29. Oktober 2016

Leuchten, aber nicht blenden


Die Dunkelheit erobert unsere täglichen Fahrradfahrten. Also Licht an. Wer auf der Fahrbahn fährt, kann gar nicht gut genug beleuchtet sein. 

Potente Radscheinwerfer signalisieren entgegenkommenden Autos (vor allem auf schmalen Straßen): Hier kommt ein ernstzunehmender Verkehrsteilnehmer. Wer mit so einem LED-Scheinwerfer durch den Schlossgarten radelt oder auf freigegebenen Gehwegen, blendet allerdings nicht selten entgegenkommende Fußgänger. Und zwar weil die Leuchte zu hoch eingestellt ist. Das kann man sofort ändern, in dem man sie etwas niedriger einstellt, wie, das wird hier vom ADVC dargestellt.



Früher fuhr man gerne mal ohne Licht, weil der Dynamo pfiff und bremste. Aber die meisten Räder sind heute mit Nabendynamos ausgestattet oder mit LED-Akku-Lampen. Da bremst nichts.

Radfahrende machen sich meist nich selber klar, wie gut oder schlecht sie gesehen werden. Ohne Licht werden so gut wie gar nicht gesehen. Zumindest erst im allerletzten Moment. Und zwar von Autofahrern und anderen Radfahrern. Man erschreckt sie zu Tode. Und das Risiko übersehen zu werden, ist  hoch. Ein Auto- oder Radfahrer muss nur gerade nach etwas anderem gucken (einem Schild, einem Wegweiser, einem Parkplatz etc.), und dann plötzlich den Kurs ändern.

Mich wundert oft, wie viele Radfahrende ohne Licht unterwegs sind. Ja, es kann mal passieren, dass man nachts auf dem Heimweg merkt, dass die Beleuchtung nicht funktioniert, und dann will man nicht heimschieben. Okay, aber wenn man schon weiß, dass dem Rad die Beleuchtung fehlt, ist es doch völlig unkompliziert, sie sich  zu verschaffen. Man muss nur am nächsten Fahrradladen halten, reingehen, sich für ein paar Euros LED-Lämpchen kaufen und sie an Lenker und Gepäckträger klipsen.

Kommentare:

  1. Der verlinkte Artikel enthält falsche Aussagen bzgl Rennrädern und Reflektoren, das macht bzgl des Rests auch misstrauisch.

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  2. Ich hasse diese unbeleuchteten Radfahrer. Wenn man sie anspricht erntet man, unglaublich, Unverständnis. Man muss doch ziemlich bescheuert sein, im Dunkeln ohne Licht zu fahren.
    Ich habe mal getestet, ob man einen unbeleuchteten Radfahrer im Rückspiegel sieht. Ergebnis: nein. Also nicht, man sieht ihn schlecht, nein, man sieht ihn gar nicht, selbst bei intensivem Hinsehen nicht. Das sollte sich jeder Radfahrer einmal klar machen. Man ist unbeleuchtet unsichtbar.Nach ein paa Jahren, in denen es besser geworden ist, habe ich jetzt wieder den Eindruck, dass wieder mehr Unbeleuchtete herumfahren. Bei meine persönlichen, morgendlichen Statistiken, sind es mehr als 50% ohne Licht, meist noch ohne Reflektoren.
    In Heidelberg hat die Polizei mal Unbeleuchtete kontrolliert und wer keine Beleuchtung hatte, musste schieben. Und damit er nicht um die nächste Ecke wieder aufsteigt und weiterfährt, wurde soviel Luft aus den Reifen gelassen, dass fahren nicht mehr möglich war. Gab hier einen riesen Aufschrei, aber wenn am Auto die Beleuchtung defekt ist, heißt das stehen lassen, abschleppen, jedenfalls auch nicht weiterfahren.
    Beleuchtung ist immens wichtig, das sollte jeder einsehen. Es hilft enorm beim Überleben.
    Viele Grüße
    Karin

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    1. Guten Morgen Karin,

      die allermeisten Unfälle mit Radfahrern passieren tagsüber. Aus der UnfallStatistik 2014:

      Innerhalb geschlossener Ortschaften: 230 getötete Radfahrer, davon tagsüber: 186

      außerhalb geschlossener Ortschaften: 166 getötete Radfahrer, davon tagsüber: 131

      Die Mehrzahl der Unfälle wird von KFZ-Fahrern verursacht.

      Dein "Hass" sollte sich also eher gegen "blinde" Autofahrer richten als gegen unsichtbare Radler.

      Eines bleibt aber richtig. Im Dunkeln ohne Licht geht gar nicht. Genauso wenig wie Radeln auf Gehwegen, Parken auf Radwegen, Überholen mit zu geringem Abstand, ....

      Viele Grüße
      Matthias

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    2. Meinen Erfahrungen nach liegt die Lichtquote bei Radfahrern inzwischen nur noch unwesentlich unter der von vollständig funktionsfähig beleuchteten Kraftfahrzeugen. Und ja, Licht ist wichtig, aber noch wichtiger wäre eine angepasste Geschwindigkeit von Kraftfahren bei Dunkelheit, jedoch sind meine Erfahrungen in der Stadt genau das Gegenteil. Je später der Abend, desto höher die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindgkeit. Das ist insofern bedauerlich, weil Fußgänger (glücklicherweise) bei Dunkelheit unbeleuchtet unterwegs sein dürfen.
      Der nächste Schritt ist dann endlich das Zulassen vernünftiger Lichtausrüstung durch den Gesetzgeber, denn die aktuellen Vorschriften basieren ja noch auf der Technik von vor dem Krieg.

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    3. Mir ging es vor einer Woche auch so. Ein Radler auf demGehweg wechselt auf die Straße, ohne zu schauen, schwarz gekleidet und ohne Licht. Ich habe ihn als Autofahrer nur durch Zufall kurz vor dem Wechsel auf die Straße unter einer Laterne entdeckt. Sonst hätte ich ihn mangels Erkennen wahrscheinlich umgefahren. :-O
      Wenn ich im Dunkeln mit dem Rad unterwegs bin, dann mit Licht und meist heller Jacke und zusätzlichen Reflektoren. Man fällt sonst tatsächlich überhaupt nicht auf...

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  3. Als routinierter Radfahrer fahre ich selbstverständlich mit gutem Licht. Sogar mit Tagfahrlicht - weil die Autofahrer daran gewöhnt sind und dies erwarten. Außerhalb von Hauptautostraßen würde mir ein innerörtliches Tempolimit von 30 km/h allerdings noch viel mehr beim Überleben helfen. Aber am allerbesten wäre für meine Überlebenschance, wenn Fahrbahnen in der Stadt befahrbar sein würden und nicht links und rechts und an jeder Ecke und überall zugeparkt mit diesem Geisterschrott sein würden - übrigens sind diese Karren beim parkenden Rumlungern auf öffentlichen Wegen und Straßen völlig unbeleuchtet.

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  4. @Matthias,
    ich hasse die unbeleuchteten Radfahrer auch in meiner Eigenschaft als Radfahrer und nur in dieser habe ich sie angesprochen. Als Autofahrer geht es mir auf den Keks, weil ich genau weiß, wenn ich so einen nicht sehen kann und dann auch noch abräume, trotz schauen und größtmöglicher Vorsicht, bin ich mit dran, obwohl ich keine Chance hatte, ihn zu sehen.
    Zum Hass gegen Autofahrer: Was denkt Du wie oft ich beschimpft und bedroht werde, nur weil ich mich als Autofahrer an die Geschwindigkeitsbeschränkung halte.
    @Timovic
    Das mit der Beleuchtungsquote ist sehr von der Stadt abhängig. In Mannheim/Heidelberg ist man noch weit von 100% entfernt. Das sieht man allein schon an der hohen Zahl von Sportgeräten, die hier so rumstehen.
    Viele Grüße
    Karin

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    1. Hallo Karin,

      ich habe einer destruktiven Emotion nackte Zahlen entgegengestellt. Es bleibt dabei: Es ist viel wahrscheinlicher, tagsüber (ohne Licht) ums Leben zu kommen als in der Dunkelheit (mit oder ohne Licht).

      Diese Diskussion führt an den eigentlichen Problemen vorbei.

      Es zeigt sich wieder einmal, dass destruktive Emotionen eine sachliche und konstruktive Debatte behindern.

      Und noch einmal: Im Dunkeln ohne Licht geht gar nicht.

      Matthias

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  5. Ich denke mir, wir sollten tatsächlich selbst vorsichtig umgehen mit solchen Worten wie Hass. Das ist schnell geschrieben oder gesagt "Hass auf Autofahrer" etc. und dann ist es eben auch gedacht und wird als Denken eingeübt. Hass ist kein guter Ratgeber. Und wenn uns selber ein bisschen zügeln im Gebrauch von eskalierenden Wörtern und mehr üben in respektvolleren Ausddrücken, dann ändert das auch unsere Haltung in Richtung von mehr Gelassenheit und Friedlichkeit. Ja, ich kenne diese Situationen auch, den Schreck, wenn mich ein Autoaußenspiegel fast streift oder wenn mir ein Radler ohne Licht wie aus dem Nichts entgegenspringt, aber oft ist es eben Gedankenlosigkeit, mangelnde Einfühlung in die Perspektive des anderen, Unkenntnis der Gefahr, die man für andere darstellt, und eben nicht böser Wille. Einen friedlichen Straßenverkehr kriegen wir ja nur hin, wenn wir selber so lange wie möglich friedlich bleiben. Eigentlich immer, aber das ist schwierig, wenn man sich gerade zu Tode erschreckt hat. Ich weiß. Aber das Ziel ... das wäre doch Verständnis für einander.

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  6. Danke für den Artikel und dass du auf die Problematik mit falsch eingestellter Beleuchtung hinweist. Was mich in Sachen Beleuchtung noch stört ist die völlig weltfremde, steinzeitliche Regelung in der StVO, z.B. das für sämtliche Fahrräder über 11 kg ein Dynamo vorgeschrieben ist (bitte um Korrektur, wenn dies nicht mehr so sein sollte). Ich persönlich halte nicht viel davon und benutze trotzdem meine Akku-Leuchte vom Rennrad auch an anderen Rädern. Nichtsdestoweniger wäre es doch wünschenswert, dies mal zu reformieren und an moderne Verhältnisse anzupassen, um Rechtssicherheit zu haben. Allein daran erkennt man, dass man es mit dem Rad als Verkehrsmittel hierzulande nicht so wichtig nimmt.

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  7. Die Dynamopflicht gibt es nicht mehr, allerdings müssen die Akkuleuchten ein Zulassungszeichen tragen und natürlich mitgeführt werden. Das größte Problem bleibt jedoch bestehen, nämlich das Verbot von vernünftiger Beleuchtung, die es mit den Leuchten der Kraftfahrzeuge aufnehmen könnte.

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  8. Im Dunkeln radeln oft kein Spaß,
    der Herbst dazu noch kalt und naß.

    Stadteinwärts Leuzebrück‘ nervts ganze Jahr.
    Retinaler Afterburn bringt die Gefahr.

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  9. Schade, niemand scheint hier verstanden zu haben, dass es auch darum geht, Lichtanlagen korrekt einzustellen. Lieber gleich mal misstrauisch sein.
    Dass zu hoch eingestellte Scheinwerfer nicht mal der eigenen Sichderheit dienen, verstehen manche noch nicht mal, wenn man sie darauf anspricht. Ist ja auch toll, wie die der Brenner auch noch in 200m die Schilder ausleuchtet. Natürlich auch die Netzhäute aller Entgegenkommenden. Am besten noch nebeneinanderfahrend, der eine dann noch ohne Licht und so hatte ich schon 2 Beinahe-Unfälle.
    Fußgänger dazwischen gehen völlig unter, viel Glück denen.
    Ganz toll wird es dann noch mit Baumarkt-Laserpointern, Lupines die im Verkehr nix zu suchen haben, Blinkie-Blinke-Turbo Rücklichten, die dem Dahinterfahrenden die Sicht total vernebeln und so weiter...Sieht ja aber auch so cooool aus.
    Zu Verdanken haben wir das auch der dämlichen Freigabe von Akku-Scheinwerfern, die dann täglich irgendwie hingesteckt werden. Dazu wird aller möglicher Schund als Beleuchtung verkauft. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem Nabendynamos und vernünftige Scheinwerfer immer billiger werden.
    Super Sache, ich bin jeden Herbst und Frühling immer wieder begeistert und freu mich, wenn es wieder -10°C und Schnee hat und die meisten S-Bahn fahren.

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    1. Ja, genau. Bei Autos werden Scheinwerfer mitgeliefert (und eingestellt), bei Rädern nicht. Eigentlich gehört es sich so, dass Radhersteller zur Installation einer verkehrsverträglichen Beleuchtung verpflichtet werden, auch bei Rennrädern. Einfach bei allen Rädern. Da sieht man, dass das Fahrrad bislang als Provoisorium und Untersatz für Fußgänger gilt, nicht aber als ernstzunehmendes Verkehrsmittel. Übrigens waren viele Radler ganz froh, dass die Dynamo-Licht-Pflicht abgeschafft wurde, denn LEDs gehen ja im Prinzip auch. Wenn sie gehen und wenn man sie dabei hat. Da wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren vom Gesetzgeber her auch mal was tun, was solche Dinge beim Fahrrad standardisiert und auch die Hersteller und Verkäufer verpflichtet, eine Beleuchtung mitzuliefern.

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  10. Übrigens sollten Fahrradscheinwerfer auch richtig eingestellt werden, und nicht das Schutzschild beleuchten. Vorhin war zwar hell, aber bei diesem weißen Pedelec vorhin an der Tor-/Eberhardstraße, gefahren von einer Frau mit grauem Radhelm (mit der Formgebung eines Stahlhelms) kam mir der Scheinwerfer ziemlich tief eingestellt vor.

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    1. Stimmt, das war ich. Ich hatte nicht das Werkzeug dabei, den Scheinwerfer wieder höher zu stellen, nachdem ich ihn am Tag davor etwas niedriger gestellt hatte, aber eben, wie ich auch fand, zu niedrig. (Übrigens haben Stahlhelme eine andere Form. Andere sagen Reiterhelm dazu. Ich trage ihn im Winter, weil er keine Löcher hat und es also nicht reinregnet. :-) )

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