kritischen Situationen mit Fußgänger im Park für den gleichen Zeitraum um einiges höher, aber manchmal muss man eben da entlang.

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