23. Januar 2016

Räder weg von Geländern

Es ist nicht Luxus für Radfahrer, wenn man ihnen mehr Abstellbügel anbietet. Es ist vor allem notwendig für Gehbehinderte, wenn die Geländer erreichbar und nicht mit Rädern vollgestellt sind. 

Die Fotos zeigen die Situation im Bosch-Areal. Da gibt es einen Supermarkt, Ärzte, einen Physiotherapeuten und zahlreiche Gewerbe, deren Mitarbeiter/innen teils gern mit dem Rad kommen. Aber es gibt keine echten Radparkplätze. Also hängen die Leute ihre Räder an die Geländer.


Man sollte aber prüfen, ob diese Geländer, wo auch immer, für Gehbehinderte von Bedeutung sind. Und wenn das so ist, dann müssen Räder in Radabstellanlagen, und die müssen dann auch aufgestellt werden.

Radfahrer denken meist nicht daran, dass Geländer, vor allem aber diejenigen an einer Treppe, für Menschen mit Gehbehinderung wichtig sind. Überhaupt haben wir noch nicht gelernt, daran zu denken, dass es auch Menschen mit Rollatoren und Krücken gibt, die auch gern irgendwohin wollen, sich das aber nicht mehr zutrauen, weil sie nicht sicher sind, dass ihr Weg barrierefrei und die Geländer zugänglich sind.




Hier ist es jedenfalls ganz schlecht. (Abgang zur S.Bahn bei der Sparda/LBBW Europaviertel) Denn es macht es Gehbehinderten sehr schwer, die letzte Stufe zu nehmen. Wer nicht selbst mal solche Schmerzen hatte oder an Krücken ging, der ganz sich nicht vorstellen, was für Hindernisse schier unüberwindlich erscheinen, die Gesunde nicht einmal sehen.

(Die beiden Fotos sind von FS- und Blogleser Alexander, der mich auf das Thema aufmerksamem gemacht hat.)

Hier in Karlsruhe ist allerdings so ein Geländer extra als Radparkplatz ausgewiesen oder vielmehr, extra so gemacht, damit man Räder daran anbinden kann.

Ob das im Bosch-Areal auch so ist, weiß ich nicht. Schöner sähe es allerdings aus, wenn Räder ihren Parkplatz hätten und nicht entlang der Geländer angehängt werden.

Kommentare:

  1. Das macht halt die Not. Sorry Mitleid mit den Fußgängern habe ich nur wenig. Auch diesen steht es frei, dem Gemeinderat/Bürgermeister/diversen Ämtern Feuer zu machen. Solange ich als Radler keine Alternative habe, muss es halt so gehen. Toll ist das nicht. Aber besser als heimlaufen. Wenn ich mir den Pfusch am frisch gebauten Milaneo so ansehe, besteht von Seiten der Stadt doch gar nicht der Wunsch, den Rad Verkehr zu fördern.

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  2. Wenn du einmal mit Krücken unterwegs warst und eine Treppe rauf oder runter musstest, dann weißt du, wie wichtig es ist, dass solche Geländer frei bleiben. Das kann jeden mal erwischen. Und wenn du eine alte Mutter oder einen alten Vater hast, der nicht zum Arzt die Treppe hoch kommt, weil da ein Rad angebunden ist, dann fängst auch du an, dich über gedankenlose Radler zu ärgern. Hier geht es nicht um fitte Fußgänger, sondern diejenigen, die ein Geländer brauchen, weil sie gerade mal nicht so gut zu Fuß sind, aber zur Straßenbahn wollen oder in einen Laden. Auf die können wir schon Rücksicht nehmen, auch wenn sie keine flammenden Gelben Karten schreiben. Die kriegen nämlich ihren Alltag nicht mehr gelöst. Übrigens dürfen sich Räder in der Tat überall hinstellen, aber sie dürfen dabei niemanden behindern, vor allem keine Fußgänger. Das beim Milaneo ist Pfusch, darüber habe ich schon geschrieben. Allerdings sind die Fahrradständer dort meistens weitgehend frei.

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    1. Seit wann braucht man mit Krücken ein Geländer? Ich war nicht nur ein mal mit Krücken unterwegs und habe nie ein Geländer gebraucht

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    2. Na hör mal, Michael, nicht alle sind mit Krücken so fit und sportlich, dass sie kein Geländer brauchen. Ich bin man lange mit Krücken unterwegs gewesen, und bei langen Treppen habe ich das Geländer gebraucht. Es gibt auch alte Menschen (ohne Krücken), die sich unsicher fühlen und bei Treppen rauf und runter gerne festhalten. Dazu sind Geländer doch auch da. Ich finde es nicht schlimm, wenn wir Radler da ein wenig drauf achten, dass es auch weniger sportliche Menschen gibt.

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