30. Januar 2017

Abbiegen? - Nö, das lass mal.

Radwege verhindern oft das Abbiegen. Sie sind Geradeauswege. So auch der Geh-/Radweg am Kräherwald.

Der Asphalt wurde hier neu gemacht. Leider ist er nun doch verpflichtend und nicht nur ein Angebot für Radfahrende, die nicht auf der Fahrbahn radeln wollen. Der Vorteil der Fahrbahn ist hier, dass man jederzeit, so wie die Autos, links oder rechts abbiegen kann.

So ein Radweg fern der Fahrbahn ist ja ganz schön. Und der hier ist wenig befahren und es gibt auch wenige Fußgänger. Aber er ist eben auch arg umständlich für Radler, die nur ein Stück an der Kräherwaldstraße entlang fahren wollen.


Vom Radweg aus können sie nicht links oder rechts abbiegen. Etwa hier, wenn sie in die Lenzhalde oder zum Herdweg wollen. Dann seht man an einer Fußgängerampel, die Radlern drüben zudem keinerlei Fortführung anbietet. Man muss sich dann irgendwie über Zebrastreifen auf die Fahrbahnen schlängeln.

Und so ist das an allen Abbiegemöglichkeiten, falls es überhaupt einen Durchbruch gibt.






Von der Zeppelinstraße lenkt uns zwar ein vorgezogener Radstreifen an der Ampel direkt hinüber auf den Radweg. Der Rückweg zur Zeppelinstraße ist dagegen wieder gar nicht geklärt. Man muss an einer Fußgängerampel mit Ruftaste halten (die keine Radzeichen auf der Streuscheibe hat, die man als Radler also nicht mehr beachten muss) und dann irgendwie von der Fußgängerfurt runter schlingern auf die Fahrbahn und in die Zeppelinstraße einbiegen.

Diese ungeschickten Abbiegeregelungen machen von der Fahrbahn getrennte Radwege, aber auch viele Radspuren, unattraktiv für Radler, die sie nur auf einem Abschnitt befahren wollen.

Und dann wundern sich manche, warum Radwege nicht so befahren werden, wie man sich das gedacht hat. Weil sie das Abbiegen verhindern oder sehr kompliziert machen. Nicht gut.

Übrigens, wer als Radler Am Kräherwald Richtung Kochenhof unterwegs ist, muss nicht den Geh-/Radweg benutzen, weil er auf der anderen Straßenseite liegt und damit über fünf Meter entfernt von der eigenen Fahrlinie und weil er nicht zu dem Ziel führt, das man anstrebt, falls man beispielsweise in die Zeppelinstraße oder die Lenzhalte abbiegen möchte. Radwege müssen nur dann benutzt werden, wenn sie erkennbar dorthin führen, wo man hin will, und wenn sie nicht weiter als fünf Meter entfernt liegen. Wer allerdings Richtung Botnang radelt, der muss ihn nehmen und sich beim Linksabbiegen über Fußgängerampeln (deren Streuscheiben nicht für ihn ausgelegt sind) kämpfen.

Kommentare:

  1. Obacht! Dieser Weg da oben am Kräherwald ist KEIN Radweg! Es ist ein Fußweg, der lediglich für Radfahrer frei ist, wo man dann auch noch Schrittgeschwindigkeit fahren muss....
    (zumindest war es vor ein paar Tagen noch so.)
    --> http://www.mega-stoffel.de/weblog/?p=5710

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    1. Ein Radweg in Stuttgart ist eigentlich immer ein kombinierter Geh-/Radweg. Eigentlich immer in beide Richtungen zu benutzen und gerne auch so schmal, dass es eigentlich immer Ärger mit den Fußgängern gibt. Solche Wege kann man nur früh morgens zügig befahren. Oder man pappt diese leidige "Radfahrer
      frei"-Schildchen dran, denn auch das ist in Stuttgart ein Radweg. Was zur Folge hat, dass viele Radfahrer einfach immer die Gehwege befahren (schon sehr oft beobachtet). Die unterscheiden gar nicht mehr, weil die fünf Gehwege, die halt nicht freigegeben sind, dann auch nicht mehr ins Gewicht fallen.
      Sandy

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    2. Ja, das stimmt. Die Stadt (und andere Städte auch) neigt dazu, dort, wo es zu Konflikten mit Autofahrern kommen könnte, Radler auf Gehwege zu leiten. Was übrigens Fußgänger enorm ärgert. Wobei der Kräherwaldradweg tatsächlich nur selten von Fußgängern belaufen wird, die haben schönere Wege parallel im Wald. Um dort Radstreifen auf die Straße zu legen, hätte man etliche Abbiegespuren für Autos kassieren müssen (und Parkplätze). Diese Straße wird, wie auch die Neue Weinsteige, zwei Mal am Tag, einmal morgens und einmal abends, von vielen Autos mit Stauneitung gefüllt. Und für diesen Verkehr hält man diese und andere Straßen in Stuttgart vor.

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  2. Wir sollten uns generell weniger auf das juristische Kleinklein konzentrieren, das ohnehin niemand versteht. Und Fußgänger gibt es in Stuttgart außerhalb von der Königstraße und - bei schönem Wetter - im Schlossgarten/Rosensteinpark auch nicht in nennenswerter Größenordnung. Die deutsche und Stuttgarter Lebensform ist die innerhalb eines Autos. Und die nervt. Zunehmend. Ohne politische Konflikte und Agitation wird es keinen Fortschritt geben. Deshalb: Abseits von Hauptautostraßen müssen wir in Städten das Limit von Tempo 30 einführen und durchsetzen (wollen).

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  3. Gerhard W. Wollnitz9. Februar 2017 um 15:54

    Da auf "Hauptautostraßen" in Stuttgart morgens und abends zu den Hauptverkehrszeiten selten Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 25 km/Std. erreicht werden, und beim Aufprall eines Menschen auf ein Automobil oberhalb von 30 km/h das Todesrisiko signifikant steigt, empfiehlt sich für Städte der komplette Umstieg auf flächendeckend max. 30 km/h. Dies führt mit Blick auf den gewünschten Mischverkehr von Fahrrädern und Kfz (statt Fahrräder und Fußgängern) zu deutlicher Harmonisierung des Verkehrs und ist überdies auch ökonomisch sehr sinnvoll, da ab dem Moment bergeweise Tempo-30-Schilder demontiert werden können, da der Flickenteppich aus Tempo-30-Zonen und den wenig verbliebenen Tempo-50-Zonen schlagartig entfällt.

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  4. Mit solchen Argumenten wird man sich nie dem KFZler nähern. Tempo30 ist nunmal nicht überall "Fortbewegend", nut weil viele Radler bei dieser Geschwindigkeit an ihre Obergrenze steigen. Wenn es die Verkehrslage zulässt, fahre ich auch mit dem Rad jenseits der 30 ;)

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