8. Januar 2017

Radfahren mit Kindern

Fahrradfahren ist für Kinder enorm wichtig. Es schult den Gleichgewichtssinn, die Beweglichkeit, das räumliche Sehen, das räumliche Hören und macht Kinder fit, nicht nur körperlich, sondern auch geistig.

Allerdings, wenn wir so in unseren Stadtverkehr schauen, dann sehen wir kaum eine Möglichkeit für Kinder, mit dem Fahrrad zur Grundschule oder zur Schule zu kommen, bei der uns nicht jede Menge Gefahren auffallen. Die StVO regelt gar nichts. Sie regelt nur, dass Kinder bis 10 Jahre auf dem Gehweg radeln dürfen und Kinder bis 8 Jahre auf dem Gehweg fahren müssen. Anders als viele Schulleiter/innen in Stuttgart die Eltern glauben machen wollen, ist es nicht verboten, die Grundschulkinder mit dem Fahrrad zur schule zu schicken, und sie sind auf diesem Weg auch versichert.
Seit Jahresanfang dürfen Kinder auch auf einem baulich von der Fahrbahn getrennten Radweg fahren. Gibt es keinen Gehweg - etwa an einer dörflichen Straße oder Landstraße - dann, so die achselzuckende Empfehlung der Ministerien - sollten weder Kinder alleine noch Kinder mit Eltern dort radeln. Kinder können sie Spur noch nicht so exakt halten, sie fahren dahin, wo sie hingucken, also womöglich schnurstracks in das Auto hinein, das sie anschauen.

Inzwischen dürfen Eltern mit ihren Kindern auf dem Gehweg radeln, damit sie jederzeit eingreifen können, was sie auch können müssen, notfalls durch einen Zugriff mit der Hand. Andernfalls werden sie bei Unfällen der Verletzung der Aufsichtspflicht beschuldigt.

Oh, nein - Doch, dieses Kind sitzt auf einem
Kinderfahrradanhänger. 
Aber das ändert nicht viel daran, dass Eltern, die mit ihren Kindern beispielsweise in Stuttgart unterwegs sind, sich vielen ungeklärten Situationen und Schwierigkeiten gegenübersehen. Und man mag sich elfjährige Kinder eigentlich ungern in unserem Getümmel mit teils aggressiven Autofahrern und den teils schwierigen Routenführungen vorstellen, schon gar nicht allein. Um Schulen herum werden oft Gehwege freigegeben und die Übergänge über Querstraßen markiert. Am liebsten würde man Kinder nur im Fußgängermodus radfahren lassen. Was ebenfalls nicht ganz ungefährlich ist.

Die meisten Kinder und Jugendlichen, die  mit dem Fahrrad unterwegs sind, suchen sich vielleicht auch deshalb meist die Wege und Routen, auf denen sie sich sicher fühlen, weil die Regeln für den Fortbewegungsmodus vertraut und verhältnismäßig einfach sind. Sie fahren tatsächlich ziemlich oft auf Gehwegen. Wie ein (nur etwas schnellerer) Fußgänger unterwegs sein, ist für sie vermutlich die einfachste Form, Rad zu fahren.

Warum soll Kindern leichter fallen, womit auch viele Erwachsene Schwierigkeiten haben: Für Radfahrende passen die Regeln nicht oder sie sehen sich völlig ungeregelten Situationen gegenüber, bei denen sie eine Regel verletzten müssen.

Tatsächlich sehen wir in Stuttgart ausgesprochen wenig Kinder auf Fahrrädern. In den Niederlanden ist das anders. Da radeln alle, von 4 bis 94 auf Radwegen, auf denen sie sich sicher fühlen und auch sicher fühlen können. In diesem Licht erscheinen Radstreifen zu unsicher, obgleich sie für radelnde Erwachsene die sicherste Wegeführung sind. Für Kinder eigentlich auch, es sei denn Radwege (getrennt von der Fahrbahn) werden sicher an Kreuzungen herangeführt. Sicher heißt: so, dass Autofahrende die Radfahrer vor dem Abbiegen auch wirklich sehen, und dass kein abbiegender Lastwagen auf den Radweg/Radstreifen kommt und den Radler zermalmt. Dafür gibt es bauliche Maßnahmen, von denen wir in Stuttgart noch keine einzige haben. Hier ein Beispiel aus Leipzig. Man sieht, dass zwei kleine Verkehrsinseln die Abbiegenden vom Radstreifen fern halten.

Der ADFC hat eine Empfehlung darüber geschrieben, wie man Kindern das Radfahren am besten beibringt: Erst mal fern vom Verkehr üben, keine Angst vor Stürzen mit dem Fahrrad, daraus lernen Kinder. In meiner Kindheit gab es das nicht, aber heute machen Kinder in Klasse 3 eine Radfahrprüfung, die natürlich einen Radfahrunterricht voraussetzt. Dabei werden Verkehrsregeln gelernt und das Radfahren verkehrsfern, dann im Verkehr geübt.

Mir wurde es allerdings mal ganz anders, als ich zusah, wie die Kinder außen am Rand um einem Kreisverkehr herumgeschickt wurden, statt mittig. Das ist die gefährlichste Art überhaupt, einen Kreisverkehr zu befahren.
Arbeitsblatt 18 des Unterrichtsmaterials zeigt auch, dass Kinder nicht wirklich dazu angehalten werden, stets so durch einen Kreisvekehr zu fahren, dass sie vor dem Autofahrer fahren, nicht neben ihm, also mittig. Hier käme zwar kein Auto mehr links am Kind vorbei, aber einen Hinweis darauf, wie wichtig es ist, nicht am äußeren Rand zu fahren, fehlt. Deshalb schließt sich der Unterrichtsheinheit auch gleich eine Einheit zum Toten Winkel an, also zu der Gefahr, dass der Laster (ein PkW wird gar nicht erwähnt) abbiegt, oder eben (auch dass wird nicht erwähnt) aus dem Kreisverkehr rausfährt, ohne den Radler gesehen zu haben.

Hier sieht man eine Radfahrschule im Fasanenhof, wo das Geradeausfahren und dann links Abbiegen geübt wird. Die Kinder fahren gaaaaanz dicht an den geparkten Autos entlang. Auch das würde ich denen nicht so beibringen.

Es ist übrigens keineswegs so, dass Kinder diese Radfahrprüfung brauchen, bevor sie mit dem Rad zur Schule fahren dürfen. Sie dürfen immer, es gibt kein Verbot für Kinder, den Schulweg mit dem Rad zurückzulegen. Sie sind in jedem Fall versichert, wie der ADFC betont, auch dann, wenn die Schule davon abrät, Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen (Sie unten stehenden Kommentar.)

Hier noch der Auszug aus der StVO, §2 (5): Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Ist ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg vorhanden, so dürfen abweichend von Satz 1 Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auch diesen Radweg benutzen. Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist. Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Soweit erforderlich, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden. Vor dem Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson absteigen.



Kommentare:

  1. Seit 1.1.17 dürfen Kinder auch auf baulich getrennten Radwegen fahren. (vgl. §2(5) STVO)

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  2. Aus dem Rundbrief einer Stuttgarter Grundschule von 2014:

    "Liebe Eltern,
    wie uns in den Elternbeiratssitzungen mitgeteilt wurde, möchten manche von Ihnen Ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen lassen.

    Wir wünschen das ausdrücklich nicht. Es macht uns große Sorgen und wir weisen deswegen auf Folgendes hin:

    - Kinder im Grundschulalter verfügen noch nicht über eine ausreichend differenzierte Wahrnehmungsverarbeitung, um sicher am Verkehr teilnehmen zu können. Z.B. können sie nicht sicher ein parkendes von einem fahrenden Auto unterscheiden.

    - Der Verkehr an der XYschule ist, wie Sie wissen, sehr dicht. Zu Unterrichtsbeginn und ­ende benutzen sehr viele Menschen gleichzeitig die engen Wege. Wenn einzelne Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, gefährdet dies auch die zu Fuß gehenden Kinder. Die Gefahr, dass ein Kind auf die Straße gerät, ob zu Fuß oder mit dem Rad, halten wir für sehr hoch.

    - Das Ein­ und Ausparken an den Lehrerparkplätzen ist so schon sehr schwierig, und hier sehen wir eine weitere Gefahr für die Kinder, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.

    - Auf dem Schulhof sind Fahrräder und Roller ausschließlich an dem einen Fahrradständer vorne am Schulhofeingang erlaubt. Weder dürfen sie an anderer Stelle festgemacht, noch auf dem Schulhof benutzt werden. Wenn Kinder ihre Fahrräder oder Roller auf dem Schulgelände benutzen, werden wir sie ihnen abnehmen.

    - Es wird keine weiteren Fahrradständer geben.

    - Wir als Schule und Schülerhaus. übernehmen keinerlei Verantwortung im Zusammenhang mit Fahrrädern und Rollern, weder für diese selbst noch für Gefährdungen oder Unfälle, die in diesem Zusammenhang entstehen.

    - Bei grober Fahrlässigkeit der Eltern haftet die Unfallkasse bei einem Unfall nicht ­ das wird im Einzelfall geprüft.

    Wir hoffen, dass Sie von dem Wunsch absehen und gemeinsam mit Ihren Kindern den Weg zur Schule lauten bzw. die Kinder in einer Kindergruppe laufen lassen."

    Mir gefällt besonders der Versicherungsunfug. Aber wie heißt es so schön: Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen.

    MfG
    M. Maier
    Stuttgart

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    1. Oje. Vor allem die Passage, dass man gar nicht gewillt ist, überhaupt Fahrradständer aufzustellen oder eine Abstellmöglichkeit anzubieten. Schließlich könnten Eltern ja statt zu Fuß mit ihren Kindern mit dem Fahrrad kommen.

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    2. Bei uns im "linksgrünversifften Connewitz" :-) das genaue Gegenteil: Hier wird ganz offiziell beim Stadtradeln mitgemacht und Schüler und Eltern werden ermutigt, mit dem Rad zu fahren. Lehrer haben keine PKW-Abstellmöglichkeiten im Hof, sondern müssen sich im Viertel Parkplätze suchen oder mit dem Rad kommen. Falschparker (Halten auf der Feuerwehrabstellfläche) werden regelmäßig vom Ordnungsamt kontrolliert und direkt mit Strafzettel ausgestattet - auch in der Südvorstadt und Connewitz gibt es noch zuviele SUVs als Elterntaxi.

      Wir haben etwa zwei Kilometer Schulweg, die sich komplett auf Nebenstrecken mit wenig PKW-Verkehr (und nur zweimaligem Kreuzen der Tram) fahren lassen. Gehwege sind so breit, dass Rad fahrende Kinder niemanden gefährden, dennoch lasse ich den Großen auf dem Großteil der Strecke auf der Straße fahren, um die Aufmerksamkeit zu schulen.

      2. Platz: https://www.stadtradeln.de/index.php?L=2&id=969&sr_city=3712&sr_filter_tag=school

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  3. Auch unsere Grundschule wünscht nicht, dass die Kinder mit dem Rad kommen. Trotzdem bin ich schon einige Male mit Kind und Rad zur Schule gefahren, weil's einfach praktischer ist das Rad schon da zu haben, wenn z.B. ein Anschlusstermin direkt nach der Schule ansteht. Dem Kind ist das jedes Mal sehr unangenehm gewesen, da wir schon von weitem und laut rufend von den anderen Kindern empfangen wurden:
    "Du darfst aber nicht mit dem Rad zur Schule kommen!"

    Wir erledigen viele unsere Wege zu Fuß oder per Rad, versuchen wo es geht auf das Auto zu verzichten. Ich lasse mein Kind schon immer im Wohngebiet vor mir her auf der Straße radeln. Hier wird rechts vor links geübt, Verkehrszeichen gelernt und auch das man nicht am Bordstein langkratzen muss wenn mal ein Auto kommt.

    Aber es wird immer schwerer ihn vom Radfahren zu überzeugen. Egal ob zum Sport, der Weg zur Bücherei oder zu Freunden, die anderen werden halt meistens mit dem Auto gebracht. Wenn ich sehe für welche Strecken, die anderen Eltern ihre Kinder ins Auto setzten, könnte ich jedes mal ausflippen.

    Sandy

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    1. Und die Kinder dieser SUV-Eltern fahren ihre Kinder dann ins Fitnessstudio damit sie Körpergefühl lernen. Aber das fängt ja schon früher an. Mit 1,5 oder 2 Jahren musste ich jeden Weg laufen, ich wurde niemals gefahren mit irgendwelchen unnötigen Gehilfen, der Buggy ist die dümmste Erfindung der Menschheit. Die Kinder lernen gar nicht mehr ordentlich laufen. Und dann sollen sie Fahrradfahren lernen? Ich glaube diese Gesellschaft will Kinder die nicht mehr fähig sind sich sportlich zu betätigen.

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    2. Eltern dieser Kinder meinte ich natürlich

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  4. Jenseits des Beispiels mit dem Schulweg (siehe mein Kommentar oben), sehe ich das Rad für meinen Sechsjährigen als vollwertiges Verkehrsmittel und versuche mit ihm, auf Fahrbahn und Radweg zu fahren, wo immer das möglich ist. Auf der Fahrbahn lernt er auch, dass man ganz selbstbewußt rechts vor links einfordern darf (Blickkontakt und signalisieren, dass man selbst fahren wird) und genügend Abstand zu Autotüren hält.

    Gegebenenfalls werden eben die Routen so ausgewählt, dass viel Fahrradverkehr und wenig PKW-Verkehr vorhanden ist, also entweder Nebenstrecken oder die Hauptstrecken mit den gut einsehbaren Radwegen. Der Große fährt schön mittig auf dem Radweg und hört gut: Bei "Stop" wird sofort gebremst, was auch unachtsamen Rechtsabbiegern den Schrecken nimmt.

    Für die Dreijährige ist das Rad eher Spielzeug: Die gemeinsame Tour durch den Auwald zum See oder Wildpark läuft prima, oder das sonntägliche Brötchenholen (Papa läuft, Tochter radelt auf dem Gehweg). Verkehrsregeln lernt man da noch nicht großartig, außer sich rechts zu halten und keine Fußgänger zu gefährden. Ich halte es fürs Balancegefühl, die Ausdauer und die Schulung der Sinne für enorm wichtig, früh mit Laufrad und dann Fahrrad anzufangen. Die Kleine war nichtmal zwei, als sie mit dem Laufrad losgeflitzt ist, kurz nach dem dritten Geburtstag passte dann das 16er.

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  5. PS: Das Foto oben zeigt diese Kreuzung (mit dem Mausrad etwas herauszoomen):

    https://goo.gl/maps/yczkgWoWo9o

    Gut gemachte Verkehrsführung, allerdings gibt es einige besser für Radfahrer geeignete parallele Wege, wo der bauliche Aufwand einer Radverkehrs gerechten Gestaltung weit niedriger war.

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    1. Schöne Verkehrsführung für Radfahrende! Von so was träumen wir in Stuttgart bislang nur. Ich bin ja ab und zu in Leipzig und gucke, wie es da mit den Radlern läuft. Leipzig hat mehr Platz für seine Straßen. Aber offenbar eben auch den Willen, die vielen Radler angemessen zu führen. Wir in Stuttgart hatten bis vor fünf oder sechs Jahren kaum Radler, das nimmt erst jetzt mit den Pedelecs spürbar zu.

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    2. Die Infrastruktur Leipzigs ist auf eine Million Einwohner ausgelegt. Leipzig dürfte derzeit 580000 haben, als ich vor zehn Jahren das erste Mal nach Leipzig gezogen bin waren es noch 500.000. Zu Hochzeiten der Textilindustrie waren es mal 750.000 - und damals gab es Grünau und Lausen nicht und einige damalige Vororte waren noch nicht eingemeindet.

      Viel Verkehrsfläche zu haben, macht es natürlich leichter, den Radverkehr ohne Druck auf andere Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Zuckerbrot für Radfahrer, ohne die Peitsche für Autofahrer rausholen zu müssen. Dennoch wird es auch in Leipzig bald Fahrverbote auf Grund von Überschreitungen der Stickoxid- und Feinstaubwerte geben. Immerhin ist man darauf besser vorbereitet als bei Euch in Stuttgart. Feinstaub würdet Ihr auch nicht in den Griff bekommen, wenn Ihr alle Diesel sofort durch E-Autos ersetzen würdet, da im Kessel vorhandener aufgewirbelter Staub auch bei E-Autos spürbar ist. Letztlich hilft also nur das Rad und der ÖPNV. Ziemlich krass, dass die Stuttgarter Verwaltung angesichts möglicherweise bald erzwungener Fahrverbote fast gar nichts tut.

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    3. Die Kreuzung hat für wirklich schnelle Radler nicht nur das Problem das man als Linksabbieger nicht die Linsabbiegespur für Radfahrer benutzt. Ohne Radwegebenutzungspflicht ist dieses Bespiel toll...

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    4. @Michael: Die Straßen dieser Kreuzung sind nicht für den Radverkehr freigegeben. Zwei der drei Straßen sind Bundesstraßen, die stadtauswärts führen. Die Wege neben der Straße sind kombinierte Geh- und Radwege, die aber wegen geringen Fußgängerverkehrs gut mit dem Rad zu fahren sind. Und die Ampelschaltung benachteiligt auch keine Radfahrer. Ich bin dennoch vielleicht zweimal an dieser Kreuzung mit dem Rad vorbeigekommen. Wenn ich mit dem Rad nach Mockau oder Richtung Messe muss, nehme ich Delitzscher Straße, Berliner Straße oder Theresienstraße und ggf. kleinere Wege durch Wohn- und Industriegebiete. Neben der Bundesstraße ist es mir zu trist.

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    5. Diese Kreuzung ist genau die, die ich immer als Foto nehme (so auch oben im Beitrag) für eine gesicherte Rechtsabbiegespur für Radfahrer, weil nämlich zwei kleine Verkehrsinseln Lastwagenfahrer daran hindern, mit ihren Hinterachsen Radfahrer im toten Winkel zu zermalmen. In Leipzig gibt es viele Radwege, die an Kreuzungen auf die Fahrbahn geschwenkt werden, zwischen den Kreuzungen aber oben parallel zu Gehwegen verlaufen. Da die Infrastruktur von Leipzig alt ist, sind die Radwege auch ziemlich schmal. Aber sie verlaufen immerhin an all den Ausfall- und Einfallstraßen, die ich gesehen habe, ganz im Gegensatz zu Stuttgart. Stell dir vor, wir hätten parallel zur Cannstatter Straße (für Radler verboten) und durch den Schwanenplatztunnel einen Radweg bzw Radstreifen. Viele würden den nicht benutzen, aber einige eben doch, und vor allem solche, die sich nicht so gut auskennen und die Nebensstrecken und Alternativrouten nicht kennen. Und stell dir vor, wir hätten über den Charlottenplatz endlich anständige Linksabbiegespuren für Radler! Ich würde die benutzen.

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  6. Bitte was hat es damit zu tun ob eine Straße eine Bundesstraße ist oder nicht? Ich fahre hier in Stuttgart auch auf der B27, und jetzt? Ich halte nichts davon von übereifrigen Verkehrsplanern dazu genötigt zu werden nicht die Linksabbiegespur für den restlichen Verkehr zu nehmen. Stuttgart tut das an allen Ecken und Enden, auch an ganz normalen Verbindungsstraßen. Übrigens auch an ganz neuen Straßen wie man an der Löwentorstraße sehen kann. An der Löwentorkreuzung geht es soweit das Radfahrer gegenüber dem motorisiertem Verkehr extrem benachteiligt werden.

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  7. Wichtig ist jedenfalls für das Radfahren mit Kindern wegen der gesetzlichen Randbedingungen: Wenn es keinen baulich getrennten Radweg gibt, sondern eine Radverkehrsführung auf der Fahrbahn selbst angelegt ist - also Radfahrstreifen oder Schutzstreifen - muss das IMMER mit "Radfahrer frei" auf dem Gehweg kombiniert werden. Die StVO bzw. ERA sehen das auch ausdrücklich vor.

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  8. Leider,

    man kann es nur wiederholen: "Befreiung von Fremdsteuerung durch Unterwerfung unter Eigensteuerung." Foucault. Die meisten Menschen kennen weder den Satz, noch verstehen sie was er für sie selbst bedeuten könnte.

    https://bikephreak.wordpress.com/2015/11/05/familie-hat-man/

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