Autofahrer

Der Autofahrer träumt von Schnelligkeit und ärgert sich oft maßlos über alle anderen, die ihn ausbremsen.

Er/sie mag deshalb Radfahrer/innen nicht. Er mag sie überhaupt nicht. Und er fürchtet sie, denn sie tauchen plötzlich irgendwo auf, und er weiß nie, ob sie ihm die Vorfahrt nehmen. Auf schmalen Straßen bremsen sie ihn aus. An Ampeln verhindern sie, dass er schnell fortkommt. Sein Alptraum: Er hängt hinter einem Radler fest, der mit 5 bis 12 km/h die Alte Weinsteige hinauf astet.

Der Autofahrer will unter keinen Umständen einen Radfahrer über den Haufen fahren, deshalb bremst er auch gern mal auf seiner Vorfahrtsstraße, wenn er einen sieht, und winkt ihn durch. Als Radfahrerin bin ich dann aber schon abgestiegen und brauche diese Art von Freundlichkeit nicht. Merke, lieber Autofahrer, wenn du einen Radler zum Absteigen gezwungen hast, dann fahr zügig weiter, wenn du im Recht bist.

  • Der Autofahrer kann schlecht abschätzen, ob er am Radler vorbei kommt oder nicht. Er versucht es auch dann, wenn es eigentlich nicht geht. Ungeübte Radler kommen ins Schwanken, geübte verlegen ihre Fahrlinie mehr in die Fahrbahnmitte. Beides ärgert den Autofahrer.
  • Er sieht Radfahrer nicht, wenn er rechts abbiegen will. Denn der Radfahrer kommt schneller als ein Fußgänger von hinten und fährt dem Autofahrer unversehens vor den Kühler.
  • Er weiß meistens nicht, dass auch Fußgänger Vorrang haben, wenn sie die Straße überqueren wollen, in die der Autofahrer gerade einbiegen möchte. Dass ein Radfahrer auf dem parallelen Radweg Vorrang hat, ist ihm zwar bekannt, nur dass er ihn oft nicht rechtzeitig sieht.
  • Er stellt sich gern an Ampeln ganz rechts an den Fußweg, damit ein der Radler, den er gerade überholt hat, nicht bis vor fahren kann. (Sonst müssten er den Radler ja noch einmal überholen.) Wenn der Radfahrer dies bemerkt, wird er alles daran setzen, doch noch nach vorn zu kommen, zur Not über den Fußweg.
  • Er biegt auch gern in eine schmale Straße ein, obwohl er sieht, dass ein Radler sie heraufkommt und für beide kein Platz ist. Er wundert sich, dass der Radfahrer sich ärgert, weil er absteigen muss (am Berg anfahren ist für Radfahrer schwieriger als für Autofahrer). Und er kommt gar nicht auf die Idee, dass er sogar im Unrecht ist. Auf einer Straße, in die man einbiegt, haben alle auf ganzer Breite Vorfahrt, die auf der Straße kommen (auch dann, wenn sie links fahren würden).
  • Er sieht Radfahrer nicht, wenn er ausparkt oder wenn er geparkt hat und aussteigt. (Tür auf, Radler macht einen Salto.) Vor allem aber sieht sein Beifahrer den Radler auf dem Radweg nicht, wenn er aussteigen will (Tür auf, Radler macht einen Salto.)

Eigentlich aber sind Autofahrer für uns Radler die angenehmeren Verkehrsteilnehmer. Autos fahren meistens geradeaus auf ihrer Fahrbahn, sie blinken meistens, wenn sie die Richtung wechseln, sie halten an roten Ampeln. Der Autoverkehr ist so streng und gründlich geregelt, dass er für Radler eine berechenbare Folie für seine (des Radlers) Aktionen bietet. Leider sind die Aktionen vieler Radfahrer gar nicht regelgerecht, was bei Autofahrern den Schrecken und Ärger über den Radverkehr nicht gerade mindert.



Kommentare:

  1. Leider ist die Gefahr, die von Autofahrern ausgeht, die sich nicht an die Regeln halten, abgelenkt oder unaufmerksam sind, um ein Vielfaches größer wegen des hohen Gewichts und des hohen Tempos.
    Gerade erst letzten Donnerstag hatte ich mir wieder einmal ein Gespräch auf einem Kreisverkehr mit einem Autofahrer, der mir die Vorfahrt genommen hat, mit dem häufig wiederholten Satz: "Tut mir leid, ich habe Sie wirklich nicht gesehen". Schulterzucken beim Hinweis auf meine grellgelbe Warnweste.

    Radfahren auf der Straße (direkt auf der Fahrbahn, auf Schutzstreifen oder auf Radstreifen) ist daher nur eine Notlösung. Gut gemachte, regelkonforme, ausreichend breite, übersichtlich gestaltete und ordentlich gepflegte baulich getrennte Radwege sind Welten besser.

    (Schlecht entworfene Radwege, viel zu schmale Gehwege mit Radfahrer-frei-Schildchen sind dagegen um eine Größenordnung gefährlicher)

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    1. Deshalb auf Kreisverkehren mittig fahren. So, dass dad Auto nicht linkd vorbei kann. Siehe Kreisverkere. Mir ist mit dem Auto schon mal fast pasdiert, dass einem am Kreisrandcfahrenden Radler fast beim Rausfahren erwischt hätte, obgleich ich ihn beobachtet habe. Msn kann nicht erkennen, ob er weiterfährt oder rausfährt.

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