7. April 2016

Grüne Welle für Radler - ein Zukunftsprojekt

Siemens hat eine App entwickelt, mit der Radfahrende Grün anfordern können, wenn sie auf eine Ampelanlage zu fahren. Allerdings nur, wenn die Verkehrsleitzentrale es zulässt.

Und vorausgesetzt, die Städte, auch Stuttgart, würden ihre Ampeln mit entsprechenden Empfängern ausrüsten.

Bislang haben in Städten nur Autofahrer eine grüne Welle, die sie bremsfrei durch die Städte schleust. Radfahrern reicht es meistens nicht, ebenfalls mit rüber zu kommen. Sie warten ohnehin lange an den Ampeln, die man auf ihre Routen stellt.
Denn immer noch ist es so, dass der Autoverkehr absoluten Vorrang hat. Er wird nur für ein paar Sekunden angehalten, wenn Fußgänger queren oder Radler links abbiegen wollen. Das wird sich ändern, denn die Städte werden erkennen, dass ihnen der Radverkehr gut tut, dass es weniger Stau gibt, wenn mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren. Aber das wird, fürchte ich, noch eine ganze Weile dauern.

Grün können bisher nur Busse anfordern, was wiederum stets auch die Radfahrenden zu minutemlangem Stehen an roten Ampeln zwingt. Denn nach dem Bus bekommen in der Regel erst einmal die Autos grün, dann die Fußgänger, dann erst die Radfahrenden. Ein Beispiel dafür ist die Radlerampel in Helsach.



Kommentare:

  1. Das heisst also ich muss ein Iphone oder ein Android-Smartphone besitzen um die Ampel anzufordern? Eine schlechtere Zweiklassengesellschaft ist für Radfahrer kaum denkbar.

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  2. Was wäre die Alternative? Die Stadt gibt ein elektronisches Grünanfordergerät an alle Radfahrer aus? Und selbstverständlich auch die Batterien, weil ja sonst nur die Reichen das Gerät betreiben können? Und man würde bei der Datenkrake Stadtverwaltung seinen Namen hinterlassen müssen und ein kompliziertes Grünanfordergerätanforderformular ausfüllen müssen?
    Angesichts der Verbreitung von Smartphones und der Bedeutung des Projekts (es geht ja nicht darum, einem Teil der Bevölkerung das Fahrradfahren an sich zu verunmöglichen) finde ich die Idee gut und praktikabel. Wer kein Smartphone hat, wird ja nicht schlechter unterwegs sein - er/sie muss halt wie vorher auch schon an roten Ampeln warten.
    "Eine schlechtere Zweiklassengesellschaft ist für Radfahrer kaum denkbar" ... mach mal halblang.

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    1. Sorry sehen ich nicht so, das läuft irgendwann darauf hinaus das die die kein Smartphone haben gar kein Grün mehr bekommen. Toll das man wirklich so unterwürfig ist und sowas zulässt....

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    2. Ich sehe nicht, dass das eine echte zukünftige Entwicklung ist. Das taugt nur für wenige Ampeln, wo praktisch kein Autoverkehr dazwischen kommt, gar nicht für große Kreuzungen. Ich habe den Post eigentlich nur geschrieben, weil mir jetzt über Wochen ständig Leute den Link geschickt haben.

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    3. Es geht doch gar nicht darum ein Smartphone zu haben oder nicht, aber wie soll das praktisch umgesetzt werden. Wenn ich Fahrrad fahre habe ich doch das Smartphone nicht griffbereit. Soll ich das jetzt an jeder Ampel aus der Tasche kramen, was für ein Quatsch.

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  3. Die Alternative ist eine grüne Welle für Radfahrer (also bei zwischen Tempo 20 und Tempo 30) auf den viel geradelten Strecken. Und der gelbe Pfeil (oder grüne Pfeil) für Radler an Autoampeln, also die Erlaubnis für Radler bei Rot weiter zu fahren und rechts abzubiegen oder bei Rot an Fußgängerampeln weiter zu fahren, wenn kein Fußgänger quert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Siemensprojekt wirklich funktioniert, von zwei oder drei Ampeln abgesehen, die man aber auch anders organisieren kann, damit Radler nicht warten müssen.

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    1. Ein viel besserer Ansatz, der vor allem keine zusätzliche Technik erfordert/voraussetzt, sondern nur das Anpassen der bestehenden Ampelschaltungen und ein paar Schildchen für Radler. Die Idee mit dem Smartphone gibt es sicherlich auch nur weil es eben hip ist, jeden erdenklichen Mist mit diesen Geräten realisieren zu müssen.

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  4. Das sind natürlich die besseren Alternativen. In Paris dürfen Fahrräder bei Rot abbiegen oder geradeaus fahren (gelber Pfeil), und das ist wahrlich eine Stadt mit chaotischem Autoverkehr. (Andererseits ist "der Franzose/die Französin" längst nicht so obrigkeits- und ampelhörig wie "die/der Deutsche". Die waren schon immer in der Lage, sich selbst zu organisieren)

    Abgesehen davon kann ich mir aber nicht vorstellen, dass man denen gar kein Grün mehr gibt, die kein Smartphone haben oder wo der Akku leer ist oder wo das GPS nicht an ist oder wo der Besitzer nicht in der Lage ist, sich die Siemens-App zu installieren oder ... das halte ich für Schwarzmalerei.

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    1. Also eine "Ampelhörigkeit" kann ich beim besten Willen bei den Deutschen nicht feststellen, denn ich sehe kaum einen Fußgänger, der bei Rot stehenbleibt wenn es nicht absolut nötig ist. Genauso geht es mir mit vielen Radfahrern, die Ampeln nicht nur missachten sondern noch ganz andere fragliche Kunststückchen hinlegen. Und "Obrigkeitshörig" - erzähl das mal all denen, die meinen, auf einem eigentlich rauchfreien Bahnhof ungeniert qualmen zu müssen, oder denen, die kopflos Geh- und Radwege zuparken. Ich bin zwar ein durchaus toleranter Mensch, für solche Rücksichtslosigkeit und Ignoranz gegenüber seinen Mitmenschen habe ich aber null Verständnis.

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  5. Trotzdem ist es nicht in Ordnung. Es gibt genügend Leute die kein Smartphone besitzen oder nicht das entsprechende Betriebssystem. Car2Go beispielsweise war kurz davor die Karten ganz abzuschaffen, alles nur noch über Smartphone, was glaubst Du warum es jetzt die Karte noch gibt? Weil alle Leute ein Smartphone haben?

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  6. Und wieder mal so ne Hype Idee. Das wird nix. Mal abgesehen von den technischen Risiken wie hacking, jamming, der hohe Energieverbrauch oder schlicht das aktivieren der app im auto.
    Wer soll das Upgrade der~1000 Ampeln in Stuttgart zahlen? Selbst wenn es inkl. Montage nur 2000 Euro kostet( das wäre billig), für das Geld kann man viele radwege bauen.
    Bitte solchen Müll nicht weiter hoch hypen!

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  7. Naja, Hype sieht anders aus. Und wie ich an euren wunderbaren Kommentaren sehe, ist es wichtig, solche Artikel auch mal zu diskutieren. Denn in denen steht ja all das nicht drin, worauf wir durch ein bisschen Nachdenken kommen. Finde ich jetzt zum Beispiel auch für mich selber sehr nützlich, weil ich allein auf viele Ideen ja gar nicht komme.

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  8. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. Ich halte das auch nicht für eine echte Lösung. Kurzzeitig kam mir der Gedanke, ob das nicht vielleicht auch nur ein Aprilscherz war...
      Das kann eigentlich nur einen Effekt haben, wenn der Radverkehr untergeordnet bleibt und der Autoverkehr weiter dominiert, um dann vielleicht etwas verkürzte Rotphasen an den Ampeln zu haben. Aber lohnt das wirklich den Aufwand? Und wollen wir nicht eigentlich weniger Autos auf den Straßen?
      Ich denke eher, dass verbesserte Infrastruktur für den Radverkehr und z.B. auch die Erlaubnis bei roter Ampel zu fahren, wie es in vielen französischen Städten gemacht wird, als viel bessere Lösung, die zudem weniger kostet.

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    2. Stimmt definitiv, und das mit den weniger Autos auf den Straßen kommt dann ganz automatisch

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  9. Christine, Du hast es Dir hier zu einfach gemacht mit der Technik. Mit der von Siemens geplanten Technik kann der Radfahrer kein Grün anfordern! Es kann lediglich eine bestehende Grünphase für ein paar Sekunden verlängert werden, damit es dem Radler auch noch reicht. Dieser Vorgang funktioniert dann pro Grünphase nur ein Mal, der Redler, der dann 50 Meter weiter hinten kommt, hat dann Pech und muss auf die nächste Grünphase warten.
    Für diese Technik muss der Radler die App installiert und am Laufen haben. die App sendet regelpmässig GPS-Koordinaten (Standort) zum "Ampelserver", der dann entscheidet ob er Grün verlängert oder nicht.

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    1. Danke für die Info. Ich hatte keine Info über die Technik. Ich konnte mir nur nicht denken, wie das funktionieren soll. Man kann ja kein Grün anfordern mitten in einem Kreuzungsumlauf.

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    2. Na, wer lesen kann, ist klar im Vorteil: die Technik ist recht eindeutig über die Quellenangabe des verlinkten Beitrags erklärt. Aber auch mit einer Suche nach "SiBike" kommt man recht schnell auf Informationen des Herstellers Siemens und schon innerhalb der Vorabtreffer taucht überwiegend der Begriff "Grüne Welle" auf.
      Unwissenheit kommt halt davon, wenn man sich nur interpretierten Aussagen verlässt und nicht weiter recherchiert bzw. versucht die ursprüngliche Quelle/Pressemitteilung zu finden.

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  10. Danke, lieber Anonymos, für den Tadel. Warum aber dieser agressive Grundton?

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  11. Netter (April)Scherz.
    1.) darf kein aktiver Verkehrsteilnehmer auf dem Handy/Smartphone herumspielen,
    2.) hält sich so gut wie kein Fahrradfaher an irgendwelche Verkehrsregeln.
    Ergo, absolut sinnfrei diese "Erfindung"!

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    1. Ja genau, wer lesen kann ist klar im Vorteil! Hast es wohl selber nicht durchgelesen Du Pfeife. Finde den Fehler in Deinem letzten Post und sag Bescheid, wenn Du es verstanden hast.

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    2. Bernd, ich möchte nicht, dass wir uns hier in diesem Ton unterhalten und gegenseitig als "Pfeife" oder ähnliches beschimpfen. Falls es ironisch gemeint sein sollte, Ironie wird schriftlich fast nie verstanden.

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    3. @Bernd

      Ich denke Punkt 2.) dürfte unumstritten sein, den meinen sie also nicht.

      Bleibt nur Punkt 1.)
      Sie meinen bestimmt die Passage, in welcher beschrieben wird, dass das System bereits vor der Fahrt aktiviert wird resp. werden kann ?

      Dazu:
      egal wo man unterwegs ist in der Stadt, es gibt sehr häufig "Disconnects" und andere Dinge (Störungen) nach welchen der Anwender eingreifen MUSS, und das ist Gott sei Dank während der Teilnahme am Strassenverkehr verboten.

      Dies passiert verstärkt auf Strecken mit viele Ampeln, und um diese geht es hier.

      Warum das verstärkt auf solchen Strecken passiert ?
      Aufstellung (sicherlich unvollständig):
      Ausfall des GPS durch Signalabschattung (Stichwort: Häuserschluchten, Tunnel).
      Signalvermindungen (auch Signalverfälschungen) bis hin zum Ausfall durch:
      - oberirdische Stromleitungen
      - metallische Gegenstände (im Strassenverkehr überall vorhanden)
      - topografische Gegebenheiten (in Stuttgart besonders zutreffend)

      THX für die "Pfeife", diese gebe ich gerne an sie zurück.

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    4. Warum ist Punkt 2 unumstritten, aich weiss nicht wie Sie fahrradfahren, meine Wenigkeit hält sich beim täglichen Arbeitsweg in Stuttgart an die Verkehrsregeln. Die Frage ist nur inwieweit sich die Autofahrer daran halten. In Stuttgart ist es gang und gebe bei Rot über die Ampeln zu fahren, sehe ich jeden Tag am Eckardtshaldenweg. Dann Geschwindigkeitsbegrenzung, die gilt hier in Stuttgart auch nicht für Autofahrer, mindestens 20 drüber ist hier keine Seltenheit, sogar in den 30-Zonen...

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    5. @Michael

      (Teil)Zitat:
      "Die Frage ist nur inwieweit sich die Autofahrer daran
      halten. In Stuttgart ist es gang und gebe bei Rot über die
      Ampeln zu fahren, sehe ich jeden Tag am Eckardtshaldenweg."

      Genau dies und noch deutlich mehr Verbotenes sehe ich, "radfahrenderweise" von meinen "Kollegen" jeden Tag (also von Radfahrern). So macht halt jeder seine Erfahrungen ...

      Bei mir ist es die Strecke: Feuerbach Weilimdorfer Str. - Pforzheimer Str. - Löwenmarkt - Glemsgaustr. - Flachter Str.

      Fast keiner meiner "Kollegen" Radfahrer (max. 10%) hält z.B. an den 2 Ampeln am Löwenmarkt (Weilimdorf) Richtung Glemsgau- oder Solitudestr., wenn diese auf Rot stehen! Sie wechseln einfach 1-2 Meter daneben auf die Fahrbahn und fahren dann in die Glemsgau- oder in die Solitudestr. ein. Oder sie fahren direkt über Rot!
      Das an dieser Stelle noch nichts Schlimmes passiert ist liegt also an den Autofahrern (!). Die wissen um das Verhalten meiner "Kollegen" und fahren an dieser Stelle (übrigens nicht nur an dieser auf meinem Weg zur Arbeit) besonders vorsichtig. Ich werde fast täglich blöd (mitleidig ?) angesehen, weil ich meinen Drahtesel immer über den Zebrastreifen bei Grün schiebe !

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    6. Zitat:
      "noch deutlich mehr Verbotenes"

      Was ist denn da deutlich mehr verboten. Wenn die Ampel länger als 3 Sekunden Rot zeigt wird das teuer und kostet den Führerschein. Wenn jemand geschädigt wird, und das ist an dieser Stelle jederzeit möglich da es genug Fussgänger gibt die bei Grün ohne zu schauen gehen, dann wird es noch bedeutend teurer. Wir haben in praktisch ganz Stuttgart die Situation das sich die Leute darauf einstellen das niemand die Regeln einhält, aber anscheinend sind das ja alle Seiten. In Stuttgart wird auch seltenst geblitzt, weder Geschwindigkeit noch Rotlichtverstoss, ich denke die Polizei in Stuttgart nimmt das einfach hin. Wegschauen als Berufseinstellung.

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    7. @Michael

      Das war so gemeint, dass ich noch weitere Verstösse (also deutlich mehr als aufgeführt) jeden Tag beobachten darf, vor allem von Radfahrern.
      Sie haben recht mit: "Wir haben in praktisch ganz Stuttgart die Situation das sich die Leute darauf einstellen das niemand die Regeln einhält, aber anscheinend sind das ja alle Seiten."

      Ich will auch gar nicht den Eindruck erwecken, dass ich nur und ausschliesslich Verstösse meiner "Fahrrad-Kollegen" beobachte. Allerdings, und dies ist halt mein subjektiver Eindruck auf eben dieser einen Strecke: Verstösse von Radfahrern sind deutlich in der Überzahl im Vergleich zu den Autofahrern und Fußgängern.
      Dies liegt aber auch daran, dass ich die Verkehrswelt aus der Perspektiv des Radfahrers wahrnehme. Die Autofahrer und wohl auch die Fußgänger kommem da wohl zu einem anderen Schluß ?!

      Schlimm finde ich allerdings, dass ich selbst durch diese vermehrten Fehlverhalten meiner Radfahrkollegen quasi in Sippenhaft genommen werde. Deshalb ist Punkt 2.) aus meiner Sicht (leider) unumstritten. Hier schliesst sich der Kreis.

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