Arbeitgeber

Viele Mitarbeiter/innen haben einen Weg von unter 5 km zur Arbeit. Eine gute Entfernung fürs Fahrrad. Fürs Pedelec sind Arbeitswege von knapp 10 km gut geeignet. Schon solch kurze Strecken, die man regelmäßig radelt, verbessern die Gesundheit von Arbeitnehmern. Krankmeldungen gehen zurück.

Außerdem brauchen Räder weniger Platz als Autos. Ein großer Arbeitgeber spart Kosten für Parkplägze, wenn er seine Mitarbeiter/innen dabei unterstüzt, dass sie mit dem Fahrrad kommen.

Was macht einen fahrradfreundlichen Arbeitgeber aus?

1. Er hat einen Fahrradbeauftragten oder eine Fahrradbeauftragte (Frauen haben in der Regel mehr Sinn für Details und machen auch Frauen mehr Mut zu radeln). Der Radbeauftragte stellt fest, wie viele derzeit radeln und entwickelt Verbesserungsvorschläge und Konzepte.

2. Ausreichend bequem zugängliche überdachte Radabstellplätze auf dem Gelände oder in der Nähe. Radler dürfen keinen weiteren Fußweg zur Arbeitsstelle haben als Autofahrer aus der Tiefgarage oder vom Parkplatz.

Die Radabstellplätze sind
  • gegen Unbefugte gesichert,
  • beleuchtet,
  • haben ausreichend gute Radständer,
  • sind leicht zugänglich (keine schweren Türen, keine Anfahrt über nicht erlaubte Gehwege).
  • Es gibt Duschen für Radfahrer (leicht zugänglich!),
  • einen Trockenraum für nasse Kleidung,
  • Luftpumpe und Werkzeug für kleine Reparaturen,
  • Dienstkleidung für Radler (samt Helm),
  • Dienstfahrräder für kurze Dienstfahrten (leicht zugänglich)
  • und Aufladestationen für Pedelec-Akkus und/oder die Erlaubnis, Akkus auzuladen.
3. Er macht Werbung und gibt mentale Unterstützung für Radfahrer und solche, die aufs Rad umsteigen wollen durch
  • Plakat- und Flyerwerbung fürs Radfahren,
  • Informationsveranstaltungen für Umsteigewillige (welches Rad? Welche Radrouten? Verkehrsregeln für Radfahrer, Sicherheitsaspekte, Sicherheitstraining).
  • Plakate oder Intranetberichte über leitende (und andere) Miterabeiter/innen, die mit dem Rad kommen.
  • Vorbildaktionen leitender Mitarbeiter/innen
  • ein positives (aber die Nicht-Radler nicht ausgrenzendes) Bild von Radfahrern
  • Aushang eines Fahrrad-Stadtplans
  • und einen Routenplaner für Radrouten im Intranet
  • Regelmäßige Aktionen wie Ausflüge oder Routen-Erkundung (auch gezielt mit Mitarbeitetr/innen, die umsteigen wollen, sich aber über den Weg unsicher sind).
  • Informationsveranstaltungen über die Radwegplanung der Stadt, über Verkehrsregeln (wo darf odre muss ein Radfahrer fahren) und Sicherheitsaspekte des Radfahrens.
  • eventuell Bestellung von Radpaten für Umsteige-Willige, die sich unsicher sind (Radkauf, Radroute, welche Kleidung für welsches Wetter).
4. Er legt eine finanzielle Förderung von Radfahrern auf. Auch Radler haben einen Bonus verdient, nicht nur Autofahrer, die oft sehr billige oder kostenlose Parkplätze auf dem Gelände zur Verfügung gestellt bekommen, oder solche, die mithilfe eines Firmentickes mit dem ÖPNV kommen. Möglich sind:
  • Zuschuss beim Radkauf,
  • Dienstfahrräder für Mitarbeiter (die sie auch privat nutzen können),
  • monatlicher Zuschuss, der der Subvention von Autofahrern oder ÖPNV-Fahrern gleich kommt,
  • einen Radbeauftragten oder eine Radbeauftragte, der dafür auch wenigstens zeitweise freigestellt ist,
  • kostenloser Radcheck samt kleineren Reparaturen.
Radfördermaßnahmen kommen den Betrieb übrigens billiger als die Infrastruktur, die er oft für Autofahrer vorhält: immense Abstellplätze, teure Tiefgaragen, Ein- und Ausfahrten für Autos. Zwar fallen die Autos nicht plötzlich weg, aber die Parkplatzsituation kann sich entspannen, zusätzliche Investitionen können wegfallen. Außerdem sind radelnde Mitarbeiter/innen weniger oft krank und insgesamt besser gelaunt. Sie gönnen sich nämlich frische Luft und jeden Tag Bewegung.




Kommentare:

  1. Hier ein Gegenbeispiel für einen Servicedienstleister der chemischen Industrie aus dem Rheinland: http://chempark.de/de/news-archiv.html?newsid=5573
    Ist bis heute so!

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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