17. August 2016

Lastenräder

Maultaschenrikscha
Es gibt sie in vielen Formen und Arten. Man kann mit ihnen Sprudelkisten oder Kinder transportieren. Oder Pakete ausliefern. Oder einen Kiosk, an dem man Kaffee oder Maultaschen verkauft. 

Man kann sie auch mieten, etwa beim Freien Lastenrad Stuttgart. Der kleine Binnentransport in Ortsteilen und der Innenstadt ist die Zukunft und hilft, die massenhaften Kleintransporter in den Fußgängerzonen, in der Fahrradstraße und in den Gassen zu reduzieren. Für die Lieferanten muss noch geklärt werden, wo die Waren zwischengelagert werden, die dann von Lastenrädern in die städtischen Verästelungen gefahren werden. Da sind gerade derzeit alle auf der Suche.


Ein Problem gibt es auch noch: Es fehlen Radparkpätze für Lastenräder. Vor allem geschützte. Und so mancher Radweg ist zu schmal oder verwinkelt für sie.


Sie fahren sich völlig unterschiedlich. Bei Zweirädern mit Kasten zwischen Lenker und Vorderrad darf man Radeln nicht auf das Vorderrad schauen, sonst verlenkt man sich. Daran gewöhnt man sich schnell. Ansonsten vermitteln sie das normale Fahrradfahrgefühl. Man balanciert beim Lenken normal aus.

Schwieriger zu fahren sind Dreiräder. Denn hier funktioniert die Balance nicht. Sie kippen nicht. Man hat aber nach wie vor das dringende Bedürfnis, sich in die Kurvenrichtung zu legen und hat das Gefühl, nach außen getragen zu werden. Ich habe am Anfang automatisch gegengelenkt, dorthin, wohin ich zu kippen meinte, also in die falsche Richtung. Aber auch daran gewöhnt man sich schnell.







Das Lenken mit Doppeltem Vorderrad ist noch mal anders. Man schert mit beim Linksfahren mit der Lenkstange weit nach rechts aus und umgekehrt. Allerdings hat man ein besseres Gefühl für die Straßenlange insgesamt. Ich fand es leichter zu fahren.

Diese Teile sind Klappräder, mit und ohne Elektromotor, mit einem verlängerten Gepäcktraäger, auf den man auch zwei Kindersitze schrauben kann. Äußerst flexible Lastenräder, die auch in den eigenen Fahrradkeller passen.


Man kann auch normale Räder oder stylische Räder pimpen. Vorne und hinten. Das hier ist ideal für den Pendler, der seinen Kaffee gern auf der Fahrt trinkt.


Die Varianten sind unendlich, die Transportmöglichkeiten auch.

Nur beim Transport Erwachsener muss man aufpassen. Denn es ist in Deutschland nicht erlaubt, Personen mit dem Fahrrad zu transportieren, es sei denn, es sind Kinder (bis 7 Jahre). Allerdings ist diese Frage strittig. Und das OLG Leipzig hat bereits entschieden, dass der Transport in Radkutschen oder Rikschas erlaubt ist. Denn es hantelt sich hier nicht um Fahrräder im klassischen Sinn: Zwei Räder und kibbelig.

Kommentare:

  1. Coole Sache das freie Lastenrad auf Spendenbasis!

    Der aufmerksame Leser findet unter der Verleihstation "Plattsalat West...Ausleihen ohne Einkaufen ist nicht!"
    (http://www.lastenrad-stuttgart.de/plattsalat-west)

    Das ist doch nicht etwa Konsumzwang oder Ökomafia?

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    1. Da muss was schief gelaufen sein. Ich habe ausgeliehen ohne Mitgliedschaft und ohne Einkauf. Vielleicht ist aber auch bei mir was schief gelaufen und ich hatte einfach Glück.

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  2. IMHO werden gerde im privaten Bereich Lastenräder überbewertet: Oft erfüllt ein Hänger (oder deren zwei) den Zweck genauso gut oder besser. Den Kinderhänger kann man dann auch den Tag über an der KiTa parken und der Partner kann dann mit seinem Fahrrad die Kinder holen. Mit einem Lastenhänger mit zwei Rädern und Plattform kann man auch bei Obi mal nen Sack Zement holen, ohne dass das gesamte System kippelig wird. Für kleine Einkäufe nehme ich einen Qeridoo-Einradhänger (um 100€), der bei bis zu 20kg Zuladung super nachläuft und an Engstellen keinen Blick nach hinten erfordert.

    Für Firmen, Kurierdienste etc.? Da mag das Lastenrad oft mehr Sinn machen, insbesondere wenn nicht ganz soviel Flexibilität erforderlich ist. Wenn ich den ganzen Tag 50kg transportieren müsste und mir einen Kopf um enge Stellen machen müsste, würde ich auch zum Bullitt tendieren.

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