3. Februar 2017

Radverkehr wird zum Standortfaktor

Die Zukunftsstadt ist Fahrrad-City, schreibt der Haupt- und Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg in der Huffington-Post.
  Weiter heißt es: "Umweltfreundliche Mobilität wird in den Städten und Gemeinden zum Standortfaktor. Auch ohne staatliche Subventionen erobert das Fahrrad, insbesondere das E-Bike, zunehmend unsere Kommunen. Die Menschen erwarten, dass diese umweltfreundliche Form der Mobilität mit einer entsprechenden Infrastruktur gefördert wird. (...) In den Innenstädten sind gerade solche Geschäfte erfolgreich, die ihrem Fahrradkunden einen sicheren Abstellplatz bieten und ein fahrradfreundliches Klima schaffen.
Die Freude der Fahrradbewegung ist sicher auch darin begründet, dass jeder einzelne das gute Gefühl haben kann, einen Beitrag zum Umweltschutz, für die eigene Gesundheit und zur Reduzierung der Feinstaubbelastung zu leisten und als Vorbild für andere zu wirken.

Städte und Gemeinden sind gut beraten, zu erkennen, dass dieser Trend nachhaltig sein wird und eine große Chance bietet, eine Stadt attraktiv zu gestalten, um damit auch die Wirtschaftskraft zu erhöhen. Ähnlich wie in den 1970er-Jahren die ersten Fußgängerzonen kritisch gesehen wurden („man darf doch das Auto nicht aus der Innenstadt vertreiben"), wird sich die Entwicklung zur Fahrradorientierung in den Kommunen durchsetzen." (Link zum ganzen Artikel)

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Recht hat er. Wir brauchen Pendler-Schnell-Radwege, die im Winter selbstverständlich geräumt werden, kurze Wartezeiten an Ampeln und eine fahrradfreundliche Atmosphäre auf unseren Straßen.

Kommentare:

  1. Richtig. Stuttgart als Fahrradstadt würde unser piefiges Immitsch ganz schön entstauben und den Coolness-Faktor auch im Sinne von Stadtmarketing deutlich erhöhen. Liebe Gemeinderäte aller Parteien: Springt über euren Schatten, denkt nicht zu klein-klein und packt es an! Es geht nicht darum, gegen Autofahrer zu sein, sondern für Radfahrende. Viele Grüße.

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    1. Stuttgart stellt sich leider immer weiter ins Abseits. Es gibt zwar Fortschritte bzgl. der Fahrrad-Infrastruktur, die sind aber weit abgeschlagen hinter dem, was für den KFZ-Verkehr investiert wird.
      Die Prioritäten sind leider eindeutig. Man muss sich nur die Presseinformation des Stuttgart-Marketings anschauen, mit der sich die Region Stuttgart auf der CMT im Januar präsentiert hat. Rhetorische Frage: Was kommt wohl an erster Stelle und wird ausführlich breitgetreten?

      "Die touristische Vermarktung legt ihren Schwerpunkt auf neue Produkte und Angebote aus den Bereichen Mobilität und Automobil, (...)
      (...)
      Mit der Motorworld Region Stuttgart ist das touristische Angebot rund um
      das Automobil komplett.
      (...)
      Das Porsche Museum und die Motorworld
      Region Stuttgart machen das Thema Automobil erlebbar (...)"

      Zwischendrin gibt's immerhin den Hinweis, dass "die E-Bike-Region
      Stuttgart als Newcomer erstmalig vertreten" ist.

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  2. Es wäre schon toll wenn die Politik in Deutschland den Fahrradfahrern mehr beachtung schenken würden. Ein System bzw. Fahrradstrassen wie in Amsterdam wären wünschenswert.Ob dies aber in den nächsten Jahren machbar ist mag ich mal schwer bezweifeln...

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  3. In vielen Unternehmen hat man das schon erkannt, und investiert in Umkleiden, Radbügel, Duschen. Immer mehr Arbeitgeber bieten Möglichkeiten zum Aufladen und Firmen E-Bike Leasing. Stuttgart hat Nachholbedarf aufgrund der Topologie, wenn es attraktiv bleiben will braucht es mehr Infrastruktur für das Fahrrad, denn mit E-Bikes verlieren die Hügel für viele ihren Schrecken.

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    1. Ich kann dir das Gegenteil berichten. Nachdem der Weltkonzern sich aufgespalten hat, wurden die Dienstfahrräder möglichst reduziert und die Fahrradständer vor den Werkszaun gebaut (Haftungsgründe). Dann wurde auf dem Werksgelände das Pedelec verboten. 3 Jahre hat es gedauert, bis man mit dem Pedelec und eingesetzen Akku in das Werksgelände (360ha) einfahren durfte. Obwohl Lippenbekenntnisse gemacht werden, kann aus Gründen nicht vorhandener Umkleide Kapazitäten nicht jeder Mitarbeiter mit dem Rad, geschweige den mit dem Pedelec zur Arbeit fahren. Es ist ja die Frage: Wievielen Kollegen soll das ermöglicht werden? Ich schreibe über ein Werksgelände mit ca. 20 verschiedenen Firmen und insgesamt ca. 10.000 Beschäftigten. Selbst wenn nur ein fünftel oder 20% der Arbeitnehmer das möchten würden, könnte das aus Kostengründen nicht ermöglicht werden.

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    2. Oha, das klingt nicht angenehm. Vermutlich wäre das für mich ein Grund den Weltkonzern zu wechseln. Und wenn 20% der Fachkräfte so denken würden, wären wir noch einen großen Schritt weiter. Aber auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem ersten Schritt in die richtige Richtung.

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