3. November 2016

Parken, wo kein Poller steht

Keiner darf hier stehen: E-Ladesäule, Behindertenplätze
Die Eberhardstraße ist zu einem Großraumparkplatz verkommen. 

Es wird schamlos falsch geparkt, auf Behindertenparkplätzen, auf den Parkplätzen zum Aufladen von E-Autos, in zweiter Reihe.

Zeitweise ist das Getümmel auf der Eberhardstraße so dicht, dass sich nicht nur die Autos gegenseitig blockieren, sondern für Räder gar kein Platz mehr vorhanden ist.
Diese Straße - unsere erste Fahrradstraße - gehört ganz offensichtlich den Autos.

Autos kommen an beidseits in zweiter Reihe
abgestellten Lieferanten nicht mehr vorbei
In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordung heißt es: "Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. II. Anderer Fahrzeugverkehr als der Radverkehr darf nur ausnahmsweise durch die Anordnung entsprechender Zusatzzeichen zugelassen werden (z. B. Anliegerverkehr)."

Ausnahmsweise also dürfen Autos auf Fahrradstraßen fahren. In der Eberhardstraße sieht es eher so aus, als würden Zulieferer, Postzusteller und Privatleute die Straße als Großraumparkplatz betrachten, auf dem Radfahrer nichts zu suchen haben. Behinderte übrigens auch nicht. Und E-Autos auch nicht.
Immerhin, einen freien Behindertenparkplatz gibt
es ja noch

Ein E-Autofahrer aus Bremen hat mir gegenüber seine Verwunderung ausgedrückt, wie viele Ladesäulen vor allem in der Innenstadt von Verbrennungsmotor-Autos zugeparkt sind. "Lasst ihr die nicht abschleppen?" Nein, es stimmt nicht, dass die Ordnungskräfte das nicht interessiert, es werden fleißig Strafzettel verteilt. Aber offenbar müssten man hie ein Strafzettel-Büro mit Kiosk am Straßenrand aufstellen, damit das rechtswidrige Parken aufhört.

Radfahrer, bitte absteigen? 
Nach 18 Uhr ist dann allerdings rechtsfreier Raum. Da wird geparkt, was das Zeug hält, auf Gehwegen, im Shared-Space-Bereich, eigentlich überall, wo keine Poller stehen.

Gerne steht man aber auch bis einen halben Meter an die Einfahrt der Radfahrstreifen in die Sperre an der Feinstraße heran. Räder müssen den Kühler umkurven, um weiterfahren zu können. Mancher Autofahrer fühlt sich empört im Recht, wenn er dort hält und auf einen freiwerdenden Parkplatz wartet.


Kommentare:

  1. Ich dachte eigentlich mit einer grünen Landesregierung und einem grünen Bürgermeister ändert sich endlich mal was welches das unverschämte Verhalten der Autofahrer angeht. Aber scheinbar sind diese Politiker auch nur Geiseln der Autoindustrie und der PKW Lobby. Aber dann trotzdem ständig jammern wenn die Straßen voll sind in die Straßen der Innenstadt ein riesiger Parkplatz sind. Aber gegen die PKW Flut wird Null Komma Null unternommen..............

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    1. Achtung, wir haben eine Grün-Schwarze Landesregierung und zwar einen grünen Bürgermeister, aber nicht die Mehrheit im Gemeinderat. Gerade im Gemeinderat haben gern auch mal die Fraktionen die Mehrheit, die Fahrradförderung nicht ganz so toll finden. Eigentlich kämpft man um jede fünfzig Meter Radstreifen irgendwo jedes Mal von neuem.

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    2. Wo sind aber die Aussagen des Herrn Kuhn das er eine radfreundliche Stadt will? Wo ist Herr Köhnlein oder vielleicht sogar Herr Kuhn bei der Critical Mass?

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    3. Da die CM als politische Veranstaltung angemeldet ist wird sich die Politikprominenz eher nicht blicken lassen. Sollte die Anmeldung entfallen vermutlich auch nicht, dann würde man sich ja positionieren.

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  2. Verstehe ehrlich gesagt das Problem nicht. Versenkbarer Poller mit Fernbedienung/Anwohnerchipkarte und das Problem ist gelöst. Könnte man im gesamten Innenstadbereich ohnehin flächendeckend machen.

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    1. Stimmt, stimme dir voll zu . Ha ich z. B. in Güstrow, Bundesland MechPomm, gesehen. Wenn der Bus kommt fährt der Poller ein und danach wieder hoch. Wenn sich da ein Auto dann rein mogelt hat ein Problem wieder raus zu kommen. War ganz witzig. Der Bus hat beim rausfahren kurz angehalten bis der Poller weider oben war. der Autofahrer dahinter hat ziemlich blöd drein geschaut. Wenn man es wirklich wollte würde das ganz einfach gehen. Aber die Stadt Stuttgart will NICHT !!!!!!!

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  3. Kann man sich eigentlich irgendwo als Stadsheriff auf Provisionsbasis bewerben? 10€ pro Knolle an die Stadt-Verwaltung und der Rest geht an mich? Meinen Ingenieursjob hänge ich dann an den Nagel, das ist mal sicher...

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    1. Willst dun echt so reich wie Bill Gates werden?

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  4. Leider muss ich ehrlich gestehen, dass ich bisher auch ein Knöllchen riskiere. Das ist für mich wirtschaftlicher als einen Parkschein zu lösen. Solange ich nicht abgeschleppt werde oder eine Parkkralle am Reifen habe, werde ich das auch so weiter machen.
    Illegales Parken auf Behindertenparkplätzen o.ä. geht garnicht und mache ich auch nicht. Hier sollte sofort abgeschleppt werden.
    Hab mal gelesen, dass dies in anderen Städten funktioniert. Dort übernimmt das Abschleppunternehmen das wirtschaftliche Risiko, dass Geld vom Besitzer zu erhalten. Quasi Auto gegen Kohle. Das ganze ohne Ordnungsamt, Polizei oder Privatbürger der den Abschlepper ruft.
    Wäre vielleicht was für Stuttgart?
    Wobei das ganze abschleppen würde die Eberhardtstrasse erst recht blockieren :-)

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  5. Man kann auch einfach mal vergessen was die Stadt über den Radverkehr sagt, sondern mal auf die Taten schauen:
    - Falschparker auf Radwegen werden nicht entfernt
    - Ampelschaltungen sind für den Autoverkehr optimiert
    - Manche Ampeln (Waldeck, Radhauptroute) diskriminieren Radler mit Extrawartezeit
    - Bei Feinstaubalarm und Schneefall werden die Strassen blitzblank gemacht und die Radwege bleiben vereist.

    Aber Radverkehr ist der Stadt wichtig und ein Verkehrsanteil von 20% wird angestrebt.

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    1. Genau. Außer Lippenbekenntnisse passiert hier nichts.

      Auf der Liste fehlt übrigens noch die Sperrung von Hauptradrouten und das Abhängen ganzer Stadtteile.

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  6. Christine, was empfielst Du Zulieferern und Paketdiensten? Wo sollen die halten, wenn sie Ware in eine Fahrradstraße liefern müssen?

    P.S.: Bei allem Meckern über die grüne Regierung: Ich glaube man muss bedenken, dass unsere Gesellschaft und Bürokratie für Veränderungen wahnsinnig träge ist.

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    1. Das Zulieferkonzept muss verändert werden. Wozu mit riesigen Kastenwägen Fahrradstarßen zustellen, wenn man auch mit dem Lastenrad liefern könnte. Überlegungen dafür beginnen gerade. Aber wir müssen uns abgewöhnen, mit großen Autos Mitgefühl zu entwickeln und uns zu fragen, wo die sich den abstellen sollen. Solche großen Fahrzeuge gehören nicht in kleine Straßen, schon gar nicht in Fahrradstraßen. Es gibt übrigens eine Zulieferzeit bis 11 Uhr. Danach darf keiner mehr rein. Wird aber auch in der Königstraße nicht mehr eingehalten. Ein bisschen mehr Disziplin wäre da ganz schön.

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    2. Ich war gerade in der Eberhardstraße. Es haben mehr Autos in der zweiten Reihe geparkt als Lieferwagen! Blöd fand ich, dass auf beiden Straßenseiten Zweitereiheparker waren und so die Straße optisch zugestellt war.

      Andere Zulieferkonzepte wie Lastenräder wären schön, dauert aber noch. Eine kurzfristige Hilfe fänd ich z.B. eine Einbahnstraße, dann wird nämlich nur noch die rechte Seite zugeparkt. Als Radfahrer fährt man ohne Autogegenverkehr locker links vorbei (zwei Radfahrer können sich begegnen), entgegen der Einbahnstraße fahrende Radler müssen von Autos vorbei gelassen werden. Zwei Schilder und das Problem ist gelöst :)

      Fahrtrichtung würde ich vom Breuninger Richtung Rotebühlplatz vorschlagen, ab der Hälfte ist es ja in die Gegenrichtung, sodass Durchfahren nicht mehr möglich ist.

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    3. Die Eberhardstraße wird Einbahnstraße werden, wenn das Dorotheenviertel fertig ist. Allerdings in die andere Richtung. Das verhindert nämlihch dann die Zufahrt von der Holzstraße (vom Charlottenplatz) aus, was sich vor allem am Samstag deutlich bemerkbar machen wird. Mal sehen, ob es dann besser wird.

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    4. Danke, das ist noch nicht zu mir durchgedrungen! Die Richtung dürfte zweitrangig sein, ich glaube Einbahnstraße hilft 'ne Menge. Seien wir gespannt :)

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    5. die Eberhardstraße hat heute schon keinen Ausgang in Richtung Tagblattturm. Den Ordnungshütern ist das aber egal, Autofahrer dürfen in Stuttgart nahezu alles.

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    6. Die sollen auf jeden Fall nicht die Fahrbahn zu parken. Die StVO gilt auch für Lieferanten.

      Martin

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  7. Meine These ist seit Jahren, dass der Radverkehr innerstädtisch weniger vom fahrenden Autoverkehr behindert oder gefährdet wird, sondern vom so genannten ruhenden Verkehr, also der Zweckentfremdung von Straßenraum durch überflüssig herumstehende Autos. Fahrbahnen heißen Fahrbahnen, weil man auf ihnen fahren soll, und Fahrbahnen heißen nicht Parkplatz.

    Leider hat es sich über Jahrzehnte eingebürgert, dass Fahrbahnen als Parkplätze missbraucht werden. Wer fahren will, soll Fahrbahnen benutzen, wer parken will, soll Parkplätze benutzen. Wenn wir diesen Grundsatz in der Verkehrsgestaltung umsetzen könnten, wären sehr viele Probleme der Radfahrerenden bereits gelöst. Und das gilt für alle Straßen, nicht nur für Fahrradstraßen.

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    1. Ich frage mich nur warum ich in Stuttgart so selten Abschleppwagen sehe. Meiner Meinung nach ist das so gewollt, man will ja die ach so armen Autofahrer nicht verärgern...

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    2. Hallo Michael, ich teile deine Wahrnehmung und Kritik. Ich habe zuvor in Frankfurt gewohnt und dort wurden rund um die Uhr ständig Autos für teueres Abschlepp-Geld plus Bußgeld abgeschleppt, an allen Ecken und Enden der Stadt. Unabhängig zwar vom Fahrradverkehr, aber eben generell wurde und wird dem fahrerlosen-in-der-Quere-stehen-und-den-Verkehr-behindern ein ansprechender Obulus für die Stadtkasse abverlangt. Mit dem Erlös der Bußgelder lässt sich so einiges machen. Aber insgesamt fürchte ich, dass Stuttgart für solche eigentlich selbstverständlichen Maßnahmen zu piefig und provinziell ist. Zu viel Reutlingen und Nürtingen in den Köpfen.

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  8. Dieser Artikel trifft voll ins Schwarze, vielen Dank dafür. Fahrradstraßen, Radwege, und Schutzstreifen werden überall im Stadtgebiet als Parkflächen missbraucht. Die Polizei agiert nicht, weil sie keine Gefährdung sieht, und die freundlichem Mitarbeiter vom Ordnungsamt sind hoffnungslos unterbesetzt. Mehr Kontrolldruck wäre profitabel für die Stadt.

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    1. soso hoffnungslos unterbesetzt. Ich arbeite in der Schellingstraße, die wird fast täglich kontrolliert. Andere Straßen in Stuttgart interessieren nicht, fragt sich nur woher das kommt.

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    2. Kann ich für die Huberstraße, gleich ums Eck, bestätigen. Da sind halt Parkuhren. Sowas wird in Stuttgart immer kontrolliert. Behinderndes Parken nicht.

      Martin

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    3. Ich wohne an einer Straße im Wohngebiet, welche an den Synergiepark in S-Vaihingen grenzt. Im dortigen Parkverbot stehen täglich Autos, und trotz Beschwerde per Email an das Ordnungsamt habe ich in 3 Jahren 3 mal Knöllchen an Autos gesehen. Ein Knöllchen pro Jahr für jemand der täglich im Parkverbot parkt ist lächerlich.

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  9. Wie wäre es mit einer etwas anderen Aktion? Jeder Falschparker bekommt eine kleine Nachricht unter den Scheibenwischer geklemmt. Tenor: Wenn Sie mehr Parkplätze und weniger Radwege/Fahrradstraßen ... wollen, wenden Sie sich an die zuständigen Behörden und die Kommunalpolitik. Ich unterstütze Sie gerne und fahre mit dem Fahrrad auf der Straße. Das ist in vielen Fällen sogar sicherer, weil ich auf der Straße leichter gesehen werde als auf den Radwegen in dieser Stadt.

    Viele Grüße nach Stuttgart
    Matthias

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  12. Das Problem in Stuttgart sind die laschen Kontrollen und die meiner Meinung nach lächerlichen Bußgelder fürs Falschparken.
    Beruflich bin ich öfters in St. Gallen und man muss sagen das es ein unterschied wie Tag und Nacht ist.
    Mein Vorschlag einfach die Regeln verfolgen.
    Klares Parkkonzept!
    Massive Kontrollen!
    Hohe Bußgelder!
    --> Zeit bis es auch der letzte Lernt!

    Gruß

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  13. Welche Nummern kann man konkret für Stgt waehlen, wenn man Radwegparker entfernen lassen will? Es gibt ja wirklich auch Situationen, wo ein Strafzettel nicht reicht, weil durch das illegale Parken eine Gefaehrdung entsteht. Und wie ist die Abgrenzung zwischen "Strafzettel reicht" vs. "Abschleppen muss sein"?

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