27. Dezember 2015

Falsch geparkt, aber schön verpackt

Foto von Critical Mass
Zum Nikolaus hat Critical Mass eine fantasievolle Aktion gestartet, um Autofahrern zu zeigen, dass falsch geparkte Autos unübersehbar sind. Sie wurden verpackt. 

Eine charmante Art, ein Dauerärgernis in eine witzige Aktion umzuwandeln. Könnte sein, dass die Besitzer dieser Fahrzeuge wenigstens kurz mal ins Nachdenken gekommen sind. Auch CM hat auf seiner Fotostrecke die Kennzeichen der Fahrzeuge unkenntlich gemacht. Ich mache das auch meistens. Aber es ist nicht verboten, Fotos von gefährlich geparkten Autos mit lesbarem Kennzeichen ins Netz zu stellen, denn ein Normalbürger kann den Halter über das Kennzeichen nicht identifizieren, das kann nur die Polizei.
Dennoch sollte es uns nicht darum gehen, bestimmte Autofahrer/innen an den Pranger zu stellen. Wenn ich über Autos schreibe, die auf dem Gehweg stehen oder den Platz vor dem Rewe zuparken, geht es mir um ein generelles Verhalten, das nicht in Ordnung ist.

Aber was tun dagegen? Muss man das einfach so hinnehmen? Sind Polizei und Fußgänger/innen ohnmächtig? Eine Minderheit missachtet Regeln auf doch sehr massive Art.  Und wir stehen blöd dabei und gucken zu. Sicher nicht mehr lange, dann läuft alles darauf hinaus, dass die Strafen für Falschparken deutlich erhöht werden.

Hier stehen vier Fahrzeuge im reinen Fußgängerbereich vor dem Rewe am Marienplatz.

Und das Halten auf Radspuren ist auch immer noch sehr populär. Hier Theodor-Heuss-Straße. Solche Parker zwingen Radler zu einem Schlenker in den Autoverkehr. Für einen routinierten Radler natürlich machbar. Aber hier würde keine Mutter ihr Kind zum Schule radeln lassen.




Kommentare:

  1. Durch den zunehmenden Verfall der Moral und der damit einhergehenden heillosen Überforderung/Desinteresse der Ordnungsbehörden muss man leider immer öfter zu gewissen Methoden der Selbstjustiz greifen: Wenn ein Gehweg/Radweg so mit Autos zugestellt ist, dass ich nur mit Müh und Not den kontinuierlichen Engpass mit dem Kinderwagen oder dem Rad passieren kann, dann müssen diese supersozialen Mitmenschen eben auch mit Kratzen oder eingeknickten Spiegeln rechnen.
    Im harmlosesten Fall hinterlasse ich auch mal gerne einen schönen, wohl platzierten Rotzfleck - als nicht destruktive Ehrung für diese Helden des Alltags.

    Das Ganze ist doch klar auf fehlende Rücksichtnahme und einen Verfall des gesellschaftlichen Miteinanders zurückzuführen: ich bin zumindest schon mal positiver gestimmt, wenn der "2.Reihe-Lieferwagen" sich dessen bewusst ist und zumindest mal den Warnblinker aktiviert hat.
    So ähnlich ist es aber auch mit einem anderen Konflikt zu beobachten: dem Klassiker der verirrten Fußgänger auf Radwegen. Klar kann das mal passieren, aber wenn diese Gruppen dann auch noch über die gesamte Wegbreite laufen, finde ich das schon sehr asozial und erinnert mich schwer an jene Falschparker, die ja auch ganz offensichtlich gemeinnützige Fläche für sich alleine beanspruchen.

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  2. Selbstjustiz mittels Kratzer ist nicht fair. Aber 20 Euro für ein Knöllchen bei niedrigem Kontrolldruck schreckt niemanden. Entweder muss das Ordnungsamt Stuttgart den Kontrolldruck erhöhen, oder das Strafmaß muss rauf.

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  3. Ich bin gegen Selbstjustiz. Keine Kratzer, keine Beschädigung, keine Drohungen. Wenn, dann ein Foto machen und bei der Polizei anzeigen. Die hier beschriebene Aktion der CM war ja auch keine Selbstjustiz, sie hatte mit Bestrafung nichts zu tun. Es war eine Aktion, die anderen und den betroffenen Autofahrern klar gemacht hat, dass sie sich auffällig verhalten.

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    1. Die Polizei tut nichts wenn man Ihnen ein Foto vom Falschparker schickt, das Ordnungsamt beantwortet nichtmal Mails, selbst wenn innerhalb von 14 Tagen täglich eine Mail mit Fotos von falsch geparkten Autos bei Ihnen eintrifft. Das Ordnungsamt Stuttgart interessiert sich nicht für so etwas.

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  4. Foto 2- Autos nicht mit niemandem stören, gibt es genügend Platz. Wie in den meisten "Critical Mass" Fotos.Wir müssen versuchen, einander zu verstehen, und nicht Fehler in einem Vakuum zu finden.Diese dumme Verpackungaction -nur Unterhaltung.Stattdessen, reinigen Sie lieber die Radwege.Alles ist mit Glasscherben bedeckt.Dies ist das Hauptproblem, nicht die Autos.

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    1. So ganz stimmt das nicht. Ich hatte hier in Stuttgart nur wirklich selten Probleme mit Glas auf Radwegen, womit ich jedoch große Probleme habe ist mit Fahrzeugen die in Spielstraßen im Parkverbot Eingänge zu Häusern zuparken und mir damit den Weg ins Haus mit dem Fahrrad auf dem Buckel erheblich erschweren

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    2. Na, wieso sollten diese Autos nicht stören? Es hat ja einen Grund, warum man das Parken oder halten verbietet, weil Autos an der Stelle stören würden. Beispielsweise, wenn sie so eng an der Einfahrt zu einer Radspur geparkt sind, dass man als Radler bremsen und einen Schlenker fahren muss. Das stört. Oder wenn sie auf dem Gehweg stehen, etwas vor Läden. Das stört die Fußgänger und die Ladenbesitzer.

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