27. September 2015

Eine Fahrradstraße für Autos - Das Video

Hier geht's auch zum Video
So ungefähr ist das in der Eberhardstraße. Sie ist nur für Anlieger frei, aber das Anliegen, dort einen Parkplatz zu finden, haben doch sehr viele Autofahrer.  Radler, die vorankommen wollen, meiden inzwischen die Eberhardstraße. 

Dabei ist sie Teil der Hauptradroute 1 längst durch Stuttgart, einer der meistbefahrenen Radrouten der Stadt. Doch die Fahrradstraße wird zunehmen leerer, also leerer an Radlern. Dafür immer voller von Autos. Zwar sehe ich jetzt öfter mal die Kastenwagen von Post und Zulieferern auf dem Gehweg parken/halten, offenbar ermahnt die Polizei die Fahrer, die Fahrbahn der Fahrradstraße freizuhalten, aber es wird immer noch sehr viel mal kurz irgendwo gehalten.

Gern auch so dicht an den Zebrastreifen, dass Fußgänger von heranfahrenden Radlern (und natürlich Autofahrern) nicht mehr gesehen werden können. Radler sind ja routinierte Schlängler. Hier müssen sie es auf jeden Fall sein. Das Video zeigt, dass vor allem die Wendemamöver der Autofahrer ziemlich gefährlich sind. Die Fahrer haben vor lauter Wenden gar keine Augen für Radfahrer mehr. Sie sehen sie vor allem dann nicht, wenn sie halb hinter ihnen sind. Und sie scheinen auch gar nicht mit Radfahrern zu rechnen. Merke: Pakrplatz suchende Autofahrer sind so gestresst, dass sie weder Radler noch Verkehrsschilder sehen.

Die Lösung: Man zieht hier alle Parkplätze ein. Die Ladeninhaber könnten froh darüber sein. (Sie sind aber immer die, die sich an Parkplätze klammern.) In Straßen ohne Autos nimmt die Kauflust potentieller Kunden drastisch zu und die Gewinne der Ladeninhaber steigen. Denn tatsächlich kaufen all diese Autofahrer ja kaum was in der Eberhardstraße. Es sind die Fußgänger und Radler, die hier anhalten und in die Boutiquen gehen.

Der Autoverkehr auf der Fahrradstraße hat sich übrigens vor einiger Zeit (bevor ich hier das Video gemacht habe) verringert. Und zwar in der Tübinger Straße der Autoverkehr an der Feinstraße unterbrochen wurde. Und es könnte noch einmal etwas weniger werden, wenn man vom Wilhelmsplatz kommend nicht mehr in die Eberhardstraße einbiegen darf.

Aber ob das die traurige Situation wirklich erfreulicher macht ...

Hier das Video:


Kommentare:

  1. So stelle ich mir "Shared Space" vor - jeder (Auto, Radfahrer und Fußgänger) kann und darf überall.

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  2. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen:
    Der Bürger ist auch nur ein Mensch.
    Er hat einen freien Willen und den nutzt er.
    Dabei ist er natürlich häufig auch sich selbst der Nächste.
    Was ich mit diesen Allgemeinplätzen sagen will?
    Solange Stuttgart scheinbar ohne Gesamtkonzept vor sich hin "wurschtelt" wird das nichts mit der Fussgänger- und Fahrradfreundlichen Stadt.

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  3. Stückwerk statt Gesamtkonzept - sehe ich auch so.

    Für den Autoverkehr haben wir die B10, die B27, den Innenstadtring und die darüber hinaus genutzten Ein- und Ausfallstraßen.

    Und wenn wir jetzt einen Tallängstweg für Radfahrer, eine echte "Hauptroute 1", schaffen wollen, dann muss das auch ein Wurf sein, eine Idealverbindung, insbesondere auch topografisch.

    Und diese Strecke gilt es dann für den angedachten Fahrradverkehr auch primär freizuschaufeln. Fahrbahnbreite, Vorfahrtsregelungen, Ampelphasen. Nur dann kann das wirklich was werden.

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  4. Schönes Video. Eigentlich fehlt mir nur ein Punkt, und zwar der rote Doppelstockbus von Stuttgart Marketing, dessen Route unbedingt durch die Fahrradstraße führen muss. Und zwar durch den eh am stärksten belasteten Teil Markt-/Münzstraße. Dort ist bei Veranstaltungen und den Wochenmärkten immer Chaos. Zusätzlich werden die Fahrradabstellanlagen vor dem Breitling regelmäßig mit Mülltonnen oder Sperrmüll unbrauchbar gemacht.

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  5. Genau gestern Abend fahre ich mit meinen Rad diese Fahrrad Strasse Richtung Bräuninger entlang, da wurde ich von einen Autofahrer von hintern an gehupt und bedrängt weil ich seiner Meinung nach zu langsam gefahren bin (Ich fuhr in der Strasse Mitte. Kann ich nämlich ist eine Fahrrad Strasse)
    Ich habe angehalten und habe versucht ihm zu erklären,das die Strasse eine Fahrrad Strasse ist. Er hat hier eigentlich nicht zu suchen. Darauf hin wurde nur beschimpft und beleidigt.
    TYPISCH Autofahrer in Stuttgart. Es macht echt kein Spaß Rad in Stuttgart zu fahren. TOLL!!

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  6. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gastronomie-auf-dem-stuttgarter-marktplatz-rathaus-bald-ohne-ratskeller.327c96c4-86c5-4d75-a1dc-6de4b5bc88a2.html
    Beim letzten Satz schwant mir Böses für die Fahrrad. Momentan kann man wegen Weihnachtsmarkt eh wieder kaum die Fahrradstraße nutzen, das wird wohl der Normalfall werden.

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    1. Es fahren auch ziemlich wenige den Teil der Fahrradstraße am Marktplatz. Zunmal das Weiterkommen am Karlsplatz auch alles andere als geklärt ist. Der bessere und künftige Weg ist sicher entlang der Holzstraße mit besseren Ampellösungen und besserer Fortführung am Schlossgarten entlang.

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    2. Ob das so wenige sind, weil wenig Interesse besteht, oder ob es so wenige Radfahrer sind, weil man dort bei Weihnachtsmarkt/Weindorf/Markt/usw. einfach nicht durchkommt ist die Frage. Zusätzlich wird ja der Touri-Bus genau dort durchgeleitet.

      Aber es ist auch der Weg zu der Markthalle, oder zum Rathaus, oder zum Breuninger und Breitling, sowie anderen Geschäften. Eigentlich müsste dort viel Radverkehr sein. Aber so wie es derzeit ist wird man als Radfahrer zwischen Fußgängern und Kfz-Verkehr zerrieben.

      Die Ausweichstrecke über die Holzstrasse halte ich übrigens nicht nur zur Zeit wegen der Baustelle für indiskutabel. Die Strecke über Münzstraße und Planie bis vor zum Grand Cafe und dann über die Ampel ist einfacher, schneller und risikoärmer. Und auch geklärt! Noch besser wäre natürlich man könnte von der Münzstraße irgendwie nach links abbiegen und dann vor dem Neuen Schloß zum Schloßgarten fahren.

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