12. September 2016

Autofahrer bringt Radler zu Fall und begeht Fahrerflucht - Zeug/innen gesucht

Situation bei Tag. 
Nach Angaben der Polizei ist gestern (Sonntag) früh auf dem Österreichischen Platz ein Radfahrer wegen des Rotlichtverstoßes eines Autofahrers schwer gestürzt. 

Der Fahrer ließ ihn auf der Straße liegen und fuhr weg. Jetzt sucht die Polizei Zeug/innen. 

Dem Bericht zufolge fuhr der 25-jährige Radler um 5:40 Uhr auf der Weißenburgstraße zum Österreichischen Platz runter. Seine Ampel Richtung Paulinenbrücke hatte Grün. Er fuhr an. Er sah einen links schnell herankommenden dunklen Smart, durfte aber damit rechnen, dass der hält, weil er Rot hatte. Man legt von der Haltelinie der Ampel knapp zehn Meter zurück, bis man die Spur erreicht, die der Smart fuhr. Der Radler hatte also bereits etwas Tempo aufgenommen.  

So wie ich den Bericht verstanden habe, war dies der Unfallort. 
Der Smart bremste nicht, er überfuhr seine rote Ampel. Der Radler machte eine Vollbremsung und konnte den Zusammenstoß verhindern. Aber er stürzte und verletzte sich schwer. Der Smart hielt fünfzig Meter hinter der Kreuzung an. Die Beifahrerin stieg aus und kam zur Unfallstelle gelaufen. Der gestürzte Radler sagte ihr, dass sie bei Rot gefahren seien. Daraufhin kehrte die Beifahrerin um und stieg wieder ein, und der Smart fuhr unverzüglich weg Richtung Bad Cannstatt. Der Radler hat vom Nummernschild nicht mehr gesehen als das N für Nürnberg. Und er erinnert sich, dass der Smart schwarz lackiert war. Der Radler liegt jetzt im Krankenhaus. Wir wünschen ihm gute Besserung. 

Es ist eine ungünstige Zeit, so früh am Sonntagmorgen. Da dürften nicht viele unterwegs gewesen sein. Aber vielleicht gibt es ja doch Zeug/innen des Geschehens. Die Polizei bittet sie, sich zu melden, zum Beispiel unter der Nummer.  0711/8990-4120. 




Kommentare:

  1. Mir mißfällt die Berichterstattung der StN zum Thema: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.radunfaelle-in-stuttgart-smart-fahrer-laesst-radler-schwer-verletzt-zurueck.8f8feea9-090e-4d22-bb97-d1d783d41c19.html
    Die StN beginnt mit "Die sonnige Wetterlage im Spätsommer lässt viele aufs Fahrrad steigen – allerdings hatte das übers Wochenende auch seine Schattenseiten. Die Polizei registrierte zum Teil folgenschwere Unfälle. ". Hier wird eindeutig die Verantwortung generell den Fahrradfahrern gegeben, einfach weil sie Fahrrad fahren. Mehrere der im Artikel erwähnten Unfälle wurden durch Fehlverhalten der Autofahrer verursacht.

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    1. Typisch. Interessanterweise macht man das bei Skifahrern nicht (gutes Skiwetter, viele Unfälle) oder bei Fußgängern (schönes Wetter, viele draußen, viele angefahren worden), allerdings gerne auch bei Motorradfahrern (erste schönes Wochenende, viele Motorradfahrer, viele Tote). Radfahrende werden ja auch gerne behandelt wie Motorradfahrer (Helm auf, lebensgefährlich). Dabei ist, wie wir ja alle wissen, das Risiko einer Kopfverletzung im Auto viel größer als auf dem Fahrrad. Und Fahrradfahren ist überhaupt nicht gefährlich, nicht gefährlicher als zu Fuß gehen. Treppensteigen ist schon gefährlicher. Es zeigt sich wieder mal: Eine Mehrheit definiert das, was sie selbst nicht macht, als gefährlich, weil sie sich nicht wirklich auskennt. Vielleicht auch - böse Unterstellung - um es selber nicht machen zu müssen.

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    2. Ob Radfahren nun gefährlich ist, hängt von dem ab der die Statstik erstellt. Zum Beispiel gibt es pro Personenkilometer weniger Kopfverletzungen im Auto als auf dem Fahrrad. Andererseits werden die Toten durch die Spätfolgen von Adipositas (Diabetes II u.Ä) nicht dem Autofahren angelastet.
      Hier aber wäre der Fall so klar, das die Journalisten schreiben sollen: Bei Rot über die Ampel fahren hat seine Schattenseiten.

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    4. Trollmodus an.
      Das Leben ist gefährlich. Am Ende stirbt man.
      Trollmodus aus.
      Gefährlichkeit ist relativ. Man kann immer nur sagen, etwas sei gefährlicher als etwas anderes. Am besten Quantifizieren lässt es sich immer noch über eine Art Sterbewahrscheinlichkeit / Unfallwahrscheinlichkeit. Leider hängt diese Gerade im Straßenverkehr von sehr vielen Faktoren ab. Gefahrene Kilometer, dem Verkehrsmittel, der Anzahl der Personen die ein Verkehrsmittel nutzen, Ausbauzustand der Infrastruktur, der Verkehrsdichte usw.

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    5. oder es werden Unfallzahlen erfasst und verglichen und somit Potentiale berechnet. Zum Beispiel: Radfahren auf linken Radwegen ist um den Faktor x gefährlicher. Es passieren hier x-mal mehr Unfälle.

      Hier liegt strafrechtlich relevantes Verhalten vor. Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung samt Fahrerflucht. Ob hier Risiken berechnet werden können? Ich hoffe, nicht.

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  2. Schön auch die Formulierung in der StZ: "Auch in der Region blieben Radler auf der Strecke"

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  3. Dass Autofahrer rote Ampeln ignorieren, ist mittlerweile völlig normal. Meist im Berufsverkehr, um schnell noch drüberzukommen. Auch wenn schon mehrere Sekunden rot ist.

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