22. Juni 2016

Baustelle in der Tübinger Straße

An der Furtbachstraße beim Karlsgymnasium wird ein Wendehammer gebaut. Schon einmal war hier der Radweg Richtung Marienplatz total gesperrt. Heute wieder.

Fußgänger/innen und Radler schlängeln sich wieder irgendwie über den einzig offenen Radstreifen/Radweg und durch Lücken im Bauzaun. Alle gemeinsam

Frage an einen der Bauarbeiter: Könnte man die Schranke nicht ein bisschen aufmachen?
Nein.
Dann sollte man aber ein Umleitungsschild aufstellen.
Mach ich.

Eine Stunde später komme ich da wieder vorbei.
Das ist allerdings nun kein Umleitungsschild für Radfahrer, sondern nur für Fußgänger. Ich frage den Herrn auf der Baustelle wieder: Wo ist denn das Umleitungsschild für Radfahrer?
Das ist es.
Aber Radler sind keine Fußgänger und sie sollen jetzt gegen die Fahrtrichtung die andere Spur nehmen? Achselzucken. Ist ja nur für einen Tag.
Die vorübergehende Lösung: Man stellt Baken in der Einfahrt zum Radwegstück Richtung Marienplatz auf.
Aber jetzt fehlt immer noch das gelbe Umleitungsschild für Radfahrende. Und alle fahren jetzt wie Geisterradler durch die linksseitige Furt.

Ein Umleitungsschild ist in den Plänen tatsächlich nicht verzeichnet. Ist ja nur heute für ein paar Stunden.

Die Schleuse wird allerdings, erfahre ich, demnächst auch einmal für ein paar Tage geschlossen. Dann wird der andere, linksseitige Radweg in Gegenrichtung freigegeben. Die Schilder sind dafür vorgesehen.
Hm.

Es kommen weitere Herren, die die Baken nicht gut finden.
Sie machen den Vorschlag, heute doch den Radwegabschnitt auf der Ausfahrtseite wieder aufzumachen. (Mein Vorschlag vom Morgen) Das Gitter wird um 45 Grad verschoben. Die Schilder für Fußgänger werden auf den Gehweg getragen. Was bedeutet, dass die Fußgänger nun gar keine andere Wahl haben, als den Radweg zu benutzen. Aber gut. Immerhin können wir da wieder durchradeln.

Wenn dann diese Furt für mehrere Tage gesperrt werden muss, weil der Asphalt neu gemacht wird, erklärt man mir jetzt, dann sollen Teile der Abschrankung für Autos abgenommen und der Radweg verbreitert und in beide Richtungen befahrbar gemacht werden. Na gut.

Die Autofahrer wird's vermutlich freuen, die werden dann auch wieder dort durch fahren. Aber ist ja nur für ein paar Tage.

Und bis Ende Juli wird der Abschnitt der Tübinger Straße bis Marienplatz dann eine Fahrradstraße sein. Mit Vorrang für Radfahrende bis zum Gerber.

Kommentare:

  1. Uh spannend, sonst hat man sich doch immer so, wenn ein zu schmaler Weg für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben werden soll, wie zurzeit bei der Brücke über den Budapester Platz, aber hier ist so eine Freigabe ohne Weiteres möglich??!

    Immerhin schon zu hören, dass man sich mittlerweile daran erinnert hat, dass die gesamten Absperrungen der Schleuse nicht fest verankert umgesetzt wurden - wie im Juli 2015 von Frau Scherz vorgestellt.
    Da frage ich mich jedoch, warum man diese für geplante, mehrstündige Umzüge wie dem Christopher-Street-Day oder Volksfest-/Faschingsumzug relativ einfach abbauen kann, es dann aber zu einem Ding der Unmöglichkeit macht diese Option auch bei einer mindestens ebenso lange bekannten und geplanten Baustelle von Anfang an mit einzubeziehen.

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    1. Ehrlich gesagt, besser, man baut die Sperre nicht ab, schon gar nicht für mehrere Tage, sonst hat man hier einen ungemein munteren regelwidrigen Autoverkehr. Inzwischen ist übrigens alles wieder in beide Richtungen frei. Es waren, wie versprochen, nur ein paar Stunden.

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  2. Ja nee, ganz abbauen und offen lassen ist ja das andere Extrem.
    Ich meinte einfach die starren Sperrelemente abmontieren und temporär mobile Elemente ersetzen, hier gibt es ja auch verschieden "schwere" Optionen.

    Diese kann man dann ggf. so verschieben, dass die Bauarbeiter ihrer Arbeit nachgehen können, jedoch die Radfahrer nicht gefährdet/behindert werden und zugleich der ursprüngliche Zweck der sperrende Wirkung erhalten bleibt.

    Im Grunde analog zum motorisierten Verkehr: zur Zeit haben wir ja in Stuttgart verschieden dimensionierte bzw. ausgestaltete Fahrbahnverschwendungen, mit Platzgewinn für die Baustelle und lediglich einer Deformation der normalen Verkehrssituation.

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  3. Stimmt, hast Recht. Ich bin schon selber so vernagelt, dass ich mir ein Baustellenmanagement, das man für Autos macht, nicht für Radfahrende denken kann. :-)

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  4. Fassen wir das Mobilitätskonzept der Stadt Stuttgart zusammen:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Separate_but_equal

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