6. Januar 2017

Winterdienst

Ich komme gerade aus dem Allgäu, und da liegt wirklich Schnee. In Stuttgart nicht. Aber das ist für Radfahrende nicht unbedingt ein Vorteil. So ein glatter Film von Schneeflocken und Eis ist saugefährlich. 

Also ist exzessives Fahrbahnradeln angesagt. Denn für Autos ist alles schön rutschfrei gemacht. Niemand muss dort radeln, wo es nicht geht, blaues Schild hin oder her. Geräumt werden diesen Winter nur ausgewählte Strecken auf den Hauptradrouten. Immerhin schon mehr als im vergangenen Winter. Aber so ganz scheint die Sensibilität bei den Räumdiensten noch nicht vorhanden zu sein.

Blogleser Holger hat mir drei Fotos von der Hauptradroute 1 geschickt,
die eigentlich ja geräumt werden soll, darunter die König-Karls-Brücke bis zum Fußgängerüberweg auf Seiten der Cannstatter Innenstadt und bis zum U-Bahn-Übergang Haltestelle Mineralbäder, und der gemeinsame Geh- und Radweg auf dem Neckardamm vom Voltasteg bis zum Mühlsteg. Ich nehme mal an, dass für die Räumung des Schlossgartens (also Finanzierung und Anordnung) das Land zuständig ist.

Holgers Foto zeigt an der Zufahrt aus dem Schlossgarten zur Bahn-Überquerung ein gefährliches Glitzern. Hier war es am 4. Januar spiegelglatt. Der Restaurantbetreiber hat nicht gestreut, sondern Plastikstühle und Klapptafeln auf den Weg gestellt, um Radler abzubremsen.

Der Radweg König-Karls-Brücke ist ebenfalls nicht so schön trocken wie die Fahrbahn für Autos nebenan. (Foto oben)



Und auf dem Neckartalradweg ist bereits das Laub festgefroren, was nicht dafür spricht, dass er alle zwei Wochen gereinigt wird.

Hier zeigt es sich, dass es für Radfahrende ein Nachteil ist, wenn sie durch Parks und auf von den Straßen entfernte Radwege geführt werden. Richtung Cannstatt kann man auch die Neckarstraße radeln, was ich bei diesem Wetter dringend empfehlen würde, dann die Kuhnstaße und runter bis zum Leuze, aber spätestens dann muss man durch die Anlage und auf den gesonderten Radweg auf der König-Karls-Brücke, und deshalb muss da wirklich gestreut werden. Radfahrende können hier nämlich nicht auf die die Autofahrbahn ausweichen. Es ist die einzige Verbindung.

In Augsburg scheint es im vergangenen Winter schlecht gelaufen zu sein für die Radler. Deshalb hat man jetzt  Räumfahrzeuge für Rad- und Gehwege angeschafft und will es in diesem Winter besser machen. Das  berichtet die Augsburger Allegemeine. Das ist schon mal ein guter Vorsatz mit geeigneten Instrumenten. Auch wir in Stuttgart werden sicherlich noch viel besser werden, was den Winterdienst für unsere Radfahrer/innen betrifft, die - gerade im Winter - gut gegen Feinstab sind.

Kommentare:

  1. Hier in Berlin gleiche Situation, viele Radwege nicht geräumt. Gegen Glatteis empfehle ich Spikes, z.b. Marathon Winter: Langsam, teuer, laut, seltsam zu fahren, aber keinerlei Probleme mehr mit Glätte.

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  2. Mit der Schlussfolgerung, dass die Wegeführung durch den Park und getrennte Wege grundsätzlich ein Nachteil ist, bin ich nicht einig. Im Gegenteil, nur weil es diese Streckenführung gibt, bin ich motiviert, überhaupt mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Daher setze ich mich auch stark dafür ein, dass die entsprechenden Wege in einen sicher benutzbaren Zustand gebracht werden.

    Eine Korrektur: das Foto bei der Bahn-Überquerung ist vom 22.12.2016.

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    1. Das sehe ich auch so! Den Weg durch den Park und am Neckar entlang (ampel- und autofrei!!!) sehe ich als enormen Vorteil von Stuttgart gegenüber anderen Städten. Wir haben praktisch schon die viel gerühmten Fahrradautobahnen, man müsste sie nur richtig nutzbar machen.

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    2. Sorry aber ich wäre froh wenn es den Weg durch den Park für Radfahrer nicht gäbe. Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit, eine Zeit lang bin ich auch durch den Park gefahren, aber um wirklich schnell von A nach B zu kommen ist der Park nicht geeignet. Im Sommer muss man sich durch viele Fussgänger schlängeln und das zum Teil auch auf ausgewiesenen Radwegen im Park. Im Herbst und Winter wird es dann ganz gefährlich, ich rede aber nicht von Glatteis, ich rede von unbeleuchteten Joggern, der Rosensteinpark ist unbeleuchtet, d.h. wenn einer dieser Selbstmüden dort unterwegs ist läuft man Gefahr mit so einem Menschen zu kollidieren, für Beide nicht unbedingt schön. DESHALB: Mein Arbeitsweg führt mich schon lange nicht mehr durch den Park sondern über die B27 und die Jägerstraße, das ist schnell und sicher.

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  3. Ausserdem: Radstreifen in der Löwentorstraße die Teil der Fahrbahn sind werden von der Stadt Stuttgart weder geräumt noch gestreut!

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    1. Das stimmt mit der Löwentorstraße. Hier wird noch der ganze Schnee/ Matsch etc. von der Fahrbahn (für Kfz) auf den Radstreifen geräumt..... eigentlich unfassbar.

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