23. April 2016

Radfahren senkt die Mietpreise

Parkplätze sind sieben mal teurer als Radabstellplätze. Wenn man beim Bau neuer Wohnhäuser statt Autoparkplätzen Radarstellflächen verlangt, kann die Miete für die Bewohner deutlich senken.

Für einen Autoparkplatz muss eine Stadt oder ein privater Bauherr durchschnittlich 10.640 Euro investieren (Grundstückskosten und 40 Jahre Betrieb bei 100 Euro Betriebskosten im Monat). Für einen Radparkplatz investiert man durchschnittlich 1.370 Euro. (Die Betriebskosten im Monat liegen bei 12,50 Euro.) Das hat die Initiative Clevere Städte ausgerechnet.


Wer die Mietpreise in attraktiven Innenstadtbezirken senken will, hat hier eine gute Stellschraube: Fahrradprklätze schaffen statt Autoparkplätzen. Denn ein ein Pkw-Stellplatz ist 700 % teuerer als ein Radabstellplatz über eine Abschreibungsdauer von 40 Jahren. Das entspricht 125 Euro anteilige Miete pro Monat.


Die Stadt Rostock hat für ihre Bauherren einen Flyer entwickelt, der darüber informiert, wie Radabstellanlagen sinnvollerweise geschaffen werden können, und welche Fehler man vermeiden sollte.


Kommentare:

  1. Garagen haben aber auch Vorteile. Ich habe meine an den Nachbarn vermietet und der hat da sein Atelier eingerichtet :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hehe, auf unserem Stellplatz stehen drei Fahrräder, zwei Fahrradanhänger, und Gartengeräte. Im Winter darf das Auto wieder rein.

      Löschen
    2. ...und wo kommen dann die Fahrräder und Anhänger hin? Hoffentlich nicht auf die Straße ;)

      Löschen
  2. Ich fürchte, weniger PKW Stellplätze auf privatem Grund bedeutet in der Praxis mehr Konkurrenz um öffentliche Parkplätze.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es geht eigentlich mehr darum, dass Hausbauer, wie in Stuttgart bereits möglich, mehr Radstellplätze auswiesen und dafür weniger Stellplätze für Autos, was die Angelegenheit insgesamt billiger macht. In der Innenstadt auf jeden Fall ein gutes Konzept. Junge Menschen haben eher ein gutes Smartphone und ein cooles Rad als einen Daimler am Straßenrand herumstehen.

      Löschen
    2. Das Auto ist bei jungen Leuten kein Statussysmbol mehr, weil es so normal ist eins zu haben, spätestens nach der Ausbildungsphase. Glühbirnen waren auch mal ein Statussymbol. Da darf man sich Fixietrends in Berlin und anderen Städten bei den Hipstern etc. nicht blenden lassen.

      Löschen
    3. Nun, Norbert die Statistik sagt was anderes, und zwar hier in Stuttgart:
      http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.strassenverkehr-die-jugend-verzichtet-auf-das-eigene-auto.ddbd6af7-c500-4c13-8abf-9d494a03811a.html

      http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wertewandel-auto-als-statussymbol-hat-ausgedient.e8168315-48bc-4f2f-a6d7-a3a1f1e8d33f.html

      Löschen
  3. Ich denke nicht, dass die Stellflächen für PKW so sehr verantwortlich sind für die hohen Mietpreise. Damit möchte ich nicht die Parkplätze für Autos in Schutz nehmen, die maßgeblichen Verursacher überhöhter Mieten liegen jedoch woanders (Überbewertung, Spekulation...) und darum müsste man sich mal kümmern, also das Problem mal an der Wurzel packen und nicht nur einen schlechten Trieb rauspicken. Obwohl es natürlich sinnvoll ist, denn es sind ja nicht immer nur die Kosten, die Flächenverschwendung (auch im öffentlichen Raum) halte ich für viel gravierender.

    100 Euro Betriebskosten pro Monat halte ich für eine simple Stellfläche für überzogen. Wie kommt man eigentlich auf die 10.650 Euro? 1.440 Euro Grundstückskosten plus 100 Euro Betriebskosten pro Monat über 40 Jahre ergeben bei mir 49.440 Euro.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, für Stuttgart passt die Rechnung nicht. Für 1440 Euro bekommt man in den meisten Lagen etwa einen Quadratmeter Grundstück. Für meinen TG-Stellplatz fallen 90 Euro Betriebskosten pro Jahr an.

      Löschen
    2. Eine Stellfläche hinterm Haus kostet nicht so viel, aber in Innenstadtgebäuden müssen Tiefgaragen gebaut werden, und das kostet vermutlich ungefähr so viel. Mal ganz abgesehen davon, was die Stadt es sich kosten lässt, für Autofahrer alle Straßenränder freizuhalten, damit die nahezu kostenlos ihre Autos abstellen können.

      Löschen
    3. Ich glaube, die von dir angesprochenen Stehplätze am Straßenrand wären der richtige Ansatz. Werden die verknappt, wird das Autofahren unattraktiver. Mit dem gewonnenen Verkehrsraum kann man viel machen, außer Radwegen würden mir Grünflächen und Außengastronomie gefallen. Und der Autoverkehr sowie die damit verbundene Schadstoffbelastung nimmt automatisch ab.

      Löschen
    4. Das sieht man bei mir im Hallschlag was passiert wenn der Raum zum parken verknappt wird: Die Autofahrer parken einfach wo sie wollen, es gibt kein Parkverbot, es gibt keine Kreuzungen, warum sollte bei einer T-Kreuzung mehr als eine Fahrzeugbreite Platz bleiben, da kann man doch hinparken. Carsten, sorry, aber das ist Weltfremd.

      Löschen
    5. Hier ist das Ordnungsamt in der Pflicht. 5m Abstand zu Kreuzungen steht in der STvO, wer sich nicht dran hält bekommt Knöllchen oder bei Gefährdung (ein Löschzug kommt nicht durch) Abschleppen. Leider tun die ihre Arbeit nur sehr unzureichend, das gehört verbessert.

      Löschen
    6. Von wegen. Die Stadt Stuttgart hat keinerlei Interesse daran das die Regeln eingehalten werden. Die einzigen Bereiche die kontrolliert werden ist der Innenstadtbereich. Nur mal zur Info: Seit umgebaut wurde war das Ordnungsamt maximal 2 mal hier. Fertig war die Straße aber schon Mitte 2015.

      Löschen
  4. Ich glaub nicht, dass Fahrradständer 40 Jahre halten werden. Sie müssen schneller abgeschrieben werden. Stellplatzpflichten darf ma nerst reduzieren, wenn es Pflicht ist, einen Standplatz nachzuweisen in akzeptabler Nähe (sonst mieten die Leute pro-Forma irgendwo in Dt. einen Parkplatz) zur Wohnsitzadresse.

    AntwortenLöschen