22. Januar 2016

Bitte Radrouten räumen!

Bei mir häufen sich die Meldungen über verschneite und vereiste Radwege und Abschnitte auf Radstrecken. 

Ich habe vor zwei Tagen schon berichtet. Die Kommentare sind zahlreich. Beim Radforum am Mittwoch gab es viele Beschwerden von Radfahrern über nicht geräumte Abschnitte.

Ich empfehle, an die Stadt eine Gelbe Karte zu schreiben, sobald ich auf Flächen für Radler stoßt, die nicht befahrbar sind.

Am Tag vier des Feinstaubalarms sah es in der Büsnauer Straße und Am Kräherwald so aus. Die Bilder (unten) stammen von Blogleser Jörg.



Fotos Blogleser Jörg
Auf der Kaltentaler Abfahrt hört die Räumung des benutzungspflichtigen Radwegs nach Vaihingen genau am Ortsschild auf, berichtet mir Blogleser Martin.  Routinierte Radler fahren dann schon mal auf der Fahrbahn. Aber 12-Jährige Schüler wollen wir doch eigentlich nicht direkt unter die Autos mischen, und viele trauen sich das auch gar nicht.






Das gilt auch für die Auffahrt aus dem Stuttgarter Osten nach Degerloch hinauf. Natürlich kann man als Radler auf der Hangbrücke der Jahnstraße radeln, besser übrigens als man denkt, denn die Autofahrer haben zwei Spuren und sehen einen Radler ja vor sich. Aber wer traut sich das schon. Der Waldweg ist jedoch vereist und kann auch gar nicht geräumt werden.

Pischecksr./ Jahnstraße Richtung
Degerloch an normalen Tagen. 
Wir sehen derzeit, wie wichtig es ist, dass die Stadt Radlern Routen auf den Fahrbahnen anbietet, die mitgeräumt werden müssen. Während Radwege und Abschnitte fern der Autofahrbahnen derzeit nicht geräumt werden müssen, weil der Gemeinderat bisher nie die zusätzlichen Kosten dafür bewilligt hat. Das wird sich ändern müssen, finde ich. Denn wenn Autofahrer wirklich verhindern wollen, dass es Fahrverbote bei Feinstaubalarm gibt, müssen sie Alternativen zum Auto ernsthaft fördern. Das Fahrrad ist eine Alternative. Es entlastet im Übrigen auch den ÖPNV, der allemal bei Feinstaubalarm an seine Grenzen kommt.

Foto: Jörg (Montag auf dem Weg zur Arbeit) 








Die Lage wird heute Abend, wenn wirklich Schnee und Eisregen kommen,  für alle Fahrradfahrer noch gefährlicher. Also fahrt vorsichtig. Und lasst zur Not halt doch mal auch das Fahrrad stehen.


Kommentare:

  1. Stimmt es eigentlich,

    das wenn tatsächlich 100.000 Leute auf ÖPNV in Stuttgart umsteigen wollten, das qua Kapazität gar nicht ginge? Wenn ja, wird es zu fast 100% auf eine Strafzahlung hinauslaufen.

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  2. Natürlich wird es auf Strafzahlungen hinauslaufen! Aber nicht weil es der ÖPNV nicht stemmen kann, sondern weil die Mehrheit der Leute nicht bereit ist auf ihr Auto zu verzichten. Wenn ich mir die Kommentare der letzten Tage so ansehe, und wie haarsträubend die Autofahrerfraktion argumentiert. Für die meisten ist das wieder so eine Spinnerei dieses grünen OBs, die einzig darauf abzielt die armen Autofahrer abzustrafen. Das das Feinstaubproblem schon seit fast 10 Jahren existiert und Stuttgart auch nicht die einzige europäische Stadt ist, die damit zu kämpfen hat, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Stuttgart hat die letzten Jahre einfach nichts oder zu wenig getan, zum Vorteil der Autofahrer! In London gibt es die City-Maut, das sollte man hier mal machen. Da wäre was los!

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    1. Wer City-Maut fordert, verliert Wahlen. Das ist ein bisschen das Problem. Ich finde die Idee gut, zunächst auf Freiwilligkeit zu setzen. Und da muss man auch ein paar Feinstaubalarme abwarten, bis sich die Leute so organisieren. Gut wäre es, wenn die Leute in ihrer Nachbarschaft mitkriegen, dass viele andere ihr Auto stehen lassen, und wenn man miteinander darüber redet. Im Lauf der Woche haben immer mehr Leute ihr Auto stehen gelassen, es gibt Bericht aus dem S-West und S-Süd, wonach die Straßen als leerer empfunden wurden. Und dort wird nicht der Verkehr gezählt. Es ericht natürlich noch nicht, aber es könnte ein bisschen besser werden, je öfter wir Feinstaubalarm haben. Vermutlich bereits ab Montag wieder.

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  3. Da für das Räumen die AWS zuständig sind, wird es wohl ähnlich laufen, wie bei einer gelben Karte, die ich mal wegen die durch Sperrmüll blockierten Abstellanlagen beim Breitling gestellt habe. Nach Wochen kam die Rückmeldung "Kann nicht nachvollzogen werden". Ja, zwischendurch war ja die Abfuhr. Dort ist übrigens regelmäßig zugestellt durch Mülltonnen.

    Anderes Beispiel: die AWS sind auch für die Verkehrszeichen zuständig. Hier an der Ecke Huber-/Börsenstrasse war das Vorfahrt achten-Schild verdreht und nicht sichtbar. Hat mehrere Wochen gedauert, jemand vorbei zu schicken, zwei Schrauben lösen, gerade richten, und wieder anziehen. Wegen der verdrehten Radampel am Charlottenplatz schreib ich jetzt auch nicht mehr.

    Fazit: Gelbe Karte ist sinnlos (hab auch schlechte Erfahrungen mit Baustellenmanagment und Ordnungsamt), bei AWS-Themen hoffnungslos.

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    1. Die Sinnlosigkeit von gelben Karten kann ich leider bestätigen! Ich hatte einen dauernd zugeparkten Gehweg gemeldet. Nach drei Wochen habe ich dann endlich eine Antwort bekommen: Da könne wir nichts machen!

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    2. Macht sowas öffentlich! Öffentlicher Druck hilft oft!

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    3. Und wie soll man es öffentlich machen?

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    4. Träumer. Nur weil sich Bürger beschweren soll sich auf einmal was ändern in Stuttgart? Könnte ja jeder kommen.

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    5. Hier schreiben, auf Facebook berichten, evtl. Leserbriefe an die Zeitung, ... Irgendwann merkt die Presse "Hoppla, da ist ein Konfliktthema, dem gehen wir nach", und und und

      Heißt nicht, dass es immer gleich in der Zeitung kommt, und dass sich dann immer was ändert. Aber wenn man schweigt, ändert sich garantiert nichts.

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    6. Hier schreiben? Wird leider nur von Radfahrern gelesen, nicht von Verantwortlichen.
      Fratzenbuch? Same.
      Leserbriefe? Da ist online effektiver. In der Zeitung kommen eher Häberle und Pfleiderer, dass da ein Laster seit Wochen in der Straße parkt.
      Twitter? Da kocht das Thema schon seit Längerem.

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    7. Mit Facebook meinte ich nicht Christines Seite, sondern die "großen", wo es um Stuttgart geht. Dort lesen es auch Nicht-Radler, und es werden eine Menge Menschen auf ein Thema aufmerksam, mit dem sie sonst nie in Berührung gekommen wären. Du wirst auf Menschen treffen, die auf das Thema anspringen und es ihrerseits in die Welt tragen. Und irgendwann kommt es auch im Herzen der Stadtverwaltung an.

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    8. Ich meinte mit Fratzenbuch auch nicht Christines Seite. Und ich werde mich dort nicht anmelden, ganz sicher nicht. Nicht nur wegen der Datenschutzproblematik, sondern weil diesem kleinen Teil des Internets in Händen einer einzigen Firma viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Offene Seiten im WWW sind effektiver als diese geschlossene Gesellschaft.

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    9. Indem wir hier schreiben, machen wir bereits öffentlichen Druck. Außerdem habe ich als Stadträtin einen Antrag gestellt, sofort zu räumen. Und die Verwaltung ist seit Tagen mit heftigen Beschweren konfrontiert (leider natürlich auch von solchen Leuten, die sich darüber beklagen, dass man ihnen zumutet, das Auto stehen zu lassen.) Auch beim Fahrradbeautragten landen zahllose Beschwerden. Und einer hat mir berichtet, dass auf seine gelbe Karte zum Schnee sofort eine Antwort bekam und geräumt wurde. Diese gelben Karten sind ein äußerst wirkungsvolles Instrument, auch wenn man oft nicht gleich Antwort bekommt, denn sie landen direkt in der Verwaltung und zeigen deutlich, wo es hakt.

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    10. Facebook war ein Beispiel. Man hat viele Gelegenheiten, darüber zu berichten. Z.B. - ganz oldscool - per Mund seinen Kollegen und Nachbarn ;)

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  4. Es reicht sicherlich nicht, wenn Christine eine 'gelbe Karte' schickt und dabei darauf hinweist, wie viele Leser ihres Blogs ihr hierbei zustimmen.
    Die Vielzahl der Kommentare zeigt, dass sie da wirklich einen Nerv getroffen hat. Wenn nun sehr viele 'Gelbe Karten' bei der Stadt eingehen, wird das nach meiner Meinung schon eine Wirkung haben, ganz einfach weil es den Leuten Arbeit macht.
    Das heißt nicht, dass von einem Tag auf den anderen alles gleich besser wird. Wenn man aber nichts tut, passiert auch nichts.

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    1. Das finde ich auch, Thomas. Wenn die Stadtverwaltung mal mehr Aufwand hat die Gelben Karten zu beantworten als Radwege zu räumen, wird sich was ändern ;-)
      Und auch wenn das noch lange hin, sollte jeder diese Beschwerdemöglichkeit nutzen. Das hilft sicherlich, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu geben.

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    2. Und lieber Anonymus, der uns Träumer nennt. Es ist gerade eine Eigenschaft der grün-roten Landesregierung und des grünen Rathauses, dass Bürgerinnen und Bürger sehr viel schneller gehört und vor allem auch sehr viel ernster genommen werden. Das hat sich massiv geändert in den letzten Jahren. Manchmal ist es halt sehr viel und dann können die Leute nicht gleich reagieren. Aber es kommt alles an und wird bedacht.

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    3. Leider habe ich genau die gleiche Erfahrung gemacht. Weder Fahrradbeauftragter noch Ordnungsamt noch Stuttgarter Zeitung interessieren sich für die Probleme bei mir im Viertel. Scheint aber ein allgemeines Problem in Stuttgart zu sein.

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    4. Michael, hast du es schon mal im Bezirksbeirat bei dir versucht? Im Bezirk Süd interessiert man sich sehr für das, was da so los ist. Ist natürlich unterschiedlich.

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  5. Nein, auch unter einer grünen Landesregierung, einem Gemeinderat, in dem die Grünen die treibende Kraft darstellen könnten, wenn sie wollten, und einem grünen OB wird man nicht gehört. Von wegen. Während des Wahlkampfes wird alles Mögliche versprochen, von der Bekämpfung des Feinstaubs über Kennzeichnung der Polizei bis zu einer kritischen Begleitung von S21, alles was der Wähler will. Und nachher ist genauso wenig wie vorher.

    Ja, Bekämpfung des Feinstaubs wurde versprochen. Von den Grünen.

    Und nein, die gelben Karten bringen nichts. Dazu gab es hier schon genug Beispiele. Sobald mehr ist als Glasscherben auf Radwegen, dauert es entweder Wochen, oder es passiert gar nichts. Schon Pferdeäpfel der Polizeireiter stellen die Verwaltung vor unüberwindbare Probleme!

    Bezüglich dem Thema darf man die Stadt auch mal an die Verkehrssicherungspflicht erinnern. Die gilt auch für Radwege bzw. Radrouten! Das betrifft nicht nur Radstreifen, das betrifft auch Nebenstraßen wie die Landhausstraße oder die Nähterstraße, durch die der Radverkehr fließen soll.

    Angesichts des aktuellen Haushalts der Stadt, der zwischen CDU und den Grünen ausgekungelt wurde, empfinde ich es als blanken Hohn wenn darauf verwiesen wird, dass kein Geld dafür da sei. Für eine Aufgabe, für die die Stadt per Gesetz verpflichtet ist!

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