21. August 2016

Abstand halten!

Zu viele Autos überholen zu viele Räder äußerst knapp. Der richtige Abstand ist 1,5 Meter. 

Den geben viele schmale, links und rechts zugeparkte Nebenstraßen oft nicht her. Aber auch viele Radstreifen und vor allem Schutzstreifen sind zu schmal.

Denn Radfahrende müssen zu geparkten Autos auch knapp anderthalb Meter Abstand halten, damit sie keine sich plötzlich öffnende Autotür niederstreckt. Die gestrichelte Linie eines Schutzstreifen täuscht Autofahrern vor, es genüge die eigene Fahrbahnmitte zu halten, mit dem Effekt, dass er zu knapp an den Radlern vorbeischrabbt.
Das ist gefährlich. Und es schafft Unsicherheit der Radler auf ihren Radstreifen und Schutzstreifen. Nicht so Nervenstarke weichen dann auf Gehwege aus, was die Fußgänger stresst und was Fußgänger hassen.

Foto hamburgfiets
Der ADFC Osnabrück hat auf das Problem in einer Aktion aufmerksam gemacht (Foto oben). Auch wir in Stuttgart machen oft die Erfahrung, dass Autofahrer zu knapp überholen. Da spürt man den Windhauch, da streift einen fasst der Außenspiegel. Ich bin sicher, viele Autofahrende machen sich nicht klar, in was für eine Lage sie damit sich selbst und die Radfahrenden bringen. Wer nietet schon gern einen Radfahrer um? Erstaunlich, dass so manche Autofahrer dennoch das Risiko eingehen, einen anderen Verkehrsteilnehmer zu Fall zu bringen und schwer zu verletzen.

Radfahrende lassen sich immer wieder etwas einfallen, um die Autofahrer auf den Sicherheitsabstand aufmerksam zu machen. Daran sieht man, dass Vielradler mindestens einmal auf ihrer Strecke zu knapp überholt werden.


Solche zu schmale Sicherheitsstreifen haben wir beispielsweise in der Neckarstraße auf dem Abschnitt zum und vom Neckartor. Sie sind alt und verlaufen an geparkten Fahrzeugen entlang. Ein Radler muss hier im Grunde auf der gestrichelten Linie fahren, wenn er seinen eigenen Sicherheitsabstand von den geparkten Autos halten und Dooring-Unfälle vermeiden will. Das sehen Autofahrer aber meistens nicht ein. Sie halten ihre Spur und kommen dem Radler zu nah.



Kommentare:

  1. Ich finde, das haben die meisten Motoristen in Stuttgart gut im Griff. Auch mich überholt manchmal jemand knapp, teilweise auch bewusst um mir zu zeigen wem die Straße gehört. Die meisten Motoristen gedulden sich jedoch bis genug Platz ist und überholen dann mit ausreichend Abstand.

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    1. Ich kann @Christines Aussage, dass "...Vielradler mindestens einmal auf ihrer Strecke zu knapp überholt..." werden nur unterstützen.
      Wobei das extrem vom Erscheinungsbild abhängt, so werde ich in Sportmontur häufiger geschnitten, als voll bepackt auf dem Heimweg vom Großeinkauf oder gemütlich fahrend auf dem Hollandrad.

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    2. Ich fahre immer in Sportkleidung und mit Kuriertasche. Ich halte immer ordentlich Abstand zum Fahrbahnrand, damit ich den Sicherheitsabstand des Motoristen nachjustieren kann wenn es mir zu gefährlich erscheint.

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  2. Die meisten dieser "einspurigen" Schutzstreifen in Stuttgart sind eh illegal, da ein regelkonformes Passieren eines Radler gar nicht möglich ist: Soweit ich mich erinnere, ist in der StVO eine Mindestbreite von 1,25m für Schutzstreifen plus eine Mindestbreite der Fahrbahn von 4,5m vorgesehen, bei durchschnittlich 5m gesamter Fahrbahnbreite passt das schon mal baulich nicht.
    Häufig sind Stuttgarter Schutzstreifen vielmehr mit der Intention der sogenannten Sharrows umgesetzt.

    Aber auch ohne diese Pinselei ist mancherorts, wie z.B. bei der Hauptradroute 1 im Kaltental ein Überholen mit heutigen Fahrzeugen gar nicht mehr möglich: hier beträgt die gesamte Breite teils nur um 3,75m - der Radler hält seine 1,2m von den Türen ein und ebenso versucht der Motorist die 1,5m Sicherheitsabstand einzuhalten (plus die jeweiligen Gefährtbreiten), damit wäre dieser mit seiner linken Fahrzeugseite im Gleisbett der Stadtbahn.

    @Christine: Du schreibst hier über die Schutzstreifen"...auf dem Abschnitt zum und vom Neckartor. Sie sind alt..." - Na ja ein sehr ähnliches Konstruktion wurde dieses Jahr (05.2016) entlang der U12 in Dürrlewang fertiggestellt.

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    1. Ich finde die Lösung entlang der U12 nicht schlecht. Die Schutzstreifen enden vor den Kreisverkehren, und Motoristen haben ausreichend Platz zum passieren, wenn es nicht gerade ein 40 Tonner ist.

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. Solange Schutz- und Radfahrstreifen weiterhin ohne Puffer zu PKW auf die Fahrbahn gemalt werden, wird dieses Problem bleiben.

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    4. Auf der Löwentorstraße entlang vom Hallschlag zum Löwentor ist es für Autofahrer NICHT möglich ein Fahrrad mit einem Abstand von 1,5 m zu überholen. Die Straße ist dafür nicht breit genug, die Autos müssten auf dem linksseiten Bordstein fahren um diesen Abstand zu ermöglichen.

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    5. @Carsten Gerade das Ende der Schutzstreifen vor den Kreisverkehren finde ich nicht gerade zeitgenössisch gelöst. Wie du ja schon schreibst "...enden vor den Kreisverkehren" folglich es gibt häufig Gerangel wer nun Vorrang hat - im Grunde mit dem Sicherheitsabstand eindeutig gelöst, aber darum geht es hier ja gerade.
      Daher wäre es bei diesem Neubau wünschenswert gewesen, wenn die Schutzstreifen gegen Ende nach Links ausschwenken: rechtlich, klarer, da der Motorist einen Fahrstreifenwechsel ausführen muss.

      @Michael Wobei an der Löwentorstraße sind das ja Radfahrstreifen, hier gilt doch auch der Sicherheitsabstand? (siehe auch Konstrukt an der Theodor-Heuss-Straße)
      Zudem viele Autofahrer/LKWs gerne die Idealllinie fahren und sich damit auf den Radfahrstreifen bewegen (Durchgezogene weiße Linie!).

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    6. @Sebastian: Ein ausschwenken am Ende nach Links wäre besser, das stimmt. Immerhin stellen die vorher endenden Schutzstreifen klar das Motoristen nicht neben uns in den Kriesverkehr fahren können sondern sich vor oder hinter uns einsortieren müssen. Somit entschärft es die Kreisverkehre, denn als Radfahrer kann man frühzeitig auf die Fahrbahnmitte wechseln ohne das Revierverhalten der Motoristen hervorzurufen.

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  3. Ich werde ebenfalls jeden Tag mehrfach eng überholt, teilweise auch mit voller Absicht und bewusst eng. Inzwischen habe ich mir eine ActionCam gekauft und zeige jedes dieser Manöver als Ordnungswidrigkeit an.

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    1. Hallo Rod, Akzeptiert die Polizei die Aufnahme als Beweis und verfolgt diese Ordnungswidrigkeit auch?

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    2. Das möchte ich auch wissen. Wie geht die Polizei damit um. Wwrden die Utofahrer bebußt?

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    3. Grundsätzlich wird der "Videobeweis" mittlerweile akzeptiert. Hier hat das OLG Stuttgart im Mai diesen Jahres die Weichen gestellt. Näheres unter

      http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-stuttgart-4ss54315-beweis-verwertung-dashcam-kamera-gericht-bussgeld-straftaten/

      Allerdings bin ich kein Freund davon, jede "Kleinigkeit" anzuzeigen. Damit ist auch niemandem geholfen.

      Ich habe im Sommer eine Nötigung angezeigt und auf bestehendes Bildmaterial verwiesen. Der Polizist hat sich das Bildmaterial angeschaut, sich aber nicht zur Verwertbarkeit geäußert.

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    4. @Rod
      Damit zeichnen sie hoffentlich ebenso ihre persönlichen Verstöße gegen die StVO auf und bringen diese zur Selbstanzeige?!

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    5. @GS
      haben Sie denn "Rod" schon bei persönlichen Verstößen beobachtet? Es soll ja auch Radfahrer geben die sich an die STVO etc. halten. Sie müssen nicht von Ihren auf andere Verhaltensweisen schließen.

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    6. @Ano (23. August 2016 / 11:07)

      Zitat:
      ... Es soll ja auch Radfahrer geben die sich an die STVO etc. halten. ...

      Kennen sie einen solchen?
      Ich habe noch keinen kennen gelernt resp. gesehen!

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    7. Ich kann nur für Hamburg sprechen: Die Anzeige geht an die Bussgeldstelle, die für die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zuständig ist, nicht an die Polizei. Dafür gibt es in Hamburg eine Hand eine Vorlage, die ein findiger Radfahrer erstellt hat. Bisher wurden meine Anzeigen mit Screenshots alle akzeptiert, anscheinend wird aber manchmal nach dem Orginal-Video gefragt.
      Besonders viel Rückmeldung kommt von der Bussgeldstelle allerdings nicht.

      Das Bussgeld von 30 Euro wird aufgrund von Tatbestandsnummer 105112 verhängt, siehe
      http://www.kba.de/DE/ZentraleRegister/FAER/BT_KAT_OWI/bkat_owi_01052014_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=4

      Mit Radweg- und Streifenparker verfahre ich analog.

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    8. @GS Zitat:
      > Kennen sie einen solchen?
      > Ich habe noch keinen kennen gelernt resp. gesehen!

      Ich fahre sowohl mit dem PKW als auch dem Bike der STvO entsprechend - zumindest soweit ich sie kenne.

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  4. Insgesamt schließe ich mich den Auffassungen von Sebastian und Christine an. Zu Carsten: Auf Nebenstraßen werde ich kaum geschnitten oder zu knapp überholt, auf „Hauptstraßen“ jedoch ziemlich oft. Auch kann ich den Unterschied zwischen „Sporthabitus“ und „Tourenhabitus“ in der Rezeption vieler Kraftfahrer bestätigen.

    Abgesehen davon: Viele „Schutzstreifen“ sind kontraproduktiv. Beispielsweise bin ich früher oft gefahrlos die Neckarstraße im Bereich Stöckach gefahren. Seitdem dort ein „Schutzstreifen“ aufgemalt ist, erwarten die Autofahrer, dass ich ihn benutze. Das ist aber unzumutbar und mir persönlich zu gefährlich. Ich fahre diesen Abschnitt der Neckarstraße nicht mehr: Im Klartext: Eine Radverkehrsanlage hat mir einen sicheren und flotten Abschnitt meiner möglichen Radrouten genommen, ich muss auf andere Wege ausweichen. Sebastian hat den grundsätzlichen Sachverhalt geschildert.

    Summa summarum und spitz formuliert, jedoch weder provokativ noch kontraproduktiv gemeint: Viele innerstädtische Radverkehrseinrichtungen dienen meist den Autofahrern, nicht den Radfahrern. „Schutzstreifen“ sind gefährlich, wenn sie entlang parkender Autos führen. Keep on rolling!

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    1. Ja, dieser "Schutzstreifen" in der Neckarstraße wurde hier im Blog schon öfter kommentiert. Aber Christine findet ihn ja leider gut, aus welchen Gründen auch immer.

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    2. Positiv ist auf jeden Fall, dass der Streifen eine Radroute signalisiert und entsprechend die Autofahrer sensibilisiert. Ich finde, wir müssen zwar kritisieren und bessere Lösungen fordern, aber gleichzeitig wissen, dass die Um- und Durchsetzung politisch schwierig ist. Insofern empfinde ich den Streifen und viele andere Maßnahmen als Schritte in die richtige Richtung.

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    3. Den "Schutz"streifen kann man auch negativ sehen. Nämlich das Radverkehr nur dort zugelassen ist, wo eine RVA vorhanden ist. Und wenn, hat sich der Radfahrer gefälligst an den rechten Rand in die Gosse zu drücken. Und eben eng überholen zu ertragen.

      Es kann nicht sein, dass man solche Verschlechterungen positiv bewertet nur weil Um- und Durchsetzung politisch schwierig ist. Nein, bei solchen Voraussetzungen muss man Maximalforderungen stellen. Wer gleich signalisiert dass man sich über solche Radfahrergefährdungsanlagen eigentlich freut, der kriegt auch solchen Müll.

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    4. Ja, exakt, Du triffst den Nagel auf den Kopf. Wir vertreten beide eine generelle Kritik an den RVA. Jedoch helfen uns Grundsatzdiskussionen im Einzelfall nicht weiter. Zum Beispiel gibt es für ein allgemeines 30er-Tempolimit auf Stuttgarter Nebenstraßen schlicht keine Mehrheit. Punkt. Und jetzt? Ziel von RVA ist es auch, weniger geübten Radfahrern eine Chance zu bieten, am Straßenverkehr teilzunehmen. Und das finde ich zielführend, denn wir brauchen mehr Radfahrer, um in der politischen Durchsetzungskraft stärker und wichtiger zu werden. Ich weiß, dass dieser Sachverhalt sehr ambivalent ist. Und ich weiß, dass wir dicke Bretter mühsam bohren müssen. Ich bin jedenfalls hin und her gerissen und entscheide deshalb immer im Einzelfall einer RVA, ob ich dafür oder dagegen bin. Oft hat eine RVA sowohl positive als auch negative Wirkungen und ich bin oft von RVA genervt. Leider brauchen wir neben viel Diskussion auch viel Geduld, denn in Stuttgart sind wir ja noch im Anfangs- und Versuchsstadium. Eine Critical Mass mit regelmäßig 10 Tausend Teilnehmern würde ganz schnell die politischen Entscheidungen und Machtverhältnisse verändern. Hast Du eine Idee, wie sich das realisieren ließe? Viele Grüße und – keep on rolling!

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    5. Mit der Grundsatzdiskussion hast du ja angefangen. Mir geht's nach wie vor darum, daß der Schmutzstreifen in der Neckarstraße (ja, und ähnliche) schlichtweg Scheiße sind. Egal, ob da jetzt eine Radroute signalisiert wird. Viel mehr wird signalisiert, daß hier Radfahrer eng überholt werden können.

      Und gerade weniger geübte Radfahrer, also die viel bemühten Senioren und Kinder (da ist ein Gymnasium) werden bei solchen Fehlinvestitionen massiv gefährdet. Aus diesem Grund lehne ich solchen Mist rundheraus ab. Damit wird kein Radfahrer mehr auf die Straße geholt, denn wer dort fährt fürchtet um Leib und Leben. Deswegen ist das kontraproduktiv.

      Und jetzt doch mal Grundsatzdiskussion: was viel zielführender wäre, wäre endlich mal eine gescheite Öffentlichkeitsarbeit. Eine, die sagt wieviel Spaß Rad fahren macht, auch bei der viel gescholtenen Topographie Stuttgarts (die eh nur auf wenigen Strecken wirklich ein Hindernis ist. Wieviel Platz Radfahrer und(!) Fußgänger brauchen! Daß Radfahrer keine Fußgänger sind! Für letzteres kämpft auch Christine, aber wir brauchen hier eine Kampagne der Stadt, nicht Beiträge in einem Blog dessen Reichweite dort sehr marginal ist. Und, verdammt noch mal, was wir nicht brauchen ist ein OB, der Falschparker nicht kontrollieren oder gar abschleppen lassen will, weil das angeblich Aggressionen gegenüber Radfahrern steigert. Das ist das völlig falsche Signal.

      Auch brauchen wir keinen Polizei und kein Ordnungsamt, daß Radfahrer lieber verfolgt und stupide auf angeblich fehlende Helme hinweist, während die waren Gefahren doch gar nicht durch Radfahrer verursacht werden, sondern durch Autofahrer und Verkehrsplaner.

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    6. Aus meiner Sicht sind wir beide einer Meinung in Sachen a) Analyse und b) Zielvorstellung. Ein Dissens besteht lediglich in c) der Vorgehensweise vom Status quo zum Ziel. Und ich stimme Dir vollkommen zu, dass ein großer Wurf – z.B. in der Kommunikationsarbeit der Stadt – viel mehr Wirkung entfalten würde als dieses ständige Kleinklein um Paragraphen und schrittweise Zugeständnisse. Ich stimme Dir in Deiner Kritik ausdrücklich vollkommen zu. Mein Bedenken besteht lediglich darin, dass eine städtische Kampagne weder bislang gekommen ist noch in Zukunft kommen wird. Dazu sind OB und Grüne halt nicht entschlossen, es fehlt der politische Wille. Wir mögen das bedauern, aber was jetzt? Wie machen wir ohne den OB weiter?

      Ergänzend und nicht an Dich, sondern generell an Stuttgart-Klischeeriker gerichtet: das klischeehafte Pseudoargument mit der Topographie in Stuttgart ist genauso blödsinnig wie das mit der Autostadt. Erstens liegt nicht nur Stuttgart, sondern dreiviertel von Deutschland im Mittelgebirge und zweitens: wer relativ große Straßen und volle Autobahnen und Innenstadtringe betrachten will, dem empfehle ich mal einen Besuch in nahen Frankfurt. Das ist für traditionelle Stuttgarter zwar eine verbotene Stadt, mit der DB aber bequem in 75 min zu erreichen. Dort lässt sich eine teilweise amerikanisierte Autostadt bewundern. Stuttgart ist viel zu klein und viel zu dörflich um in diesem Sinne eine Autostadt zu sein. Viele Grüße. Keep on rolling!

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  5. Auf gute Straßen angewiesen,
    sind Rennradler oft angeschissen.

    Gern schneiden Audi und Touran,
    mit großem Fahrradständer dran.

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  6. Warum wird nicht diese unsägliche Radwege Nutzungspflicht endlich abgeschafft, dass würde nicht mal Geld kosten. Tolle bauliche Maßnahmen und Schutzsteifen geben einigen Motorisierten Verkehrsteilnehmen, oft nur die Moralische Freigabe Fahrradfahrer auf ihren „rechtmäßigen Platz“ zu verweisen, und da ist die Hupe noch die freundliche Variante. Es muss in die Köpfe jedes Verkehrsteilnehmers das Radfahrer normale Verkehrsteilnehmer auf der Straße sind und mit dem entsprechenden Respekt zu behandeln sind.
    Gruß
    Eric

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  7. Ich werfe noch ein weiteres Beispiel in die Runde: Schutzstreifen entlang der Daimlerstraße in Bad Cannstatt - schon im Konzept null Sicherheit.
    Klar Auflange sind halbwegs erfüllt: breit genug, entfernte Mittellinie, Schutzstreifen durchgängig.

    Da hier aber so viel Verkehr zusammenkommt, kann ein Motorist nur selten mit 1,5m und damit über die Gegenfahrbahn überholen. Immerhin gibt es durch die Markierungen immer noch so viel Platz, dass man vorbei an den im Stau stehenden Autos nach vorne kommt - dann aber definitiv nicht sicher!
    Daher müsste man als ehrlicher Radfahrer hier - der Sicherheit wegen - mit im Stau warten oder eben forciert illegal weiterfahren.

    Zum Beispiel ist zwischen Netto und toom in der Regel zugeparkt und der Sicherheitsabstand de facto nicht vorhanden (siehe Google Street View - Achtung von 2010, mittlerweile gibt Ergänzungen an der Daimlerstraße).

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    1. Vielleicht noch wichtig zu erwähnen: die Daimlerstraße mit beschriebenen "Sicherheitskonzept" ist zwischen Waiblinger Straße und Kreisel-Deckerstraße teil der Hauptradroute 1 => Nicht gerade motivierend für Umsteiger/Neuradler.

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  8. Zitat aus dem Stuttgarter Radverkehrskonzept: „Das Fahrrad ist selbstverständlicher Bestandteil einer integrierten Verkehrspolitik.“ Die Marketingler haben jedoch unterschlagen, den entscheidenden und von mir ergänzten Relativsatz zu erwähnen. Er lautet: „ … sofern es die Dominanz und Aggression des innerstädtischen Autoverkehrs nicht beeinträchtigt.“

    Heutzutage wird entsprechend der ökonomischen Ideologen im Arbeitsleben für jede Basis- und Grundschulfähigkeit eine Fundamentalzertifizierung gefordert. Wenn ich dieses Qualifikationsmodell auf die Radroutenarchitekten anwende, erwarte ich folgende Minimalqualifikationen:

    1. Mindestens 10 Jahre und 100.000 km Radfahrer-Erfahrung
    2. eine jährliche Fahrleistung als Radler von mindestens 10.000 km, davon mindestens 5.000 km innerstädtisch und mindestens 5.000 km auf außerstädtischen Touren in europäischen Ländern oder darüber hinaus
    3. eine mindestens drei-jährige Erfahrung als Fahrradkurier in einer Stadt mit mindestens 500.000 Einwohnern

    Denn erst dann werden sich so manche Dinge zugunsten einer den Radverkehr integrierenden Verkehrspolitik ändern, weil sie erst dann wissen, was sie tun und wovon sie reden.

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  9. Was ich auch häufiger erlebe sind so Besserwisser (anders kann man die denk ich nicht bezeichnen) die mit zu geringem Abstand überholen bzw. genervt sind weil das nicht geht, dann noch hupen und mich evtl. per Gestik auf den Gehweg (bzw. vorhandene Feldwege außerorts) verweisen möchten - wohl gemerkt, da wo weit und breit kein blauer Lolli zu sehen ist. Naja...

    Dann gibt es da noch die Fraktion, die sich offenbar einen Sport daraus macht, so dicht wie möglich den Radfahrer zu überholen, vermutlich wohl um sich selbst und anderen zu beweisen, wie gut und routiniert man Autofahren kann.

    Schaut man sich mal an, wie viel diese 1,5 m tatsächlich sind, behaupte ich mal, dass mich rein vom Gefühl her bestimmt vier von fünf Autos mit einem Abstand überholen der geringer ist, was vor allem außerorts bei hohen Geschwindigkeiten sehr gefährlich werden kann. Wobei man dazu auch sagen muss: Mein Lenker ist 42 cm breit, grob überschlagen nehme ich also mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand etwa zwei Meter der Fahrbahn ein. D.h. es bedarf einer Spurweite von mind. 3,5 m um genug Platz zu haben, für diese SUV-Straßenpanzer eher 4,0 m. 3,75 m ist die Breite einer modernen Autobahnspur - und sowas findet man in einer Stadt eigentlich gar nicht. Und da ich auf Landstraßen meistens auch bei Gegenverkehr überholt werde (i.d.R. eine Spurbreite von 3,5 m oder geringer) muss der Abstand folgerichtig zu gering sein.

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  10. Vielleicht sollte man mit einer Linie fahren die per Laser auf die Straße projeziert wird, um deutlich zu machen was 1,5 m bedeutet. Vielleicht würde das etwas bringen.

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    1. @Michael, du meinst sicherlich so etwas wie das Bike Safety Lighting System [XFIRE] oder mehr nach vorne strahlend wie das Blaze Laserlight [Kickstarter]. Letzteres meine ich auch schon mal bei der Critical Mass Stuttgart gesehen zu haben. Keine Ahnung, wie alltags tauglich das ganze ist, aber immerhin haben sich schon manche darüber Gedanken gemacht.

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    2. Beim ersten sind das aber definitiv keine 1,5m!

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  11. Jau, könnte man aber evtl. auch so anbringen/modifizieren, dass dieser Abstand erreicht wird. Wobei ich glaube, dass diese Lichter ja nur bei Dunkelheit wirklich effektiv sein könnten - tagsüber verpufft wohl die Wirkung und damit auch die Intention.
    Wie auch immer - ich würde generell mal sagen, solche Sachen bekommen/haben hier eh keine Zulassung oder man kann sich auf ein paar nette Diskussionen mit den Ordnungshütern einlassen.

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