29. Juli 2016

Zahlen zum Fahrrad

Der jährliche Umsatz der Fahrradindustrie, einschließlich Teile und Komponenten beträgt rund 5 Milliarden Euro. Räder und E-Räder selbst bringen davon die Hälfte. 

Es gibt in Deutschland 72 Millionen Fahrräder, 2,5 davon sind Pedelecs. Im vergangenen Jahr wurde gut eine halbe Million Pedelecs verkauft, elf Prozent mehr als im Jahr davor. Das sind bereits über zwölf Prozent der überhaupt verkauften Fahrräder (Quelle: Paul Lange&Co). Das Fahrrad hat also Zukunft.

Die Städter würde es freuen. 82 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Radverkehr (Quelle: UBA) und dass die Städte mehr für den Radverkehr tun. Denn die Hälfte der Radler (48%) fühlt sich im Stadtverkehr auf dem Rad nicht sicher. Die andere Hälfte fühlt sich allerdings sicher.


Cycling Embassy of Denmark
Für die Städte lohnt sich die Radverkehrsförderung. Radinfrastruktur ist sehr viel billiger als Straßenbau für Autos. Und Radler sind im Durchschnitt gesünder, und zwar trotz der Gefahr, sich bei einem Unfall mal etwas zu brechen. Für einen Menschen, der 75 Minuten in der Woche radelt, muss die Krankenkasse (und damit die Allgemeinheit) 2000 Euro im Jahr weniger ausgeben (siehe HIER). In Dänemark hat man die Erfahrung gemacht, dass eine Gesellschaft für jeden Kilometer auf dem Fahrrad anstelle des Autos ein 1 € gewinnt (Quelle: Cycling Embassy of Denmark).

In Stuttgart standen 2015 die Autofahrenden durchschnittlich 73 Stunden im Stau. In Karlsruhe 54 Stunden, in München 53, in Saarbrücken 35 Stunden. Fahrradfahrende standen 0 Stunden im Stau. Sie haben auch keine Minute für Parkplatzsuche gebraucht.


Kommentare:

  1. Das stimmt so nicht ganz. An Ampeln kommt man nicht immer an Autostau vorbei. Und nach Fahrradständern suche ich in Stuttgart häufig vergeblich. Aber wenn man die Summe dieser Zeiten nimmt, sind sie tatsächlich nur ein Bruchteil, der Zeit.

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    1. Am Ampelstau passiert es mir ganz oft, dass Autofahrer bewusst den Platz rechts vorbei dichtmachen. Ich habe es darum aufgegeben mich vorbei zu drängeln. Auch im allgemeinen Stau "vergessen" viele rechts ein bisschen Platz für mich
      zu lassen, leider auch dann wenn ich einen Schutzstreifen habe.
      Zur Parkplatzsuche und fehlenden Radbügeln kann ich nur sagen, dann mach ich mein Rad einfach an Laternen, Zäunen, Bäumen oder sonst was fest.

      Sandy

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  2. Wenn rechts zu ist und nur drei Autos vor mir, dann bleib ich einfach dahinter. Wenn aber zwei, drei oder mehr Ampelphasen zu erwarten sind bis man drüber kommt, dann fahr ich entweder links vorbei und schere vorn ein oder weiche auf den Fußweg aus. Das natürlich, ohne Fußgänger zu belästigen :)

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  3. Richtig sauber ist nur der Diesel.
    Und der kurbelt unsere Wirtschaft richtig an!

    Green has never felt so right!

    https://m.youtube.com/watch?v=c9ciAi8e-e0

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  4. Schön zu sehen, das der E-Bike Boom unvermindert anhält. Die bescheidenen Absatzzahlen der elektrischen Autos dagegen zeigen, welches Verkehrsmittel in der schönen neuen Welt der Elektromobilität den Ton angibt. Und das ganz ohne staatliche Förderung.

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  5. Das Rechtsvorbeischlängeln ist nicht ungefährlich. Wenn die Autos weiterfahren, sollte man sich wieder richtig einordnen.
    Die Meisten werden aber, besonders in flachen Städten, weiterhin auf reine Muskelkraft setzen. (-:
    Lieber ein gutes Fahrrad als ein schlechtes Pedelec.

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    1. Für Stuttgart ist das Pedelec die Erlösung von der Autostadt. Bei uns geht es nach drei Seiten steil bergauf. Seit einigen Jahren boomt das Pedelec, die Zahl der Radler/innen hat sich mindestens vervierfacht, weil Pedelecs die Berge nivellieren. Auch wenn viele sie inzwischen auch zu Radtouren nutzen, so ist das Pedelec in Stuttgart eigentlich das Stadt-Mobil, mit dem man in der zugleich ja auch kleinflächigen Stadt, bestens überall hinkommt, und zwar innerhalb von zwanzig Minuten.

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