18. Januar 2017

Feinstaubalarm für Autofahrer, Schlitteralarm für Radfahrer

Es herrscht Feinstaubalarm. Manche möchten aufs Fahrrad umsteigen. Viele fahren sowieso mit dem Fahrrad. Wie letzten Winter hat es leider geschneit. 

Die Stadt fordert uns auf, das Auto stehen zu lassen und umzusteigen, auch aufs Fahrrad. Aber wieder sind die Radspuren und Radwege vielerorts nicht geräumt. Ich selber kann nicht überall hin radeln, deshalb ist das eine sehr zufällige Sammlung auch von Bildern, die mir Blogleser in den letzten Tagen geschickt haben.

Oben der Radweg Heilbronnerstraße auf dem Pragsattel. Etwas weiter unten im nächsten Schneefeld hat es mich dann hingehauern (nix passiert). Wo kein Haus steht, herrscht Schlitteralarm. So sah es am Montag aus. Jetzt dürfte alles beinhart gefroren sein.


Aber auch die Radschleusen in der Tübinger Straße werden zum Risiko. Für Autos alles klar gemacht, den Radlern den Schneematsch überlassen, der jetzt zu Eis gefroren ist. Eisecken drohen sowieso überall. Muss es die Stadt den braven Radler/innen eigentlich so schwer machen? Muss das wirklich sein?

Türbinger Str. Radschleuse stadtauswärts: Eis, Eis, Eis! 











Blogleser Alex hat mir am 10. Dezember diese  Bildersammlung von seiner Schneetour geschickt.



Katzenbachstraße, Foto Blogleser Jörg
Fahrt vorsichtig! 

Kommentare:

  1. Gute Frage. Wieso stellen die Gemeinderäte der Stadt Stuttgart der Verwaltung nicht genug Geld dafür zur Verfügung?

    Ja, der Antrag unter https://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/0/BA012427084F2B76C1257F9300319DBD?OpenDocument ist mir bekannt. Dann gleich die zweite Frage: wieso lassen sich die Gemeinderäte so dreist belügen? Ich beziehe mich auf Punkt 1. Ein Beispiel aus der Realität: https://twitter.com/CriticalMass_S/status/820933584865345538
    Bild ist nicht von mir, aber es ist auch mein Arbeitsweg. Es ist die Landhausstraße vor der Grundschule Gaisburg. Und Hauptradroute 2.

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    1. Sehr schön der Satz:
      "Die rechtlichen Verpflichtungen zum Winterdienst auf Radwegen sehen nach gängiger Rechtsprechung keine Bevorzugung des Radverkehrs gegenüber dem Auto-/ Fußgängerverkehr vor."
      Mit einer Gleichberechtigung wäre mir schon gedient. Ist don schade, dass mit viel Aufwand hier gebaut wird, aber nicht einmal Geld bereitgestellt wird, um wenigstens die Hauptradwege benutzbar zu halten. Auch hier wird der Radfahrer bewusst in einen rechtlichen Graubereich geschickt.
      (Hochbord)Radwege die nicht geräumt werden sollten auch nicht benutzungspflichtig sein. Die entsprechenden blauen Schilder gehören weg.
      Leider bekam ich auf meine Gelbe Karte von letzter Woche noch keine Antwort.

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    2. Es ist tatsächlich so, dass das zuständige Amt diese Verpflichtung zur Räumung prüft, und der Gemeinderat wird wohl im kommenden Doppelhaushalt Geld für die Winterräumung der Radwege bereitstellen müssen, auch angesichts nötiger Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs bei Feinstaubalarm. Das Problem, das ich mit Radwegen habe, ist nicht, dass ich nicht auch auf der Fahrbahn radeln könnte, wenn der Radweg nicht befahrbar ist, sondern, dass es immer nur überraschend ein paar Abschnitte sind. Ich bin am Montag die ganze Heilbroner Straße runter geradelt, und am Anfang des Radwegs war eben nicht zu sehen, wie er stellenweise aussieht. Außerdem habe ich nicht die Nerven, die Heilbronner auf der Fahrbahn runter zu radeln. Das ist eigentlich der Punkt. Auch schildern mir Radler, dass sie beim Fahrbahnradeln wegen Schnee auf Ausweichstrecken oder auf Radwegen von einigen Autofahrern wüst angehupt werden, wenn sie auf Hauptstraßen radeln.

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    3. Die Heilbronner runter ist eigentlich kein Problem. Außer, dass man im Autostau steht. Aber wenn mal frei ist kann man gut runter bolzen. Ohne Huperei, ohne Schneiden. Been there, done that. Gut, war kein Pedelec, bin also knapp unter 50 gefahren.

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    4. Ach ja ... ich trau mich halt nicht, mit 50 irgendwo runter zu bolzen. Und, ist schon so, dass die meisten Autofahrer so ein blödes Fahrrad vor sich recht gelassen nehmen. Und ich bin auch nicht so dünnhäutig, was die Konfrontation mit Autos betrifft. Aber ich bin nicht immer dazu aufgelegt, schon gar nicht zum Schnellfahren bei Eis und Schnee. Autos haben ja vier Reifen, wenn einer auf eine Eisplatte gerät, macht das nichts.

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    5. Als ich auf der Fahrbahn von Kaltental Richtung Vaihingen gefahren bin (am 9. Januar) volles Programm: dichtes Überholen, Hupen, Beschimpfung durch den Beifahrer, man solle doch den tollen (unbefahrbaren) Radweg nutzen. Daher meine gelbe Karte mit der Bitte die Benutzungspflicht aufzuheben - falls die Stadt die Benutzung des Radweges als verpflichtend ansieht, möge sie diesen doch bitte befahrbar halten, ansonsten bitte die Benutzungspflicht abschaffen. Ein guter Radweg braucht keine Benutzungspflicht.

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    6. @Martin Mücke: An dem Tag war ich da auch unterwegs, allerdings nach unten in Richtung Kaltental. Es war ein Balance-Akt direkt auf der vom salzhaltigen Spritzwasser befreiten Bordsteinkante. 15cm nebendran war der Weg unbefahrbar!

      Zwischen Sillenbuch und Fernsehturm habe ich mich genau aus demselben Grund auf dem rechten drittel der Fahrbahn breit gemacht, sodass nicht dicht überholt werden konnte. Irgendwann hört man das Hupen nicht mehr - und wenn einer wirklich dicht überholt, dann gibts an der nächsten Ampel einen kurzen und ziemlich lauten Smalltalk.

      Es ist jedoch eine Illusion davon auszugehen, dass die Wege für Autos, Fußgänger und Radfahrer zeitgleich geräumt und gestreut sind. Als einer der wenigen Radfahrer im Winter nutze ich eben den Weg, der ein sicheres Vorankommen zulässt.

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    7. In Stuttgart schafft es die Stadtverwaltung nichteinmal einen Radstreifen an der Löwentorstraße zu räumen. Dort ist der Radweg also direkt auf der Fahrbahn, trotzdem war genau der Teil nicht geräumt und gestreut der als Radstreifen, benutzungspflichtig, ausgewiesen ist

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    8. Weil dies hier immer thematisiert wird, eine ernstgemeinte Frage. Wo ist denn die Rechtsgrundlage für die Benutzungspflicht eines nicht gefahrlos nutzbaren Radwegs?
      Ich fahre bisher - mit guten Gewissen - bei unbenutzbaren Radwegen grundsätzlich auf der Straße.

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  2. Beim ersten Schneefall letzte Woche, waren die Bedingungen
    haarsträubend!Auf meinem Arbeitsweg von S-Luginsland nach S-Hedelfingen waren die Geh-/Radwegabschnitte nicht benutzbar. Besonders schlimm der Zustand vor dem Bahnhof Untertürkheim. Dort war man zwei Tage stellenweise auf einer geschlossenen Eisdecke unterwegs. Die Nebenstraßen in S-Wangen waren saugefährlich. Habe auf einem Heimweg mal die Nähterstraße versucht, nicht zu empfehlen.

    Wurde aber diesen Montag aufs positivste Überrascht! Der Fuß-/Radweg
    vorbei am Bahnhof Untertürkheim frei und trocken. Am Inselbad vorbei
    und über die Brücke geräumt und mit Split gestreut. Nur in Wangen bin ich dann doch sicherheitshalber auf der Hedelfingerstraße geblieben, denn da war die Fahrbahn so schon trocken.
    Sandy

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  3. In Leipzig siht es auch nicht viel besser aus, mit dem kleinen Unterschied, dass Autofahrer tendenziell etwas rücksichtsvoller fahren und bereits langsamer fahren, wenn ein Stück ungeräumter Radweg kommt, um Radfahrer reinzulassen. Sehr ärgerlich ist es aber, wenn Straßen von Nebenstrecken oder vor Schulen nicht geräumt/gestreut werden. Vor der Grundschule meines Großen waren gestern an zwei Seiten je 100m lange Eisplatten über die komplette Straßenbreite. Höllisch gefährlich für Radfahrer.

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  4. Ja es sollten im Winter viel mehr als bisher die Radwege geräumt werden - keine Frage. Aber wir sind nur auf 2 Rädern unterwegs und deshalb viel anfälliger gegenüber glatten Straßen und ein kleines bisschen Eis bringt uns zu Fall. Man sollte sich deshalb als Radler nicht auf den Räumdienst verlassen wie es Autofahrer tun, sondern den Bedingungen angepasstes Material verwenden. Also ein Fahrrad mit Spike-Reifen bei Glätte nutzen. Alles andere funktioniert nicht wirklich bei winterlichen Bedingungen. Das hat mich meine jahrelange Winteradel-Erfahrung gelehrt. Es ist einfach ziemlich stressig, vor allem nachts, wirklich jedes glatte Stückchen Fahrbahn zu sehen und drumrumzukurven und das auch noch so, dass man nicht von anderen Verkehrsteilnehmern umgefahren wird. Da walze ich lieber auf Spikes über glatte und gefrorene Pfade abseits jeder Straßen und genieße die Natur. Ich könnte auch auf der geräumten Hauptstraße zur Arbeit fahren aber Autofahrer können Radler im Winter, glaube ich noch viel weniger einschätzen, als bei Schönwetter und verhalten sich ziemlich seltsam im Winter, habe ich den Eindruck. Ist auch klar, wenn man als Autofahrer in der letzten Nebenstraße noch rumgeschlittert. Dass man mit dem richtigen Material aber auf dem Rad deutlich besser und schneller bremsen kann im Winter, als mit dem Auto, ist kaum einem Autofahrer klar. Drive save.

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    1. Dem stimme ich zu, Spikes sind vom ersten Frost bis Ostern bei mir drauf - mangels Zweitrad. Halten nicht kürzer als Sommerreifen, fahren sich etwas schwerfällig und sind laut. Aber bei Eis und Schnee sind sie Klasse, rutschen wenig und vermitteln Sicherheit. Autos haben auch Winterreifen, wer regelmäßig im Winter Fahrrad fährt sollte daran nicht sparen.

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  5. Ich liebe meine Spikes, aber habe die Erfahrung gemacht, dass sie bei noch nicht festgefahrenem Schnee nicht viel bringen, und wenn der Schneematsch angetaut war, dann Spurrillen reingefahren wurden und das Ganze dann wieder festfriert, dann bringen sie auch nichts. Das ist dann dasselbe Phänomen wie bei Straßenbahnschienen - keine Chance (höchstens mit einem Fatbike mit entsprechend breiten Reifen).
    Von daher wäre es schon wünschenswert, wenn Radwege genauso wie Fahrbahnen geräumt und gestreut werden würden.

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