31. Januar 2015

Die Angst der Fußgänger vor den Radfahrern

Städte nehmen heute Fußgänger sehr viel ernster als früher. Das ist schön. Die Koexistenz von Autoverkehr und Fußverkehr ist freidlich. Aber jetzt kommt ein Drittes hinzu, der Radfahrer. 

Und da klappt noch gar nichts richtig. Autofahrer mögen sie nicht auf ihrer Fahrbahn, Fußgänger mögen sie nicht auf ihrem Gehweg und ihrem Fußgängerüberweg. In Stuttgart werden Radler zwischen Fußgängern und Fahrbahnen hin und her geschoben, teilweise auf wenigen Metern. Fußgänger fühlen sich von Radlern bedroht, auch solchen, die auf Radwegen fahren.

29. Januar 2015

Tja, die Hofener Straße

Seit 1978 diskutiert man in Stuttgart darüber, ob man die Hofener Straße am Wochenende für Ausflügler freigibt und für Autos sperrt. 

Gestern Abend haben drei Bezirksbeiräte - Cannstatt, Münster und Mühlhausen - darüber im Rathaus diskutiert. Die Sitzung wurde geleitet von OB Kuhn.

Es waren auch zahlreiche Zuschauer/innen da. Die glühenden Gegner einer Wochenendsperrung der Hofener Straße und die Befürworter hielten sich etwa die Waage. Ganz anders war das bei den Statements der Vertreter der jeweiligen Partien, die in den drei Bezirksbeiräten vertreten sind.

27. Januar 2015

Hindernisse

Radspuren und Radwege sind Freiflächen, die man sehr gut für etwas anderes nutzen kann. 

Zum Beispiel, um dort Parkautomaten oder Ladesäulen für Elektroautos aufzustellen. Achtung Radfahrer: Auf keinen Fall darf die durchgezogene Linie zum Fußgängerbreich überfahren werden.

Es gibt Dauerhindernisse, so wie hier auf dem Killesberg. Und es gibt temporäre und saisonale Hinternisse.

25. Januar 2015

Wie man's macht, ist es falsch

An vielen Stellen in Stuttgart gibt es ein unlösbares Problem für Radfahrer, die nicht regelwidrig fahren wollen.

 Zum Beispiel hier, wo die Alexanderstraße die Neue Weinsteige (zur Etzelstraße) kreuzt. Die Alexanderstraße ist, wenn man aus dem Süden kommt, Sackgasse für Autos, hat aber eine Radfreigabe für den Gehwegabschnitt. Auf dem Bild sehen wir die Anfahrt mit Teeraufschüttung am Bordstein. Wir sehen das Freigabeschild, ein Auto, das dort (verboten) parkt, und im Hintergrund eine Fußgängerampel. Da fahren wir jetzt hin.

23. Januar 2015

Alle ins Rathaus - es geht um die Hofener Straße



Die CDU in Mühlhausen und Münster wirbt um die Teilnahme an der Bezirksbeiratssitzung von Münster/Mühlhausen/Bad Cannstatt, bei der es um die Wochenend-Sperrung der Hofener Straße für Autos geht. Ich habe darüber berichtet. 

Die Sitzung findet am
Mittwoch (28.Jan.), 18 Uhr im Stuttgarter Rathaus statt. Großer Sitzungssaal, 3. Stock. 

Die Münsteraner machen Stimmung gegen die Sperrung und versuchen, möglichst viele Gegner in die Sitzung zu bringen. Wir sollten ihnen das Feld nicht überlassen. Die Sperrung der Hofener Straße ist keine Angelegenheit, die nur die drei Bezirke betrifft. Es geht um eine stadtweite Entscheidung, die alle angeht, die die Radstrecke, die schöne Uferpromenade und die Naherholungsmöglichkeiten dort schätzen.

Also,liebe Radler/innen und RiS-Fans, kommt zahlreich zur Sitzung am Mittwoch. 




Baustellenalarm - Pragstraße macht es Bergab-Radlern schwer

Und zwar an der Pragstraße. Das hat die Radspur bergab zum Verschwinden gebracht.

Wer vom Löwentor zum Neckar runter radeln will, sollte den Rosensteinpark/Schlossgarten wählen. Er oder sie muss sich aber einigermaßen gut auskennen, denn die Stadt will die Umleitung nicht ausschildern.

Auf der bergab linken Seit ist vom Löwentorbogen bist zur Quellenstraße ein gemischter Rad-/Fußweg ausgeschildert. Ab der Quellenstraße, so schreibt Jörg, ist der Radler illegal unterwegs und zwar auf dem Fußweg. Ohnehin schon blöd, dass Radler auf der linken Straßenseite bergab geschickt werden. Er rollt in den Ein- und Ausfahrten entlang der Pragstraße den Autos vor den Kühler, die nicht mit Radlern von rechts oben rechnen.

21. Januar 2015

Wir fahren dann mal auf der Fahrbahn

Man darf in Stuttgart auf fast allen Straßen Rad fahren. Zum Beispiel auch auf der B14 zwischen Österreichischem Platz und Neckartor. 

Es ist nicht verboten. Es gibt kein Schild, das diese Straße zur Kraftfahrstraße erklärt oder sie für Radler verbietet. Erst ab Neckartor ist die Cannstatter Straße ausdrücklich für Radfahrer verboten. Man darf auch nicht durch den Schwanenplatztunnel und nicht auf der Fahrbahn über die König-Karls-Brücke radeln.

Einige Blogleser berichten mir, dass aber auch der Polizei nicht so klar ist, wo Radler überall fahren dürfen. Zum Beispiel hier und so.

19. Januar 2015

Sperrung Hofener Straße - es geht gar nicht um Radfahrer!

Zwei Sommer Verkehrsversuch gab es mit der Sperrung der Hofener Straße zwischen Reinhold-Mayer-Brücke und dem Stuttgart-Cannstatter Ruderclub am Wochenende ab Samstagmittag bis Sonntagnacht. 

Weil die Einwohner entlang der Neckartalstraße in Münster ein höheres Verkehrsaufkommen in diesen Stunden und damit mehr Lärm feststellten, formiert sich Widerstand. Denn es droht, so die Gegner eine "Zementierung" der Regelung.


17. Januar 2015

Radfahren im Kindermodus

Kindermodus heißt vor allem: auf dem Gehweg fahren. Das tun Jugendliche meist so lange, wie für sie das Fahrrad ein lästiges, aber notwendiges Fortbewegungsmittel ist, auf dem man ein oder zwei Kilometer zurücklegt, die man nicht zu Fuß laufen will. 

Radler, die bewusst aufs Auto verzichten und lieber Rad fahren, finden dann meist recht schnell den Weg auf die Fahrbahn und verhalten sich erwachsen.

Eltern mögen das Gehwegradeln beruhigend finden. Vielleicht ist es auch sicherer, solange Jugendliche den Verkehr noch nicht so vorausschauend abschätzen können wie Erwachsene, die selber auch Auto fahren. Aber es birgt auch enorme Gefahren.

15. Januar 2015

Radfahrer leben länger

Bewegung ist immer gesund, vor allem regelmäßige, bei der man sich nicht auspowert. Für die Gesellschaft ist es billiger, den Radverkehr zu fördern als alles andere.

Wer regelmäßig radelt, erspart der Gesellschaft (Krankenkassen, Arbeitgeber, Volkswirtschaft) durchschnittlich 1.200 Euro im Jahr. Denn Radfahrer sind seltener krank. Eine langjährige dänische Studie an 30.000 Personen stellt außerdem fest, dass Radfahrer im Durchschnitt länger leben als solche, die ihre Wege mit der Bahn oder dem Auto zurücklegen.

13. Januar 2015

Der Verkehrs-Druide von London

Er nennt sich Traffic Droid*, er radelt durch London. Sein Helm ist bestückt mit Kameras. Und er verteilt rote Karten an Autofahrer, die ihn beim Überholen schneiden, die rote Ampeln missachten und Radfahrer ins Gefahr bringen.

Zwei Stunden radelt er mindestens pro Tag.Rund 25 Verkehrverstöße registriert er dabei. Drei bis vier meldet er der Polizei. So mancher hat dann einen Bußgeldbescheid bekommen, manche haben sogar ihren Führerschein verloren.

Die einen fürchten und hassen ihn, die andern lächeln über ihn. Er heißt Lewis Dediare. Viedos seiner Fahrten postet er in Twitter und Facebook. In diesem Video kann man gut sehen, wie der Traffic Droid vorgeht. Ein Auto schneidet ihn wirklich knapp - er hupt sogar noch dabei - um vor einer Verkehrsinsel noch an ihm vorbeizukommen. Delaire holt es ein, bittet den Fahrer, das Fenster runter zu lassen und fragt ihn, ob das ein gutes Überholmanöver war. Der Fahrer bellt: Ja.

11. Januar 2015

RiS meldet ein Problem

Irgendwas hat die Bilder auf meinem Blog gefressen. Ich arbeite an dem Problem.

Bitte um Entschuldigung, wenn es hier unaufgeräumt aussieht. Und wenn in einzelnen Posts Bilder fehlen.

Ich versuche sie nach und nach wieder zu ersetzen.

Alles friedlich

Ein Sicherheitsstreifen für Radler, der ausgesprochen gut funktioniert, ist der die Olgastraße hinauf bis zum Abzweig zur Neuen Weinsteige. Den radeln viele hoch.

Wer klug ist, hält von den geparkten Autos dabei immer einen Meter Abstand. Das bedeutet, man radelt nicht in der Mitte des Sicherheitsstreifens, sondern etwas weiter links.

Autofahrer müssen in jedem Fall beim Überholen einen Sicherheitsabstand von rund einem Meter vom Radfahrer lassen. Das kann unter Umständen dazu führen, das der aufwärts fahrende Bus hinter mir als Radfahrer bleibt, wenn von oben Gegenverkehr kommt. Davon darf man sich als Radler nicht aus dem Tritt bringen lassen. So sind die Regeln bei uns.

9. Januar 2015

Warum die Radspuren in der Waiblinger Straße nicht richtig funktionieren

Regelmäßig wird von Gegnern der Radverkehrsförderung die Radspur in Cannstatt entlang der Waiblinger Straße ins Feld geführt. Die habe Autofahrern eine Spur weggenommen und Radler führen dort kaum. 

Das scheint sich auch nicht zu bessern. Ich finden diese Radspuren super, wenn ich schnell Richtung Fellbach muss und mich in den Nebenstraßen nicht auskenne. Ich komme schnell am Stau vorbei. Aber sie hat große Schwächen. Blogleser und Kommentator Friedhelm W. hat mir in einem Kommentar eine plausible Erklärung geliefert, warum die Radspur von Alltagsradlern trotzdem nicht richtig angenommen wird.

7. Januar 2015

So geht direktes Linksabbiegen - Friedrichshafen

In Friedrichshafen am Bodensee kennt man Radfahrer. Allein schon, weil hier im Sommer massenhaft Radltouristen durchkommen, die den Uferweg fahren. Aber auch die Friedrichshafener fahren deutlich zahlreicher Fahrrad als wir in Stuttgart. 

Ich bin auf eine Kreuzung mit einer direkten Linksabbiegespur für Radfahrer gestoßen. Hier können Radler auf einer eigenen Radsicherheitsspur Richtung Zeppelin-Museum, Innenstadt und Uferpromenade abbiegen. Die Spur teilt sich. Wer links will, fährt auf der Fahrbahn weiter, wer rechts will, wird auf den Gehweg geschickt. Beachtenswert: Die Linksabbieger haben im Boden eine Induktionsschleife. Von so etwas können wir in Stuttgart nur träumen.


5. Januar 2015

Durchgeschöttelt

Blogleser Gerhard ist dieser Radwegweiser aufgefallen. Ich verschreibe mich auch ständig, so was passiert. Deshalb mach ich lieber keine Straßenschilder. 

Es steht dort, wo Böheim-, Möhringer- und Burgstallstraße zusammentreffen. Die vielen ö und e sind auch in dieses Schild gewandert. Und so schreibt sich Erwin Schoettle.

3. Januar 2015

Radeln wir's an!

Heute beginnt die Zukunft. Stuttgart wird Fahrradstadt oder doch zumindest eine fahrradfreundliche Stadt. Denn je mehr Radfahrer, desto weniger Autostau und desto lebendiger die Innenstadt. 

RiS wünscht sich für dieses Jahr:

Den Gelben Pfeil für Radfahrer. Den gibt es in Frankreich. Er erlaubt es Radfahrern, an bestimmten Kreuzungen zum Beispiel bei Rot für Autos rechts abzubiegen oder an T-Kreuzungen am Bordstein entlang geradeaus zu fahren, auch wenn die Ampel rot ist.