25. Oktober 2016

Wo lädt man Pedelecs in der Stadt auf?

 Zum Beispiel eine Ladestation von e-motion 
Blogleser Dirk schreibt mir, er sei von Cannstatt nach Weinstadt gezogen. Er fährt mit dem Pedelec nach Stuttgart. Sein Akku schafft 45 km mit Beleuchtung und bei Kälte. 

Er war geschockt, festzustellen, dass es nun in Stuttgart gar keine akzeptable Möglichkeit gibt, den Akku für die Rückfahrt wieder aufzuladen.

Die EnBW kassiert nach seiner Darstellung an ihren Ladesäulen 1,50 € pro Stunde. So eine Akkuladung dauert in der Regel drei bis vier Stunden. Da zahlt er dann 4,50 bis 6 Euro für Strom im Wert 10 Cent.
Er schreibt: "So fördert man keine saubere Mobilität. Das nächste Mal werde ich wohl mit meinem Astra Diesel kommen 1,7l cdti grüne Plakette auch ohne Partikelfilter. Aber billiger als das EBike zu laden. Eventuell könnt ihr ja dazu mal was schreiben." Das tue ich hiermit. 

In der Tat habe auch ich es bisher nicht als besonders vordringlich gesehen, Akku-Aufladestationen in Stuttgart einzurichten, weil die meisten Pedelec-Fahrten eine Akkuladung bei weitem nicht ausschöpfen. Aber das ist ein Irrtum, zumindest für diesen Fall eines Berufspendlers mit dem Pedelec. Blogleser Dirk hat natürlich nach anderen Möglichkeiten gesucht. Bei seinem Arbeitgeber darf der den Akku nicht aufladen, nicht aus Kostengründen, sondern aus Brandschutzgründen. Okay. Wobei das Brandrisiko von Pedelec-Akkus sichern nicht größer ist als das von Handyakkus oder herumstehenden Kaffeemaschinen etc. 

Seine und meine Anfrage beim M-Punkt Stuttgart (Mobilitätsberatung) ergab, dass man dort auch nicht seinen Akku mal für drei Stunden zum Aufladen abgeben kann. Nicht wegen Geld, sondern, weil das ja dann - machen das viele - zu einem neuen Thekenjob wird. Eine kleine Lösung ist ein Café mit Steckdose, das Blogleser Dirk aufsucht (in der Mittagspause oder bevor er heimfährt). 

Hat noch jemand eine Idee? Oder weiß was, was ich nicht rausgekriegt habe.


Kommentare:

  1. Ich habe zwei Akkus :-) - ansonsten habe ich einen tollen Arbeitgeber, bei dem man aufladen darf.

    AntwortenLöschen
  2. Auf in unserem Betrieb gibt es extra eingerichtete AkkuLagestationen. Das sind kleine Blechfächer mit Steckdose und Schloss. Da darf das private Ladegerät und der Akku zum laden rein, muss danach aber wieder komplett geräumt werden damit auch andere laden können. Dieser "Ladeschrank" steht aus Brandschutzgründen im Freien, ist aber Wettergeschützt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schätze der steht in Sindelfingen Im Daimlerwerk

      Löschen
  3. Ich grübel seit heute früh, welcher Akku nur 45km bei Beleuchtung (LED?) und der momentanen "Kälte" schafft. Oder fährt Dirk ständig mit voller Unterstützung?

    Vielleicht wäre eine Neoprenhülle für den Akku eine Lösung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mein etwas älterer 26V 10Ah Akku schafft aktuell ca 20-30km bei meinem S-Ped.

      Löschen
    2. Bei guter Pflege (siehe Beitrag von mir unten) können Akkus recht langlebig sein. Von den 11,1Ah Kapazität sind laut Diagnosebericht noch 10Ah vorhanden. Er hat 3 Jahre und 12.000km auf dem Buckel.

      Löschen
  4. Jedenfalls an einem Standort dieses Betriebs, vermute ich auch. Nach meinen Informationen sind diese Dosen nicht immer unbedingt in der Nähe des tatsächlichen Arbeitsplatzes des radelnden Mitarbeiters, also nicht immer an dem Tor, das er sinnvollerweise anradelt. Oder täusch ich mich da?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diese Ladestation liegt relativ zentral, wobei man bedenken muss dass der Betrieb flächenmäßig gesehen ziemlich groß ist. Man muss dann eben ein paar Meter laufen oder mit "Beinkraft pedalieren". Evtl werden oder sind sogar schon weitere Ladestationen installiert. Aber ich denke das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

      Löschen
  5. Ich finde es schade, dass viele Arbeitgeber hier nicht mehr zu bieten haben. Solche Argumente wie "aus Brandschutzgründen" klingen in meinen Ohren ziemlich nach Ausreden und Unwillen.
    Hier bei mir am Arbeitsplatz sind Kfz-Stellplätze knapp (was sehr oft zu Unmut in der Belegschaft führt), Fahrradabstellplätze sind zwar da aber mangelhaft (nicht überdachte Felgenbrecher), an Pedelecs hat man gar nicht gedacht. Eigentlich wäre es im Interesse aller, wenn mehr Mitarbeiter eben nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen würden. Stattdessen lese ich die Tage in der Stuttgarter-Zeitung, das Daimler Werk Untertürhkeim bekommt 100 neue Parkplätze. Toll!
    Sandy

    AntwortenLöschen
  6. Zu: Akku im Winter

    Akkupacks für E-Bikes sind so gebaut, das sie im Sommer wärme gut nach außen abführen. Dies tun sie auch im Winter, daher beiben die Zellen auch bei Belastung frostig. Ihr innerer Widerstand steigt, weil das Elektrolyt zähflüssiger wird. Dies bereitet den Zellen bei starker Stromabnahme stress, sie altern schneller.
    Man sollte daher im Winter seinen Akku stets mit ins Büro nehmen, damit er warm ist beim losfahren. Alternativ, wenn draußen parken nicht zu vermeiden ist, sollte man ihn mit niedriger Unterstützung vorwärmen bevor man ihm volle Leistung abverlangt.
    Ab ca. 10°C kühlt der Akku trotzdem während der Fahrt ab, hier hilft ein Neopren-Cover das den Akku thermisch isoliert. Dies muß aber unbedingt beim Aufladen und bei Fahrten über 15°C entfernt werden um ein überhitzen (=Stress, schnelles Altern) zu verhindern.
    Mein Bike liefert so im Winter fast die gleiche Reichweite wie im Sommer.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nachtrag: der höhere innere Widerstand verursacht auch einen vorübergehenden Kapazitätsverlust, weil die Energie als Verlustleistung in den Zellen anfällt anstatt das Bike nach vorne zu bringen.

      Löschen
  7. zu: Brandgefahr

    Christine, E-Bike Akkus haben erheblich höhrere Kapazitäten wie andere Akkus in Consumer-Elektronik. Bei einem Akkubrand entsteht hier eine viel höhre Brandlast, die Anordnung des Arbeitgebers ist angesichts der Energiedichte moderner Akkus verständlich. Auf Youtube finden sich genügend Videos, die verdeutlichen welche Energie beim Akkubrand eines E-Bike Akkus freigesetzt wird. Daher sollte jeder E-Bike Akku, der eine Beschädigung aufweist, nicht mehr genutzt und recycled werden. Ich meide auch Billig-Akkus aus diesem Grund, und zahle lieber etwas mehr für das Original des Markenherstellers.

    Glücklicherweise ist aufladen bei meinem Arbeitgeber kein Problem, das Ladegerät wird elektrisch geprüft und erhält eine Plakette. Danach darf es am Firmennetz betrieben werden, und mein Akku ist unbeschädigt.

    AntwortenLöschen
  8. zu: EnBW Preise

    Die Ladesäulen der EnBW werden pro Stunde abgerechnet, und die Abrechnung erfolgt in der Annahme das ein Elektroauto die volle Leistungsabgabe der Säule ausnutzt. Dies ist natürlich beim E-Bike nicht der Fall. Schön wäre, wenn EnBW die Tatsache das ca. 25.000 E-Autos in Deutschland zugelassen sind und gleichzeitig ca. 2.5 Mio E-Bikes herumfahren zum Anlass nehmen, über einen Anschluß mit geringer Stromentnahme (3A) und günstigerem Preis nachzudenken.

    Ich empfehle nach dem Besuch in dem fahrradfreundlichen Cafe einen Einkauf bei Aldi, denn dort läd das E-Bike kostenlos.

    AntwortenLöschen
  9. Aus einer aktuellen Verlautbarung der EnBW:

    "So packen wir die Energiewende

    Eines ist sicher: Die Welt der Energie verändert sich und stellt uns vor viele Herausforderungen. Immer mehr Energie aus Sonne, Wind und Wasser. Energie vom Hausdach direkt in den eigenen Speicher. Energie, die man mit Familie und Freunden teilen kann. Energie, uns bequem von A nach B bringt. Energie, die intelligent vernetzt ist und sich selbst steuert. Energie, die fließt und immer da ist. Alles, was nötig ist, damit die Energiewende gelingt - wir machen das schon!"

    AntwortenLöschen
  10. Leider wird Elektromobilität häufig als Synonym für Elektroautos verstanden. Im Vergleich zu Benzin/Diesel sind die Ladepreise der EnBW für mich auch okay. Wäre trotzdem toll, wenn EnBW auch mal was für die Mehrheit der elektrischen Mobilität macht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du hast recht, die öffentliche Wahrnehmung wird durch die Presseberichterstattung dominiert. Auf den Pendlerstrecken im Berufsverkehr jedoch fahren inzwischen gefühlt ein drittel der Bikes mit Elektromotor, während Eletroautos im Pendlerstau echte Exoten sind. Hier gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Bild, welches die Medien verbreiten, und der Realität.

      Löschen
  11. Meines Wissens bietet Aldi Süd bei einigen Filialen in Stuttgart die Möglichkeit sein e-bike aufzuladen. In LB gibt´s eine tollee kostenlos e-bike Ladestation mit 3 Anschlüssen bei der Bärenwiese und beim Bahnhof gibt´s eine e-bike Verleihstation bei der man auch "normale" e-bikes einstellen und laden kann. Sowas fehlt in S definitiv. Wenn notwendig mach ich´s meistens so dass ich beim Mittagessen nachfrage ob ich meinen Akku laden kann und bekomme überwiegend auch eine bejahende Antwort.

    AntwortenLöschen
  12. Das Aufladen ist nicht bequem,
    ehrlich gesagt ein Luxusproblem.

    Doch eines ist ganz offenbar:
    die Preisgestaltung ist nuklear.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wer ein Pedelec in S als Luxusproblem bezeichnet hat leider noch nicht ganz begriffen wie hilfreich und entlastend ein Pedelec für den KFZ-Verkehr in S sein kann. Leztendlich erhöht jeder Fahrrad-/Pedelecfahrer die Lebensqualität für sich selbst und alle anderen.

      Löschen
    2. Nun im Gegensatz zu einem E-Auto, dessen Fahrer ohne Strom leider aufgeschmissen ist, kann man mit dem Pedelec einfach die Unterstützung herunter regeln um mit dem Gewinn an Reichweite sein Ziel dennoch zu erreichen. Ich kann Dirk trotzdem gut verstehen, denn ich fahre gerne auch bergauf locker am Pendlerstau vorbei und das geht halt nur mit genügend Energie im Akku.

      Löschen
    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    4. Bergauf schalte ich auch in die zweite Stufe. Auf flacher Strecke eher die erste.

      Übrigens fährt mein Pedelec mit 100% Ökostrom aus Wasserkraft, von einem Unternehmen daß nicht irgendwie an AKW beteiligt ist. Und natürlich billiger als EnBW.

      Löschen
  13. Ich kann nur jedem abraten, den Pedelec Akku beim 12 Grad Außentemperatur zu laden. Die Angaben des Herstellers beziehen sich immer auf 20 Grad Celsius. Ich fahre auch im Winter, nehme den Akku dann mit in Haus und lasse diesen erst erwärmen ca. 2-3 Stunden, dann hänge ich das Ladegerät dran. Die oben auf dem Bild zu sehende Ladestation ist nicht geeignet, schon gar nicht bei den jetzigen Temperaturen, den Akku ohne inneren Schaden an den Zellen auf zu laden. Welchen Trick die Autoindustrie für ihre Akkus hat, kann ich leider nicht schreiben, denn darüber habe ich noch keine Angaben gefunden. Ein Pedelec Akku sollte bei "guter" Pflege ca. 15-20.000 km halten. Aber eben nur, bei regelmäßigem Gebrauch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tesla beheizt und klimatisiert die Akkus, je nach Bedarf.

      Löschen
    2. Du kannst aber von Tesla nicht auf die anderen Hersteller schließen, mir ging es auch nicht um Autos, sondern um Pedelec- und S-Pedelec Akkus. Außer einer Neoprenhülle gibt es sonst keinen Schutz. Eine Neoprenhülle gibt es auch nicht für jedes Pedelec. Ich bin auch im Winter 2012/13 mit einem 26V Akku gefahren. Keine Probleme, aber man muss eben die Hinweise einhalten, welche leider nicht in der Bedienungsanleitung stehen.

      Löschen
    3. Ich kenne die Einbau Situation deines Akkus nicht, aber ich würde wohl versuchen aus einem alten Taucheranzug was brauchbares zu schnitzen wenn kein Neopren-Überzug verfügbar ist. Ein Stück vom Ärmel drüber ziehen oder so.
      Beim Laden ist es wie beim Entladen: der Akku sollte weder zu kalt noch zu warm sein sonst altert er. Die Lösung, ihn erst nach dem Aufwärmen zu laden ist gut.

      Löschen